Sportdirektor stützt Torlos-Stürmer

Hinterberger: "Lasse Lauth nicht fallen"

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Benny Lauth hat seit dem 9. August kein Tor mehr in der 2. Bundesliga erzielt.

München - Damit die Löwen in der Rückrunde dauerhaft im Aufstiegskampf mitmischen können, benötigen sie Tore, Tore und noch einmal Tore. Die hat auch Stürmer Benny Lauth nötig. Es geht um seine sportliche Zukunft.

Torlos-Stürmer Benny Lauth - beim Auftakt gegen Fortuna Düsseldorf am 10. Februar wird es sechs Monate und einen Tag her sein, dass der einstige Torjäger das letzte Mal für die Löwen in der 2. Bundesliga einnetzte. Eine Flaute, wie sie der 32-Jährige in seiner Karriere zuvor noch nie erlebt hat. Und das ausgerechnet in jener Spielzeit, in der sein Vertrag zum Saisonende ausläuft.

Was werden die Verantwortlichen tun? Kommt noch ein Angebot zur Vertragsverlängerung? Oder wird Lauth den Verein nach 2004 ein zweites Mal verlassen? Fakt ist, dass dem Stürmer die Lust auf Fußball noch lange nicht vergangen ist. "Ich werde definitiv auch nächstes Jahr noch spielen und meine Karriere nicht beenden", sagt Lauth in der "Bild"-Zeitung. Was eine Vertragsverlängerung bei 1860 angeht, erklärt der gebürtige Haushamer: "Der Verein muss auf mich zukommen."

Davon kann aber derzeit keine Rede sein. Momentan bemühen sich die Verantwortlichen vielmehr, dem Stürmer Vertrauen entgegenzubringen in diesen schweren Zeiten. "Ich lasse Lauth nicht fallen", stellt Sportdirektor Florian Hinterberger klar. "Ich habe bewusst in den letzten Wochen Benny in Ruhe gelassen, er muss sich aus seiner Krise herausspielen. Er hat aber von mir die Sicherheit, dass ich ihn wegen einer schlechten Phase nicht fallen lassen werde."

Die Löwen-Wintertransfers im Check

Wintertransfers sind eine heikle Sache – nicht nur beim TSV 1860. Heuer setzen die Löwen auf Yuya Osako (23) und Markus Steinhöfer (27, r.). „Dieses Mal liegen wir nicht falsch“, hofft Sportchef Florian Hinterberger (l.). Der tz-Check der Winterzugänge im vergangenen Jahrzehnt. © sampics
2003/04: Gerhard Poschner (Foto), Fernando Santos: Die Löwen überwintern mit sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone. Trainer Falko Götz freut sich über Null-Euro-Zugang Poschner (damals 34) und den Abwehr-Brasilianer Fernando Santos (23, für 1,2 Mio. von Flamengo Rio). Poschner macht vier Spiele, verletzt sich und kommt nicht mehr zum Einsatz. Fernando erleidet gleich im ersten Spiel gegen Lautern eine Fußverletzung, macht insgesamt zehn Spiele. Nach dem Abstieg geht er ablösefrei zu Austria Wien. Heute spielt er in Brasiliens 3. Liga. © sampics
2004/05: Nemanja Vucicevic: Reiner Maurer hat den Trainerposten von Rudi Bommer übernommen und bekommt für das aussichtslose Unternehmen Wiederaufstieg den vereinslosen serbischen Dribbler Vucicevic spendiert. Unvergessen: Maurers Anweisung im Trainingslager: „Nema, when the flank comes, you must be at the Fünfmeter!“ Ebenso unvergessen: Nemas positiver Dopingtest auf das Haarwuchsmittel Finasterid. Zuletzt kickte der heute 34-jährige Vucicevic beim FC Tokio, aktuell ist er auf Vereinssuche. © sampics
2005/06: Steffen Hofmann: Die Arena-Kosten bringen Präsident Karl Auer ins Schwitzen. Zur Winterpause liegen die Löwen fünf Punkte hinter Rang drei. Steffen Hofmann, der für 700 000 Euro von Rapid Wien wechselt, soll der Offensive den Ideen-Kick verpassen. Allerdings wird der Techniker von Beginn an von seinen (jungen) Mittelfeld-Kollegen geschnitten. Nach dem Trainerwechsel zu Walter Schachner wird’s bitter. Milchraums Tor gegen Saarbrücken bedeutet erst am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt. Hofmann geht im Sommer für 550 000 Euro zurück zu Rapid (Vertrag bis 2016). © sampics
2006/07: Josh Wolff: Die Löwen (vier Punkte hinter Platz drei) finden keine erschwinglichen Verstärkungen. So bekommt der schmächtige US-Probestürmer Wolff einen Vertrag, kann seine Schnelligkeit und Technik allerdings nur selten gewinnbringend für 1860 einsetzen. Im Sommer 2008 geht Wolff zurück nach Kansas. Inzwischen arbeitet er dort als Co-Trainer. © sampics
2007/08: Chhunly Pagenburg: Drei Punkte liegen die Löwen hinter Platz drei, Sportchef Stefan Reuter holt Sturmtalent Pagenburg als Perspektivspieler für 150 000 Euro aus Nürnberg. Bei den Profis darf sich der Halb-Kambodschaner siebenmal versuchen, danach geht’s zu den Amateuren – und im Sommer zurück zum Club. Nach zwei Regionalligajahren bei Trier versucht sich Pagenburg beim FSV Frankfurt. © sampics
2008/09: Sascha Rösler, Marvin Pourie, Stefan Aigner, Antonio Rukavina (l.), Nikola Gulan (r.): Der Aufstiegszug ist abgefahren, Sportchef Stefan Reuter verkauft Timo Gebhart für 3,2 Mio. an den VfB, um ein Finanzloch zu stopfen. Als „Ersatz“ kommt der unfitte Rösler für 200 000 Euro aus Gladbach, dazu Sturmtalent Pourie auf Leihbasis von Schalke (heute kickt Pourie beim FC Kopenhagen). Nach Reuters Rauswurf darf der neue Sportchef Miki Stevic (Mitte) noch die Serben Rukavina (inzwischen Valladoilid) und Gulan (Partizan Belgrad) mitbringen. Als beste Personalie des Winters entpuppt sich Stefan Aigner, der aus Bielefeld zurück gekommen ist – und im Sommer 2013 ablösefrei nach Frankfurt geht. © sampics
2009/10: Djordje Rakic, Eke Uzoma: Als selbsternannter Aufstiegsanwärter liegen die Löwen mit Trainer Lienen zum Winter acht Punkte hinter Rang drei, balancieren am Rande der Insolvenz. Stürmer Rakic und Mittelfeldmann Uzoma bringen mehr oder weniger nichts. Der Nigerianer (zuletzt in Ungarn), ist aktuell auf Vereinssuche, der Serbe erholt sich bei Roter Stern Belgrad von einem Kreuzbandriss. © sampics
2010/11: Niemand: Praktisch pleite und mit zwei Punkten Abzug bestraft können die Löwen froh sein, dass sie den nach Hoffenheim notverkauften Kevin Volland (Foto) ausleihen dürfen. Trotz aller Finanzstürme hält Trainer Maurer das Schiff auf Kurs, 1860 wird am Ende mit 50 Punkten Neunter. Durch den Verkauf des Klubs an Investor Hasan Ismaik soll alles besser werden. © sampics
2011/12: Guillermo Vallori (r., mit Reiner Maurer), Max Nicu: Ismaik hat nach Dauerstreit mit Präsident Schneider erstmals den Geldhahn zugedreht. Mit Innenverteidiger Vallori von Grasshopper Zürich gelingt den Löwen ein ablösefreier Treffer, Nicu erweist sich als Fehlgriff. Trotzdem kommen die Löwen dem Relegationsplatz so nahe wie seit 2005 nicht mehr. © sampics
2012/13: Rob Friend, Malik Fathi, Ola Kamara (r., mit Florian Hinterberger): Ismaik fühlt sich von Schneider hintergangen („Car­dealer“, „not honest!“), will Sven-Göran Eriksson als neuen Trainer und dreht erneut den Geldhahn zu. Ablösefrei kommen drei Spieler, die Erwartungen kann nur Defensivmann Fathi einigermaßen erfüllen. Kamara spielt keine Rolle, auch Friend wird bei 1860 nicht glücklich. © sampics
Fazit: Mit Vallori und Aigner lagen die Löwen richtig, auch der teure Rukavina hatte seine Qualitäten – ebenso Vucicevic. Vom Rest der Wintertransfers spricht heute niemand mehr, auch die Rufe nach Rakic sind verstummt (sorry, Roman!). Yuya Osako (Foto) und Markus Steinhöfer müssen – im positiven Sinne – keinen Vergleich fürchten. © Ruiz

Der Knipser a. D. soll sich bloß nicht noch mehr Ballast aufbürden, sondern sich voll und ganz auf seine Leistung konzentrieren. Im Trainingslager in Belek schob er zusätzliche Schichten im Kraftraum, nahm die Stammplatzgarantie für seinen Konkurrenten Yuya Osako klaglos hin. Friedhelm Funkel ist er dafür sogar dankbar: "Der Trainer macht mir Druck, das ist gut so", sagt Lauth.

Zuckerbrot durch den Sportdirektor, die Peitsche durch den Trainer - eines dieser Mittel sollte bald zum Erfolg führen. Sonst wird das Löwen-Urgestein seine Karriere andernorts fortsetzen (müssen).

wi

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