Bayern-Olic schießt Löwen ab

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Gegentor zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Kurz vor der Pause kassierten die Löwen das 0:1.

Hamburg - Bitter, bitter, bitter für die Löwen! Der TSV 1860 fliegt aus dem DFB-Pokal.

Weil Schiri Michael Weiner ein irreguläres Tor anerkennt, weil Torwart Philipp Tschauner patzt. Und, ja, weil ein zukünftiger Bayern-Spieler einen starken Abend erwischt. Ivica Olic schießt die Löwen ab! Der Kroate machte beim 3:1 des Hamburger SV gegen die Münchner alle drei Tore seines Teams.

Und Tschauner war bedient. Der Löwen-Keeper haderte mit sich: „Ich bin von Anfang an nicht richtig reingekommen. Da kommt zuerst so ein Flatterball – und dann hau ich mir die Dinger sozusagen selber rein. Es waren individuelle Fehler von mir – die dürfen nicht passieren. Heute muss ich die Schuld auf mich nehmen.“

Dabei war’s aus Sicht der Sechziger so schön losgegangen… Nämlich mit einem Ausrufezeichen des quirligen Neuzugangs Stefan Aigner. Er tanzte sich über rechts in den Strafraum. Die Hamburger sahen da gar nicht gut aus – was den Löwen aber nix half. Der Ball kullerte am Kasten vorbei.

Die Löwen beim HSV: Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel

Die Löwen beim HSV: Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel © 
Teil 1 der "Münchner Woche" haben die Hamburger gut überstanden. Am Freitag gegen den FC Bayern wird's vermutlich nicht ganz so locker laufen wie gegen die Löwen. © dpa
Sascha Rösler beim Kopfballduell mit Guy Demel. © fishing4
Durcheinander vor dem Löwen-Tor: In dieser Szene behält Tschauner aber die Oberhand. © fishing4
Ivica Olic auf dem Weg zum 1:0. © fishing4
Zack, der Ball ist versenkt. © fishing4
Die Bayern dürfen sich auf einen starken Stürmer freuen. © fishing4
Mladen Petric schirmt den Ball gegen Lars Bender ab. © dpa
David Jarolim beglückwünscht Olic zu dessen Treffer zum 2:0. © dpa
Der Mann des Spiels: Ivica Olic. © dpa
Löwen-Keeper Tschauner vor Guerrero am Ball. © fishing4
Stefan Aigner bedrängt Marcell Jansen... © fishing4
... doch der Hamburger schirmt den Ball geschickt ab. © fishing4
Alle wollten sie den Ivi herzen... © fishing4
Mathieu Beda hat gegen Jose Paolo Guerrero das Nachsehen. © dpa
Die Einzelkritik: Philipp Tschauner: Der Keeper erlebte einen schwarzen Abend. Rettete zwar in Durchgang zwei gegen den durchgebrochenen Petric, wirkte aber oft unsicher. Sein fahrlässiges Abspiel auf Berhalter leitete kurz vor der Pause das 0:1 ein. Ein Tor, dem Schiedsrichter Weiner wegen klarer Abseitsstellung freilich die Anerkennung hätte verweigern müssen! Note: 5 © fishing4
Markus Thorandt: Ließ auf seiner rechten Seite lange nichts anbrennen, kompensierte technische Mängel mit Laufstärke und Einsatzwillen. Gegen Olic sah er vor dem 0:2 freilich nicht gerade glücklich aus. Note: 3 © fishing4
Mathieu Beda: Im defensiven Mittelfeld ist der Franzose keine Verstärkung, in der Innenverteidigung durchaus zu gebrauchen. Ohne größere Fehler im Stellungsspiel, nach vorne allerdings viel zu zaghaft. Wird zu kämpfen haben, wenn Kollege Ghvinianidze wieder fit ist. Note: 4 © fishing4
Gregg Berhalter: „Petric und Olic sind mindestens so gut wie Toni und Klose", hatte der Abwehrchef im Trainingslager auf Teneriffa gewarnt. Gestern bekam er die Bestätigung. Berhalters Leistung war nicht übel, bei Olics 0:3 reagierte er zu langsam. Note: 4 © dpa
Fabian Johnson: Hatte einen schweren Stand auf links gegen Trochowski & Co. Nicht immer Herr der Lage. Ob ihm das Glück auch gegen Freiburg hold ist? Note: 4 © dpa
Sven Bender: Rackerte wie ein Berserker im defensiven Mittelfeld, erkämpfte Bälle, stellte Passwege zu. Reife Leistung. Note: 3 © dpa
Lars Bender: Sein Einsatz war wegen der gerade erst auskurierten Innenbandzerrung im Knie lange ungewiss, zahlte sich jedoch aus. Stark als Balleroberer, umsichtig als Passgeber. Unverzichtbar für die Löwen. Note: 3 © fishing4
ab 76.: Pourie: o.B. © Sampics
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Stefan Aigner: Ein frecher Hund, nicht nur mit dem Mundwerk. Der Urbayer aus Lochham bei Holzkirchen hat die darbende rechte Seite der Löwen wieder zum Leben erweckt. Schön herausgespielte Chance nach acht Minuten, Hamburgs Aogo bekam ihn nie richtig in den Griff. Das Foul gegen HSV-Keeper Rost und die gelbe Karte hätte sich Aigner freilich sparen können. Note: 2 © fishing4
ab 86.: Holebas: o.B. © Sampics
Daniel Bierofka: Mit Fäden in der noch nicht ganz verheilten Ferse lieferte der Kapitän gegen die starke rechte Seite der Hamburger eine ordentliche Partie. Die Belohnung: das Tor zum 1:3. Zur Galaform fehlt noch ein Stück (Fitness). Note: 3 © Sampics
Sascha Rösler: „Er ist der Typ Drecksack auf dem Platz, den wir brauchen", freute sich Daniel Bierofka über die Verpflichtung des Oberschwaben. Kostproben gab’s gestern einige zu sehen. Mit Demel und Mathijsen lieferte sich Rösler heftige Wortgefechte. Spielerisch blieb sein Beitrag allerdings doch sehr übersichtlich. Note: 4 © fishing4
Benny Lauth: Mangelnde Durchsetzungskraft hat ihm HSV-Legende Uwe Seeler in der tz bescheinigt. Gestern war Benny an alter Wirkungsstдtte viel unterwegs, konnte aber keine entscheidenden Akzente setzen. Note: 4 © Sampics

Auf der anderen Seite ein ähnliches Bild. Hamburg kam zwar zu Chancen, blieb aber zunächst ohne Durchschlagskraft. Erst säbelte Olic den Ball übers Tor (14.), dann verzog Ex-Bayer Marcell Jansen einen Gewaltschuss (15.). Die Hamburger hatten in Sachen Ballbesitz deutlich die Hoheit, aber sie wussten bis dahin nicht viel damit anzufangen.

Aber dann… Oje… Die 44. Minute: Tschauner spielt halbherzig in Richtung Gregg Berhalter. Ein Patzer des 1860-Keepers, der letztendlich zum Gegentor führt. Berhalter hat keine Chance, an den Ball zu kommen. Stattdessen stürmt HSV-Wirbler Piotr Trochowski dazwischen, passt zu Olic – und der zeigt, warum er bald für die Bayern auflaufen wird. Eiskalt spielt er Tschauner aus, versenkt den Ball aus gut fünf Metern ins lange Eck. ABER: Das Tor hätte nicht zählen dürfen. Denn Olic stand bei Trochowskis Pass im Abseits. Schiri Weiner sah’s nicht und entschied auf Tor.

In der zweiten Hälfte stieg dann die große Olic-Show. Minute 78: Auf Pass von Collin Benjamin schießt der zukünftige Bayer aus spitzem Winkel – der Ball rutscht unter Tschauner durch. Auch da ist der Löwen-Keeper zumindest mitschuld. Und er muss in der 85. Minute erneut hinter sich greifen. Wieder Olic, diesmal per Abstauber. Dass Daniel Bierofka in der 87. Minute noch den Löwen-Ehrentreffer machte, war kein Trost.

1860-Trainer Marco Kurz versuchte trotzdem, dem Spiel eine positive Seite abzugewinnen. Er meinte in Richtung Tschauner: „Das ist eine Hallo-Wach-Aktion fürs Wochenende.“ Am Sonntag geht’s gegen Freiburg.

Ludwig Krammer

Quelle: tz

Quelle: tz

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