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Das große Derby-Doppel-Interview

Bierofka und Schromm vor dem Derby im Trainer-Interview: Schon nervös, meine Herren?

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1860-Trainer Daniel Bierofka und Claus Schromm im Interview. 

Die beiden Trainer Daniel Bierofka und Claus Schromm im großen Interview. Am Dienstagabend spielen die Löwen und die Hachinger vor ausverkauftem Haus. 

Sechzig gegen Haching - Am Dienstagabend Abend um 19 Uhr geht’s auf Giesings Höhen um die Vorherrschaft in der Dritten Liga! Vor ausverkauftem Haus wollen die Löwen ihren Positivtrend fortsetzen und die Hachinger ihren Negativlauf beenden. „Vor ein paar Monaten mussten wir Haching noch mit dem Fernglas suchen, jetzt begegnen wir uns auf Augenhöhe“, sagt 1860-Trainer Daniel Bierofka (40). Auch Kollege Claus Schromm (49) sieht die Chancen bei 50:50: „Wir wollen Sechzig wehtun und uns nicht wieder ins eigene Knie schießen.“ Während Bierofka nur auf seine Langzeitverletzten verzichten muss, fallen Schromm kurzfristig Dominik Stahl (Zehenbruch) und Luca Marseiler (muskuläre Probleme) aus. Wir trafen die beiden Trainer zum großen Derby-Doppel-Interview.

Herr Bierofka, was macht Ihr Puls, der nach dem 1:0-Sieg in Wehen noch bei 150 bis 180 lag?

Bierofka: Geht schon wieder, danke (lacht). Sechs Stunden Rückfahrt im Bus, daheim dann die Familie - jetzt ist er wieder im normalen Bereich.

Und Ihrer, Herr Schromm?

Schromm: Der war Sonntagfrüh noch relativ hoch. Gegen Meppen wäre einfach viel, viel mehr drin gewesen.

Woran liegt’s, dass die Hachinger Formkurve im neuen Jahr nach unten zeigt?

Schromm: Uns wurde in der Winterpause brutal der Arsch gepudert, wenn ich das mal so sagen darf. Damit muss man erst mal klarkommen. Das war ein Lernprozess, den wir alle gemacht haben - da nehme ich mich nicht aus.

Kommt das Derby jetzt gerade recht? Haching hat ja meistens gut ausgesehen gegen die Löwen.

Schromm: Das Derby kommt immer recht. Am liebsten würden wir immer gegen 1860 spielen - dann wäre unser Stadion auch immer ausverkauft (lacht).

Was überwiegt bei Ihnen, Herr Bierofka: Vorfreude oder ein gewisses Unbehagen, weil Niederlagen gegen Haching schwer verziehen werden?

Bierofka: Unbehagen hab ich nie vor einem Spiel. Wir haben Respekt vor Unterhaching und wissen, dass da die nächste Monsteraufgabe auf uns zukommt. Aber man muss schon auch überzeugt sein von der eigenen Mannschaft.

Im Moment würden Sie lieber auswärts spielen, nehmen wir an.

Bierofka: Weil wir zuletzt zweimal zu Hause verloren haben? Ich weiß schon: Jetzt haben wir die Heimkrise. In der Hinrunde hatten wir eine Auswärtskrise. Dann kam die Standardkrise.

Nicht zu vergessen: Die Krise mit den späten Gegentoren.

Bierofka: Zum Glück haben wir die zuletzt widerlegt (lacht). Eigentlich ist immer Krise bei uns.

Wissen Sie noch, wann Sie sich kennengelernt haben?

Bierofka: So richtig erst vor Kurzem, oder? Über den Weg gelaufen sind wir uns auch früher bei 1860. Aber da hab ich ihn noch nicht so richtig realisiert.

Schromm: (lacht) Klar, ich war ja nur der U 19-Trainer.

Bierofka: Leider ist das so, wenn man Profi ist. Man lebt da sehr in seiner Welt.

Sie waren ja auch mal ein Jahr in Unterhaching, Herr Bierofka.

Bierofka: Ja, lange her. Als ich noch bei der SpVgg Feldmoching war, bin ich U 15-Nationalspieler geworden. Ich hatte eine Anfrage von Bayern und eine von Sechzig, bin dann aber nach Unterhaching gewechselt. Zusammen mit meinem besten Spezl Maximilian Huber. Stefan Leitl war damals Kapitän der B-Jugend. Es ging sehr familiär zu - das hat mir einfach gefallen.

Sie, Herr Schromm, haben Ihre Zeit bei 1860 nicht so gut in Erinnerung. Vor dem Hinspiel sagten Sie wörtlich, Sie seien als 1860-Fan gekommen - und als das Gegenteil eines Fans gegangen.

Schromm: Ich komme halt aus einem stockblauen Zuhause. Hätte ich als Kind „Bayern“ geschrieben, hätte mich mein Vater wahrscheinlich vor die Tür gesetzt. Irgendwann ist man U 19-Trainer bei 1860 und denkt sich: Hoppsala! Was für eine geile Geschichte. Es waren halt ein paar strategische Geschichten, die ich nicht nachvollziehen konnte. Die kommen bei 1860 leider immer wieder vor, wie Daniel sicher bestätigen kann.

Können Sie, Herr Bierofka?

Bierofka: Man lernt damit zu leben, ganz einfach. Wenn du bei 1860 arbeitest, musst du das abkönnen. Jetzt bin ich in einer Position, wo ich was verändern kann. Das ist seit dem ersten Tag mein Bestreben. Mir geht’s nicht um links, nicht um rechts, sondern um den Verein.

Im Werben um Talente hat Haching im Moment wohl die besseren Karten. Hätten Sie das für möglich gehalten, Herr Schromm?

Schromm: Um die Jahrtausendwende war ich U 19-Trainer in Unterhaching. Damals haben wir es uns gar nicht getraut, um einen Spieler zu bemühen, den auch Bayern oder Sechzig auf dem Schirm hat. Als ich bei 1860 war, war Haching ein Hin-und-Mit-Laden. Wir sind hingefahren, haben gewonnen und den Besten mitgenommen. So war das. Dann kam das NLZ. Wenn Manni Schwabl vor fünf, sechs Jahren nicht gesagt hätte, wir setzen voll auf die Jugend, dann wären wir mit der Jugend heute nicht hier. Als wir abgestiegen sind, hat er die Zahl der hauptamtlichen Nachwuchstrainer erhöht. Ich hoffe, dass die Löwen sich besinnen.

Wie wichtig wäre jetzt der Derbysieg für den weiteren Saisonverlauf?

Schromm: Für uns könnte es elementar sein. Wie ich meine Truppe kenne, käme da ein richtiger Kick rein.

Bierofka: Wir haben uns von hinten herausgekämpft. Für mich ist es jetzt entscheidend, den Weg weiterzugehen - und nicht alles an einem Spiel fest zu machen. Man darf sich als Trainer nicht von Tagessachen beeinflussen lassen. Wenn wir gegen Unterhaching verlieren, kriegen wir wieder sauber auf den Deckel. 

Wenn Sechzig aber gewinnt, geht die Träumerei vom Aufstieg los . . .

Bierofka: Wenn wir dreimal verlieren, steigen wir ab. Wenn wir dreimal gewinnen, steigen wir auf.

Und kauft einen Brasilianer…

Bierofka: Das hat der Lexi gesagt, das ist der alte Ringlstetter-Spruch (lacht). Es ist aber wichtig, dass wir das Bild vom leidenden Löwen mal abstreifen. Dieses Selbstmitleid kann ich nicht mehr hören. Wir sind Sechzig, haben eine tolle Tradition. In Wehen-Wiesbaden sind 3000 Leute, da kann man auch ein bisschen stolz sein auf den Verein. Das geht mir auf den Keks, wenn ich Löwen-Fans höre, die sagen: Ich bin seit 52 Jahren leidender Löwen-Fan. Wieso leidend? Sei doch stolz, auch wenn es manchmal schwer ist. Entweder ich bin ein Löwe oder ich bin keiner. 

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Interview: Uli Kellner, Christopher Meltzer

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