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Albion Vrenezi bereut Türkgücü-Intermezzo: „Ich wollte da nie hin!“

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Von: Uli Kellner

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Gekommen, um zu bleiben: Im Leben von Albion Vrenezi scheint endlich wieder die Sonne – weil er schon als Kind zu 1860 wollte. sampics
Gekommen, um zu bleiben: Im Leben von Albion Vrenezi scheint endlich wieder die Sonne – weil er schon als Kind zu 1860 wollte. sampics © Stefan Matzke

Albion Vrenezi ist beim TSV 1860 München angekommen. Schon als Kinder wollte er für die Löwen spielen. Im dritten Anlauf hat der Wechsel geklappt.

Windischgarsten – Michael Köllner hat seine neun Sommer-Zugänge in Kategorien eingeteilt. Da seien Profis, die einen Karriereplan hätten und sich und die Löwen in die 2. Liga hieven wollen, ehe sie vielleicht weiterziehen. Köllner nennt die Talente-Fraktion um Fynn Lakenmacher und Meris Skenderovic. Und da seien Spieler, für die der Kultclub aus Giesing das Ziel aller Träume sei.

„Deren Karriere ist Sechzig“, weiß der Trainer und führt aus: „Die sagen sich: Hey, ich bin aus München. Die wollen nirgendwo anders mehr hin – außer man zwingt sie dazu. Für einen Traditionsverein ist so etwas enorm wichtig.“

TSV 1860 München: Albion Vrenezi wollte schon als kleiner Junge für die Löwen spielen

Neben Rückkehrer Tim Rieder nannte Köllner explizit Albion Vrenezi, beide 28 Jahre alt und beide froh, nach ihrem Türkgücü-Intermezzo nicht mehr umziehen zu müssen. Vrenezi, der in seiner Karriere ausschließlich für bayerische Clubs gespielt hat (von Unterföhring bis Regensburg), bestätigt auf Nachfrage die Köllner-Version eines dankbaren Neulöwen. „Ich hatte die ganze Zeit ein Lächeln im Gesicht“, blickt der Stürmer auf die Transfer-Anbahnungsphase im Frühjahr zurück: „Innerlich dachte ich mir: Endlich!“ Schließlich sei 1860 schon als kleiner Junge der Verein gewesen, „für den ich spielen möchte“.

Kontakt zu den Löwen habe es schon früher gegeben, berichtet Vrenezi, doch zweimal sei ein Wechsel „knapp davor“ gescheitert: 2015, als er noch in Unterföhring kickte (und schließlich zu Augsburg II ging) – und 2017, als 1860 abstieg und sich der damals 23-Jährige Relegationssieger Regensburg anschloss. Im dritten Anlauf hat es nun endlich geklappt, und nicht nur Vrenezi ist glücklich darüber, sondern auch Köllner, der sagt: „Mit seiner Spielweise hat Albi das Zeug zum Publikumsliebling.“

„Ehrlich gesagt: Ich wollte da nie hin.“

Albion Vrenezi über seinen Wechsel zu Türkgücü.

Vrenezi ist ein Dribbler mit Zug zum Tor, einer, der das Kicken noch auf dem Bolzplatz gelernt hat – und einer, der sich auch deshalb so auf 1860 freut, weil er bei Türkgücü das Kontrastprogramm erlebt hat. „Ehrlich gesagt: Ich wollte da nie hin“, gibt der in Sendling aufgewachsene Kosovare zu und schildert, wie ihn sein Berater zu einem Treffen mit den Perlachern nötigte. „Er fragte: Willst du dir das nicht mal anhören? Nee, will ich nicht, hab ich gesagt.“ Am Ende kam es doch zu einem Treffen, „wo sie mir das Gesamtprojekt vorgestellt haben. Trotzdem habe ich zweimal abgelehnt, ich wollte einfach nicht, aber beim dritten Mal, so ehrlich bin ich, war das Finanzielle so groß, dass ich gesagt habe: Wenn ich da zwei Jahre unterschreibe – das bekomme ich nirgendwo in der 2. Liga.“ Das Ende vom Lied: Vrenezi gab Regensburg einen Korb, auch Karlsruhe und Paderborn – um vorübergehend an der Heinrich-Wieland-Straße unglücklich zu werden.

Obwohl aus dem Traum vom großen Geld nichts wurde, kann Vrenezi längst wieder lachen. „Meine Mutter hat gesagt: Aus einer schlechten Sache kam das Beste für dich. Sie sagte: Du wolltest immer zu 1860 – jetzt bist du da. Türkgücü war unfair zu den Spielern, aber das ist abgehakt – ich schaue nur noch nach vorne.“ Frei nach Köllner: Da ist einer gekommen, um zu bleiben. (ULI KELLNER)

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