Duell in der 3. Liga

Treffen der Chaos-Klubs: Löwen und Chemnitz haben nicht nur auf dem Platz Probleme

Ein Problem von 1860 München ist die Akzeptanz des Investor Hasan Ismaik bei den Fans.
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Ein Problem von 1860 München ist die Akzeptanz des Investor Hasan Ismaik bei den Fans.

1860 München will in Chemnitz eine Serie brechen. Zuletzt hat der Verein von Trainer Daniel Bierofka auswärts sieben Partien in Folge verloren.

München - Bei den einen herrscht rasender Stillstand zwischen Präsidium und Investor, die anderen müssen sich mit einem Insolvenzverfahren und rechtsradikalen Hasenhirnen auseinandersetzen. Wenn der TSV 1860 am Freitag zum Auftakt des siebten Drittliga-Spieltags beim Chemnitzer FC antritt, begegnen sich die derzeit wohl größten Chaos-Klubs des deutschen Profifußballs – aus Sicherheitsgründen bereits um 18 Uhr statt wie üblich eine Stunde später.

Auch sportlich herrscht nahezu Augenhöhe zwischen den beschädigten Traditionsmarken. Chemnitz ist als Aufsteiger mit drei Niederlagen und drei Unentschieden gestartet, die Löwen haben nur zwei Punkte mehr auf ihrem Konto. „Es wird ein aggressives Spiel“, prophezeit 1860-Trainer Daniel Bierofka. Der vom DFB eingeteilte Schiedsrichter Franz Bokop (29) pfeift sein erstes Drittligaspiel in dieser Saison.

1860 München: Zuletzt sieben Auswärtsniederlagen in Folge

Ob’s auch für die Löwen eine Premiere wird? Der letzte Auswärtssieg gelang den Sechzigern am 9. März beim 1:0 in Wehen, seitdem setzte es auf fremden Plätzen sieben Niederlagen in Serie – bei einem Torverhältnis von 4:24.

1860-Trainer Daniel Bierofka sprach der Mannschaft zuletzt die Drittligatauglichkeit ab.

„Jedes Spiel ist eine neue Chance, um diese Serie zu durchbrechen. Das werden wir mit aller Macht versuchen“, sagte Bierofka vor der Abfahrt nach Sachsen. Was ihm Hoffnung mache nach der jüngsten 1:5-Abreibung von Magdeburg? „Wir haben Klartext gesprochen. Die Mannschaft war sehr einsichtig. Und die Reaktion im Training war gut, die Jungs haben sehr engagiert trainiert.“

Über Aufstellung und taktische Ausrichtung wollte Bierofka nichts verraten. Dafür sah er Klärungsbedarf in Sachen Drittligatauglichkeit. Seine Aberkennung der selbigen sei nur temporär gemeint gewesen. „Ich stehe zu hundert Prozent hinter der Mannschaft. Die Basisdinge muss ich verlangen können. In Magdeburg waren wir an dem Tag nicht drittligatauglich. Aber wir haben in dieser Saison unsere Drittligatauglichkeit schon bewiesen – ausgenommen die erste Halbzeit gegen Münster, die zweite gegen Mannheim und eben beide in Magdeburg.“

1860 München hofft noch auf Transfers

Fehlen wird in Chemnitz Außenstürmer Benjamin Kindsvater, der mit Schulterproblemen zu Hause blieb. Fehlen wird auch noch der neue Stürmer, den die Löwen bis zum Transferschluss am 2. September noch eintüten wollen. „Günther Gorenzel ist noch am arbeiten“, sagte Bierofka über den Sportgeschäftsführer. „Es gab einige Kandidaten, die wir aus verschiedenen Gründen nicht machen konnten. Einerseits ging’s um die Vertragslaufzeit, andererseits ums Finanzielle. Und andere Vereine haben mit diversen Spielern schon länger gesprochen. Wir haben noch ein bis zwei Personalien, die Günther Gorenzel versucht, abzuarbeiten. Ich hoffe, dass irgendwann Vollzug gemeldet werden kann.“

Klar ist, dass das von Investor Ismaik versprochene Budget nur für ein Leihgeschäft reichen wird. Kandidat Daniel Hanslik (Holstein Kiel) hat sich noch nicht entschieden, auch über eine Rückkehr von Prince Owusu (Bielefeld) wird weiterhin spekuliert, wie tz.de* berichtet.

Hier gibt es den Live-Ticker zur Partie in Chemnitz.

lk

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

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