Unruhe im Verein frustriert 1860-Spieler

"Vor 50.000 Fans spielen wir so schnell nicht mehr"

Köln - Seit Monaten herrscht bei 1860 große Unruhe, Spieler und Trainer sind genervt. Am Ende einer turbulenten Woche brach bei den Löwen der ganze Frust über den jordanischen Zirkus heraus.

Ich bin stolz, dass wir solch eine Moral gezeigt haben, nachdem wir seit Wochen von allen Seiten nur auf die Fresse bekommen haben“, sagte Trainer Alexander Schmidt nach dem 1:1 (0:1) von 1860 München beim 1. FC Köln.

bei Offensivspieler Daniel Halfar, der mit seinem Tor (78.) den Lohn für eine starke Leistung sicherte, war richtig genervt. „Alle sagen immer, wir sollen uns auf unsere Arbeit konzentrieren und unsere Leistung bringen“, sagte er dem SID: „Aber wir kriegen das alles mit. Und es belastet uns natürlich. Wir sind Angestellte des Vereins. Es wäre schön, wenn endlich mal alle an einem Strag ziehen würden und es sich mal wieder ein bisschen mehr um Sport drehen würde.“

Löwen-Remis in Köln - Nur einer bekommt die Note zwei

Das Remis des TSV 1860 München beim 1. FC Köln in Bildern. © dpa
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Das Remis des TSV 1860 München beim 1. FC Köln in Bildern. Am Ende der Fotostrecke finden Sie wie immer die Noten für die Löwen-Spieler. © getty
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Das Remis des TSV 1860 München beim 1. FC Köln in Bildern. © dpa
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Das Remis des TSV 1860 München beim 1. FC Köln in Bildern. © dpa
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Das Remis des TSV 1860 München beim 1. FC Köln in Bildern. Am Ende der Fotostrecke finden Sie wie immer die Noten für die Löwen-Spieler. © getty
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Das Remis des TSV 1860 München beim 1. FC Köln in Bildern. © dpa
Das Remis des TSV 1860 München beim 1. FC Köln in Bildern. © dpa
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Das Remis des TSV 1860 München beim 1. FC Köln in Bildern. © dpa
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Gabor Kiraly: Note 3 © getty
Moritz Volz: Note 4+ © getty
Guillermo Vallori: Note 4 © getty
Kai Bülow: Note 4 © getty
Grzegorz Wojtkowiak: Note: 5 © getty
Dominik Stahl: Note 4 © getty
ab 53. Daniel Bierofka:Note 4- © getty
Malik Fathi: Note 3- © sampics
Moritz Stoppelkamp: Note 3+ © getty
Marin Tomasov: Note 4 © getty
ab 46. Rob Friend: Note 2 © MIS
Daniel Halfar: Note 3 © getty
Benjamin Lauth: Note 4+ © getty
ab 82. Bobby Wood: o.B. © getty

Hinterberger braucht Überzeugunskraft

Denn der Sport spielte beim Fußball-Zweitligisten in den vergangenen Wochen eine Nebenrolle - zum Leid der Verantwortlichen. „Das Thema begleitet uns seit Winter immer wieder. Und nun hat es sich zugespitzt“, sagte Sportdirektor Florian Hinterberger dem SID. Unter anderem, weil die Klubführung der Forderung nach Hinterbergers Rauswurf nicht nachgekommen war, hatte der jordanische Investor Hasan Ismaik unter der Woche drei Darlehensverträge in Höhe von rund zehn Millionen Euro gekündigt. Am Donnerstagabend fiel zu allem Überfluss Interimspräsident Hep Monatzeder bei einer Delegiertenversammlung durch.

„Ich mache meine Arbeit, über den Rest versuche ich mir keine Gedanken zu machen“, erklärte Hinterberger: „Die Hoffnung, dass Ruhe einkehrt, habe ich immer.“ Seine Aufgabe, für die kommende Saison eine aufstiegsfähige Mannschaft aufzubauen, ist derzeit aber alles andere als einfach umzusetzen. Immerhin, die Mittel wurden ihm nach Ismaiks Ankündigung noch nicht gekürzt. „Ich habe bisher das Zeichen bekommen, ganz normal weiterzuarbeiten“, sagte er.

Doch natürlich fällt es schwer, umworbene Spieler von 1860 zu begeistern. „Natürlich kommen bei den Verhandlungen die Fragen nach unserer Situation“, erklärte Hinterberger: „Aber da muss man eben Überzeugungsarbeit leisten.“

Wer könnte nun 1860-Präsident werden? Die möglichen (und unmöglichen) Kandidaten

Autsch! Hep Monatzeder ist bei der Delegiertenversammlung böse abgewatscht worden. Jetzt muss der Aufsichtsrat binnen weniger Tage einen neuen Präsidentschaftskandidaten bestellen. "Die Bewerber stehen natürlich nicht Schlange", erklärte Vize Heinz Schmidt © Christina Pahnke / sampics
DIETER SCHNEIDER: Vize Heinz Schmidt erklärte: "Schneider könnte eine Option sein, aber das ist nicht meine Aufgabe." Dazu erklärte ja Investor Hasan Ismaik, dass sein Verhältnis zu ihm doch gar nicht so schlecht gewesen sei. Doch Schneider wäre nur bei einem kompletten Neustart zu haben. Hieße: Der Verwaltungsrat müsste weg. Weil es dazu nicht kommen wird, wird Schneider wohl auch kein Comeback feiern. © dpa
CHRISTIAN WAGGERSHAUSER: Die Rede des Aufsichtsrats kam bei den Delegierten sehr gut an. Der wäre doch einer! So etwas tuschelte mancher der Anwesenden. Allerdings: Der Chef der Muffathalle soll schon erklärt haben, dass er kein Interesse hat am Präsidentenposten. © Schlaf
HERBERT BERGMAIER (r.): Der Name des 1. Vorsitzenden der Fangruppierung Pro1860 wird seit der Delegiertenversammlung immer wieder gemunkelt. Ist er ein ernshafter Kandidat? Noch hat er sich nicht öffentlich geäußert. © Kaindl
ERICH MEIDERT: Seine größten Vorteile: Er kann gut mit Investor Hasan Ismaik! Und: Er will! Meidert ist bisher der einzige, der sich klar dazu bekannt hat. Sein frühes Bekenntnis, Präsident werden zu wollen, kam allerdings nicht bei allen gut an. Auch der Aufsichtsrat hat Vorbehalte. © sampics / Stefan Matzke
JÜRGEN LANGER: Der Münchner Rechtsanwalt brachte sich vor einigen Wochen ins Gespräch, um Dieter Schneider abzulösen. Der Aufsichtsrat sagte ihm klipp und klar, dass er dafür keine Chancen hat. Das wird sich jetzt auch nicht geändert haben. © Unfried
HEINZ SCHMIDT: Der Rechtsanwalt kam quasi aus dem Nichts und wurde Vize. Sein Nachteil: Hep Monatzeder, der ja eine klare Schlappe erlitten hat, hat ihn berufen. Sein Vorteil: Die Delegierten sollen bei der Versammlung einen guten Eindruck von ihm gewonnen haben. Allerdings war zu hören, dass Schmidt nicht zur Verfügung steht. © sampics / Stefan Matzke
CHRISTIAN HOLZER (l.): Auch den Ex-Keeper holte Hep Monatzeder als Vize ins Team. Würde er zum Oberlöwen aufsteigen, hätten die Sechziger einen jungen Mann an der Spitze. Holzer ist erst 36. "Er hat einen guten Eindruck auf mich gemacht", lobte Meisterlöwe Fredi Heiß nach der Delegiertenversammlung. Jedoch soll auch er erklärt haben, dass er nicht Präsident werden möchte. © Christina Pahnke / sampics
HAMADA IRAKI: Als "Heiner Geißler von Giesing" hat er bei vielen Löwen immer noch einen Stein im Brett. Inzwischen hat er sich jedoch weitestgehend von den Löwen zurückgezogen, dazu soll sein Verhältnis zu Hasan Ismaik nicht mehr das beste sein. Kurzum: Iraki ist kein ernsthafter Kandidat. © M.I.S.
OTTO STEINER: Schon als Dieter Schneiders Abschied feststand, wollte der Aufsichtsratschef nicht Präsident werden, wohl auch aus beruflichen Gründen. Das hat sich wohl auch jetzt nicht geändert. © sampics / Stefan Matzke
SIEGFRIED SCHNEIDER: Der Aufsichtsrat erklärte vor einigen Wochen, er stünde nicht zur Verfügung. Das hat sich jetzt wohl nicht geändert. © sampics / Stefan Matzke
WOLFGANG HAUNER: Als Vize ging er gemeinsam mit Dieter Schneider. Von ihm war zuletzt wenig zu hören. Ob er Ambitionen hegt, ist unklar. © sampics / Stefan Matzke
ALBRECHT VON LINDE: Er war bereits von März 2007 bis Mai 2008 Präsident der Löwen. Nachdem er vom damaligen Geschäftsführer Stefan Ziffzer attackiert wurde ("Der Fisch stinkt immer vom Kopfe, und ich sage ihnen: Unser Kopf ist der Präsident."), entließ von Linde ihn und nahm wenig später selbst seinen Hut. Gegenüber dem Pay-TV-Sender Sky äußerte sein interesse, als "Sanierer" einspringen zu können. © sampics
HANS SARPEI: Oder Chuck Norris? Oder Christl Estermann? Die Fans bringen derzeit natürlich im Scherz noch andere Namen ins Spiel. Vielleicht hilft aktuell nur Galgenhumor. Oder aber ist das Thema zu ernst für Witze? © dpa
THEO WAIGEL: Über den Ex-Finanzminister gab es Gedankenspiele, bestätigte Otto Steiner. Aber er steht nicht zur Verfügung. © picture alliance / dpa
MISTER X: Nicht unwahrscheinlich ist auch, dass plötzlich ein Name ins Spiel kommt, den keiner auf dem Zettel hat. Es bleibt spannend bei 1860 ... © dpa

1860 spielt die Arena leer - Fans bleiben zu Hause

Daniel Bierofka freute sich auf das Spiel in Köln. Gegen Union Berlin werden am kommenden Wochenende wieder deutlich weniger Fans in der Allianz-Arena sein.

Dies gilt sicher auch für die aktuellen Spieler, die die Entwicklung mit Sorge betrachten. Oder mit bitterer Ironie. „Wir haben uns auf dieses Spiel gefreut“, sagte Ex-Nationalspieler Daniel Bierofka: „Vor 50.000 Zuschauern werden wir so schnell nämlich nicht mehr spielen.“ In der 71.000 Besucher fassenden Allianz-Arena verloren sich beim letzten Heimspiel der Löwen gegen den FSV Frankfurt ganze 14.200 Zuschauer. Auch Bierofka fällt die Konzentration auf das Wesentliche derzeit nicht leicht. „Wir versuchen das alles so gut es geht auszublenden. Mal klappt es besser, mal weniger“, sagte er lapidar: „Ich hoffe einfach, dass bald endlich mal Ruhe einkehrt. Im Juni ist eine Mitgliederversammlung, dann hoffe ich, dass wir einen Präsidenten haben werden, und dann schauen wir, wie es weitergeht.“

Man darf gespannt sein.

SID

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