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„Jeder ein Held“ - Kampfstarke Löwen gewinnen auch in Köln

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Von: Uli Kellner

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Eiskalter Vollstrecker: Marcel Bär traf zum 1:0-Sieg – sein viertes Tor in den letzten vier Spielen.
Eiskalter Vollstrecker: Marcel Bär traf zum 1:0-Sieg – sein viertes Tor in den letzten vier Spielen. © sampics / S. Matzke

Der TSV 1860 lässt sich auch vom Corona-Chaos nicht beirren und setzt seine Siegesserie in Köln fort. Auf Platz drei sind es nur noch fünf Punkte Rückstand.

Köln – Not soll bekanntlich erfinderisch machen. Den Beweis dafür trat der TSV 1860 in Köln gleich doppelt an. Der weißblaue Block auf der Viktoria-Tribüne legte nahe, dass der 1860-Anhang kreative Wege gefunden hat, um das ihm zustehende Gästekontingent von 75 Tickets aufzustocken. Parallel dazu zeigte Michael Köllners Rumpfelf, dass der ganze Verein derzeit bereit ist, Hindernissen zu trotzen.

Neun Ausfälle wegen Corona, Verletzungen und Neudeckers Gelbsperre? Auf dem Rasen des Höhenberg-Sportparks war davon über weite Strecken des Spiels nichts zu merken. Die Fans sangen lauter, die blau gekleideten Fußballer spielten vielleicht nicht besser, aber auf jeden Fall leidenschaftlicher – und als aus der Not geborene Einheit erfolgreich. Am Ende stand ein 1:0-Sieg, den Marcel Bär nach einem feinen Steckpass von Keanu Staude (39.) herausgeschossen hatte.

„Alle haben gefightet wie die Löwen.“

Michael Köllner war stolz auf die Leistung seiner Mannschaft.

„Wir sind in der Lage eine Mannschaft auf den Platz zu schicken, die punkten kann“, hatte Trainer Michael Köllner versprochen – und Wort gehalten. Sicher: Ohne drei Monsterparaden von Marco Hiller wäre es wohl nichts geworden aus dem Dreier, doch der Torwart wollte sein herausragendes Spiel nicht überbewerten. Angesichts der angespannten Personallage sei „jeder ein Held, der die drei Punkte geholt hat“, sagte Hiller bei MagentaSport: „Andere Mannschaften wären schon vor dem Spiel verzweifelt – bei uns war das nie ein Thema. Jetzt gilt es ruhig zu bleiben, wir sind auf einem super Weg, wenn man sieht, was wir als Team geleistet haben. Da ist viel möglich.“

In der Tabelle zum Beispiel der Sprung auf Platz drei, sollten die Löwen ihre beiden Nachholspiele gewinnen. Bezeichnend: Matchwinner Bär fiel nach dem Schlusspfiff um, wie vom Blitz getroffen – „weil jeder alles aus sich herausgeholt hat“, wie Sitzberger schwärmte. „Wenn ein Köllner nach Köln kommt, dann will er auch mal gewinnen.“, scherzte der 1860-Coach: „Wir haben alles reingeworfen und verdient gewonnen. Nach der turbulenten Woche bin ich froh, dass wir die drei Punkte mitgenommen haben. Ich bin sehr stolz. Alle haben gefightet wie die Löwen. Um in Köln zu gewinnen, brauchst du eine Riesenleistung.“

TSV 1860: Kaltgetränke auf der Heimfahrt

Nicht verschweigen sollte man, dass gestern auch eine gehörige Portion Dusel im Spiel war, doch unter dem Strich war es ein Sieg der Moral. Immer fand sich noch ein Körperteil, um einen Ball aus dem Strafraum zu dreschen. Die Kölner Verzweiflung wurde sichtbar, als der hochbegabte Niklas May nach einem Frustfoul vom Platz flog (87.). Andererseits: Tallig (18.) und Linsbichler (81.) hatten auch Chancen, um den Sieg üppiger ausfallen zu lassen.

Genug Stoff jedenfalls für mythische Reiseerzählungen. Doch war auch genug Stoff im Buskühlschrank für eine feuchtfröhliche Heimfahrt? „Ich hoffe“, sagte Hiller und drohte im Scherz: „Sonst fahr’ ich mit dem Zug heim.“ (Uli Kellner)

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