Aigner: "1860 ist mein Ein und Alles"

Stefan Aigner identifiziert sich voll mit den Löwen.
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Stefan Aigner identifiziert sich voll mit den Löwen.

Am vergangenen Freitag hatte sein Berater Michael Koppold den ersten Kontakt zu 1860-Geschäftsführer Stefan Reuter aufgenommen, drei Tage später war alles klar, der Vertrag bis Juni 2011 unter Dach und Fach.

Stefan Aigner ist ab sofort ein Löwe. Der 21-jährige Offensivmann wechselt ablösefrei von Arminia Bielefeld zu seinem Lieblingsverein zurück, für den er schon in der Jugend und in der Regionalliga gespielt hat. Wie groß seine Freude darüber ist, auf welcher Position er sich sieht und welche Ziele er hat, verrät Aigner im folgenden Interview.

Sie sind ja richtig aus dem Häuschen, dass es mit der Rückkehr an die Grünwalder Straße geklappt hat…

Aigner: Das kann man wohl sagen. 1860 ist mein Ein und Alles. Meine große Liebe. Schon als Kind bin ich immer in der Kurve im Grünwalder und im Olympiastadion gestanden und war später sogar Ballbub. Auch beim Champions-League-Spiel gegen Leeds im Jahr 2000. Dass ich jetzt wieder bei 1860 bin, in der Profimannschaft, das ist das Höchste für mich.

Ein Löwe kehrt zurück: Der TSV 1860 verpflichtet Stefan Aigner

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Wie drückt sich Ihre Zuneigung unter anderem aus?

Aigner: Na ja. In den eineinhalb Jahren, als ich ich bei der Arminia unter Vertrag stand, habe ich mich am freien Sonntag oft ins Auto gesetzt, bin nach München gefahren, habe mir die Löwen angeschaut und bin anschließend sofort wieder zurück nach Bielefeld.

Respekt. Das sind insgesamt 1200 Kilometer, und Siege haben Sie kaum erleben dürfen. Wird’s mit Ihnen besser? Über die Probleme die 1860 hat – jetzt wird wohl auch noch Gebhart verkauft – dürften Sie ja Bescheid wissen…

Aigner: Natürlich. Aber mein Ziel ist der Aufstieg.

Und wann?

Aigner: Warum nicht noch in dieser Saison? Es ist noch alles möglich.

Könnte es sein, dass Sie die zentrale Mittelfeldrolle von Timo Gebhart übernehmen?

Aigner: Darauf spekuliere ich nicht. Ich habe bei meinem Gespräch mit Marco Kurz gemerkt, dass er mich auf der rechten Außenbahn sieht.

Wie schlimm war es für Sie, dass Sie 2006 keinen Profivertrag bei 1860 bekommen haben und nach Burghausen in die 2. Liga gehen mussten?

Aigner: Natürlich wäre ich lieber geblieben, aber im Nachhinein war der Wechsel nach Burghausen schon gut. Ich war dort Stammspieler.

In Bielefeld nicht. Lediglich fünf Einsätze hatten Sie in den eineinhalb Jahren. Woran lag’s?

Aigner: Als ich im Sommer 2007 zur Arminia gegangen bin, habe ich mir gleich einen Meniskuseinriss zugezogen und bin ein halbes Jahr ausgefallen. Wenn dir so was gleich passiert, fällt es dir schwer, dich da oben wohlzufühlen. Ich habe einfach viel Pech gehabt.

1860 war ja nicht der einzige Verein, der Sie jetzt wollte. Auch ein Erstligist war interessiert. War das keine Überlegung wert?

Aigner: Als ich erfuhr, dass 1860 im Rennen ist, war klar, wo ich hin will.

Mit Burghausen haben Sie 2007 in der Allianz Arena mit 1:5 gegen 1860 verloren. Hat sich da der Löwen-Fan Aigner gefreut?

Aigner: So war’s natürlich nicht. Aber mein Vater hat vor dem Spiel gesagt, es wäre am besten, ich soll zwei Tore schießen, und am Ende sollen wir 2:3 verlieren.

Was ist jetzt bis zum Trainingsstart am 3. Januar angesagt?

Aigner: Mit meiner Freundin Laura verbringe ich einen fünftägigen Wellness-Urlaub in der Nähe des Zillertals und dann geht’s los bei 1860.

Interview: Claudius Mayer

Quelle: tz

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