Saison-Fortsetzung entscheidet sich am 25. Mai 

FC Bayern greift Unterhaching und TSV 1860 unter die Arme

Die bayerischen Vereine stimmten geschlossen für eine Fortsetzung der Saison.
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Die bayerischen Vereine stimmten geschlossen für eine Fortsetzung der Saison.

Die Drittligisten haben sich am Montag mit einer knappen Mehrheit für die Fortsetzung der Saison ausgesprochen. Die DFL schnürte zudem ein Hilfspaket für die 3. Liga.

  • Die 3. Liga hat sich am Montag in einer knappen 10:8-Abstimmung auf die Fortsetzung der Saison geeinigt. 
  • Die Vereine der Frauen-Bundesliga und der 3. Liga erhalten außerdem 7,5 Millionen Euro als Finanzierungshilfe, die von den vier Champions-League-Teilnehmern zur Verfügung gestellt werden.
  • Der DFB lädt für den 25. Mai zu einem außerordentlichen Bundestag, an dem weitere Entscheidungen folgen sollen.

München - Der Streit über eine Fortsetzung der Saison in der 3. Liga drohte zuletzt völlig aus dem Ruder zu laufen. Der DFB hoffte auf eine Einigung aller Vereine, diese war jedoch zu keinem Zeitpunkt möglich. Mitten in die Diskussionen hinein schnürte die DFL ein finanzielles Hilfspaket. Am Montagabend sprachen sich dann die Drittligisten mit einer knappen Mehrheit für die Saison-Fortsetzung aus. Wir geben einen Überblick über die Ereignisse der vergangenen Wochen.

Die Anfänge des Streits unter den Drittligisten

Am Donnerstag, den 16. April, demonstrierten zunächst die bayerischen Vereine der 3. Liga ihre Einigkeit über die Fortsetzung der Saison. Sie machten klar, dass eine Fortsetzung der Saison aus ihrer Sicht alternativlos ist.

Einen Tag später folgte der Konter. Acht Klubs, die allesamt von einem Saisonabbruch profitieren würden, darunter auch der SV Waldhof Mannheim, veröffentlichten eine gemeinsame Stellungnahme, in der sie dieses Szenario forderten. Die Vereine hoben hervor, dass der Fußball, vor allem in der 3. Liga, keine Sonderrolle für sich beanspruchen darf.

Der DFB mahnte und rief zum Zusammenhalt aller Vereine auf.  „Öffentliche Konfrontationen beschädigen - völlig unabhängig vom Inhalt der einzelnen Meinungen - die 3. Liga und ihre Vereine. Darüber hinaus tragen sie nicht zu Lösungen bei, sondern erschweren sie nur“, sagte Tom Eilers, Vorsitzender des Ausschusses 3. Liga. Die Diskussionen köchelte dennoch weiter.

DFL beschließt 7,5 Millionen-Hilfsfonds

Am vergangenen Donnerstag beschloss die DFL einen Hilfsfonds für die 3. Liga und die Frauen-Bundeslig a. 7,5 Millionen Euro umfasst das Paket, das aus eigenen Mitteln der Champions League-Teilnehmer um den FC Bayern finanziert wird. Insgesamt werden 25 Klubs zu gleichen Teilen an dem Fonds beteiligt, sodass jeder Verein wohl 300.000 Euro erhält. Teams aus DFL-Klubs, darunter auch derFC Bayern 2 und die Frauen-Mannschaft des Rekordmeisters, verzichten auf ihren Anteil. Der TSV 1860 und die SpVgg Unterhaching hingegen können sich über finanzielle Unterstützung freuen.  

Claus Schromm hatte die Idee eines Verteilungsschlüssels. Nach dem Modell des Hachinger Trainers würden Vereine mit mehr Zuschauern höhere Beträge erhalten. Ein Beschluss des DFB-Präsidiums, der einstimmig getroffen worden ist, sieht jedoch vor, dass aus dem Topf die Kosten für die Testungen zentral gezahlt werden. Die weiteren Ausschüttungen sollen anteilig nach jedem durchgeführten Spieltag erfolgen. DFB-Präsident Fritz Keller lobte die Hilfe der DFL als „starken Akt der Solidarität“.

Corona-Todesfall im Umfeld des SV Waldhof Mannheim

Am vergangenen Wochenende machte Markus Kompp, der Geschäftsführer des SV Waldhof Mannheim, bekannt, dass es, bereits Ende März, einen Corona-Todesfall im unmittelbaren Umfeld eines Spielers gab. Der Tabellenzweite sah sich in seiner Forderung nach einem Saisonabbruch bestätigt. 

Einigen Vertretern anderer Drittligisten stieß dieses Vorgehen übel auf. Sie warfen den Mannheimern vor, den tragischen Todesfall für eigene Zwecke zu missbrauchen. „Dass Sie sich in Ihren Ausführungen, die causa Spielfortsetzung in der 3. Liga, nun über die Expertise der medizinischen Task-Force der DFL stellen, und den tragischen Vorfall in Ihren Klub sportpolitisch positionieren, soll jeder aus moralischer Sicht selber bewerten“, sagte Günther Gorenzel, Geschäftsführer des TSV 1860, in einer E-Mail.

Abstimmung über die Fortsetzung der Saison

Am Montag lud der DFB Vertreter der 20 Drittligisten zu einer Video-Konferenz ein. Mit einer knappen Mehrheit von 10:8, bei zwei Enthaltungen, sprachen sich die Vereine für eine Fortsetzung der Saison aus. Der DFB-Vizepräsident Peter Frymut h erklärte: „Das Ergebnis der Abfrage ist von allen zu respektieren und akzeptieren. Auch wenn das Bild nicht einheitlich ist, besteht eine mehrheitliche Meinung unter den Clubs, wie im Falle einer veränderten behördlichen Verfügungslage verfahren werden sollte.“ Die bayerischen Vereine stimmten geschlossen für die Fortsetzung, ebenso wie Eintracht Braunschweig, Hansa Rostock, der KFC Uerdingen, Viktoria Köln und der Chemnitzer FC, der seine Meinung im Vergleich zu den vorherigen Tagen und Wochen änderte. 

Der 1. FC Kaiserslautern und der SV Meppen enthielten sich. Die restlichen Vereine stimmten für einen Abbruch der Saison. Darunter auch der Tabellenführer MSV Duisburg, wenngleich er sich für eine Saison-Fortsetzung aussprach. „Sollte gespielt werden, darf das nicht zu einer sportlichen Wettbewerbsverzerrung führen. Heißt: eine Aussetzung des Abstiegs darf es dann nicht geben. Jeder Punkt und jeder Platz müssen so wichtig sein wie bislang", erklärte Sportdirektor Ivo Grlic in einer Vereins-Mitteilung. Da dieser Punkt nicht klar geregelt war, stimmten die Zebras mit „nein“.

Frieden noch nicht in Sicht

Eilers, der Vorsitzende des Ausschusses 3. Liga, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis, kritisierte jedoch den Umgang der Vereine untereinander: „Wir haben einen intensiven Diskussionsprozess (...) hinter uns, in dessen Verlauf leider an einigen Stellen der angemessene Ton verloren gegangen ist. Ich habe nun den Wunsch und die klare Erwartungshaltung, dass wieder mehr Sachlichkeit, Ehrlichkeit und Ruhe im Sinne der gemeinsamen Sache einkehrt.“

Die Erfüllung dieses Wunsches, bleibt zu bezweifeln. Es werden weitere Probleme auf die3. Liga zukommen. Beispielsweise hat die Stadt Halle Geisterspiele untersagt. Zudem bestehen Unklarheiten, wann die Saison wieder starten und bis wann man sie zu Ende gespielt werden könnte. Ein Teil der Teams befindet sich aktuell im Kleingruppen-Training, acht Teams sind bislang hingegen noch gar nicht in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt.

DFB kündigt außerordentlichen Bundestag an

Wie es genau weitergeht, wird nach einer Meldung vom Donnerstag am 25. Mai entschieden. Ab 13 Uhr bittet der DFB zu einem Außerordentlichen Bundestag, der virtuell durchgeführt werden wird. Die 262 Delegierten sollen in digitaler Form teilnehmen und so auch ihr Stimmrecht ausüben können, wie der DFB schrieb. Zentrales Thema des Bundestages sind die Auswirkungen der Krise auf den deutschen Fußball.

„Es wird daher Beratungen und Beschlussfassungen über die Durch- und Fortführung beziehungsweise den möglichen Abbruch von DFB-Spielklassen einschließlich der erforderlichen Entscheidungen über Auf- und Abstieg und die gegebenenfalls notwendigen Änderungen der Statuten geben“, hieß es. Dies betrifft unter anderem die 3. Liga, die Frauen-Bundesliga sowie die 2. Bundesliga der Frauen.

Knappes Zeitfenster für die 3. Liga

Eine Beendigung der 3. Liga bis zum 30. Juni wird dadurch wieder unwahrscheinlicher. Elf Spieltage sind noch offen. Selbst wenn der DFB-Bundestag aus Sicht der Klubs positiv verlaufen sollte, läuft den Vereinen die Zeit davon. Geht man von einer zweiwöchigen Vorlaufzeit bis zum Re-Start aus, droht den Spielern und Klubs eine knackiges Programm bis Ende Juni. 

Text: Patrick Huljina

Amateure helfen in der Krise

Abbruch oder Saisonfortsetzung? Die Zukunft der 3. Liga könnte womöglich erst Ende Mai auf einem DFB-Bundestag geklärt werden*.

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