Zweites Tor aberkannt

Friend gefrustet: "Das nervt total"

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Tor aberkannt: Rob Friend schimpft auf Gegenspieler Jan Mauersberger

München - Rob Friend ist sauer. Zum zweiten Mal in dieser Saison wurde dem Kanadier ein regulärer Treffer aberkannt. Seit zwei Jahren sei dies so. Die Gegner hätten sich darauf eingestellt.

Irgendwie ist Rob Friend offenbar für die 2. Liga zu groß und zu mächtig. In Karlsruhe wurde dem Löwenstürmer bereits zum zweiten Mal in dieser Saison ein Tor aberkannt, an dessen Gültigkeit es eigentlich nichts auszusetzen galt. Aber wenn sich der 1,95 Meter große und 94 Kilogramm schwere Kanadier in den Luftkampf begibt, dann vermuten die Schiedsrichter offenbar sofort einen mittelschweren Mordanschlag. So wie bei seinem Treffer in der 72. Minute, als Gegenspieler Mauersberger nach leichtem Körperkontakt zu Boden sank. Schiri Welt pfiff: Kein Tor.

„Ich weiß nicht mehr, was das soll“, ärgert sich Friend, „ich spiele jetzt seit sieben Jahren in Deutschland, aber seit zwei Jahren wird in diesen Situationen fast immer gegen mich gepfiffen. Das war vorher nicht der Fall.“

Die Gegenspieler hätten das natürlich auch mitbekommen, sagt der 32-Jährige: „Die wissen, sie brauchen nur zu Boden zu fallen wenn ich zum Kopfball hochspringe, und dann gibt’s Freistoß gegen mich. Auch gegen den FSV Frankfurt war das schon der Fall. Das nervt einen total.“

Klar, dass sich gerade so ein robuster Stürmer wie er nach Verhältnissen wie in England sehnt. Friend: „Ich habe mir am Sonntagabend noch Berichte von der Premier League angesehen, und da wurde beim Spiel zwischen Sunderland und Newcastle ein Tor gegeben, obwohl der Stürmer seinem Gegenspieler den Ellbogen ins Gesicht gerammt hatte.“

Immerhin: Nicht nur mit dem aberkannten Treffer, sondern auch in weiteren Szenen (u. a. ein Kopfball an die Latte) hat sich Friend, der am Sonntag erst nach 65 Minuten eingewechselt wurde, im kommenden Heimspiel gegen Dresden für die Anfangself empfohlen. „Ich bin nämlich kein Joker“, sagt er, „auch wenn es in Karlsruhe vielleicht den Anschein hatte. Ich habe da gezeigt, was ich kann, aber mein Spiel ist es, von Anfang an dabei zu sein und neunzig Minuten Power zu machen.“

Viele Gelegenheiten dafür erhielt der Angreifer bisher nicht. Friend: „Ich hoffe, dass ich in Zukunft wieder öfter die Gelegenheit bekomme, von Anfang an zu spielen. Und nicht immer zwischen Bank und Spielfeld hin- und herwechseln muss.“

Zu denken gibt ihm natürlich auch die schwierige Situation, in der sich der TSV 1860 befindet. „Der Verein hat eigentlich ein Riesenpotential“, sagt Friend, „aber man muss auch die richtige Basis schaffen. Das Drumherum muss einfach stimmen.“

Was meint er speziell? Friend: „Fragt mich, wenn ich weg bin…“

Wer steigt in die 1.Liga auf? Das tippten die Trainer vor der Saison

Wer steigt aus der 2. in die 1. Bundesliga auf? Das sagen die Trainer. Mike Büskens (Fortuna Düsseldorf): „Wer aufsteigt? Zwei Mannschaften und hoffentlich eine dritte über die Relegation! Ernsthaft: Es gibt in dieser Saison mehr als nur eine Handvoll Kandidaten, der 1. FC Kaiserslautern zählt ganz sicher dazu. Wir haben den Anspruch, oben mitzuspielen, aber dafür gibt es keine Garantien. Es wird sehr spannend.“ © picture alliance / dpa
Frank Kramer (SpVgg Greuther Fürth): „Im Kampf um den Aufstieg sind dabei: Der 1. FC Kaiserslautern, der 1. FC Köln, Fortuna Düsseldorf, Union Berlin und 1860 München.“ © picture alliance / dpa
Peter Stöger (1. FC Köln): „Da sind zunächst einmal die Bundesliga-Absteiger aus Düsseldorf und Fürth. Dann wird Kaiserslautern oben mitspielen, Union Berlin und 1860 München gebe ich gute Chancen - und natürlich sehe ich den 1. FC Köln. Außerdem wird eine Mannschaft dabei sein, mit der man nicht rechnet. Es ist also eine große Gruppe, die ganz vorne dabei sein kann.“ © picture alliance / dpa
Franco Foda (1. FC Kaiserslautern): „Die Breite an der Spitze ist breiter geworden, zehn Clubs wollen aufsteigen.“ © picture alliance / dpa
Marco Kurz (FC Ingolstadt): „Vorne sehe ich Kaiserslautern, die haben aufgerüstet und eine wirklich gute Mannschaft. Auch Greuther Fürth schätze ich hoch ein und Köln hat selbst den Anspruch aufzusteigen. Dazu kommen noch einige andere wie Union Berlin oder 1860 München.“ © picture alliance / dpa
Uwe Neuhaus (Union Berlin): „Sicherlich die beiden Erstliga-Absteiger, die in jedem Jahr dazugehören. Kaiserslautern, Köln und 1860 München noch dazu genommen, haben wir schon mal fünf starke Mannschaften, die oben mitspielen werden.“ © picture alliance / dpa
Alexander Schmidt (1860 München): „Der 1. FC Kaiserslautern und der 1. FC Köln.“ © picture alliance / dpa
Michael Frontzeck (FC St. Pauli): „Die 2. Liga ist sehr ausgeglichen besetzt. Es sind namhafte Teams aus der Bundesliga abgestiegen, andere wie der 1. FC Köln und der 1. FC Kaiserslautern haben in der abgelaufenen Saison die Rückkehr nach oben nicht geschafft.“ © picture alliance / dpa
Rudi Bommer (Energie Cottbus): „Für mich sind in erster Linie die Bundesliga-Absteiger Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf die Aufstiegsfavoriten. Beide Teams wollen gleich zurück in die 1. Liga und sind auch entsprechend gut besetzt. Aber auch der 1. FC Köln und der 1. FC Kaiserslautern haben starke Ambitionen wieder aufzusteigen und das ist ihnen auch zuzutrauen. Erfahrungsgemäß kristallisieren sich im Laufe der Saison noch ein, zwei Teams heraus, die auch oben anklopfen könnten, wie beispielsweise Paderborn oder München 1860.“ © picture alliance / dpa
Benno Möhlmann (FSV Frankfurt): „Der 1. FC Köln und der 1. FC Kaiserslautern sind für mich die heißesten Aufstiegskandidaten.“ © picture alliance / dpa
André Breitenreiter (SC Paderborn): „Der 1. FC Kaiserslautern, der 1. FC Köln und 1860 München.“ © picture alliance / dpa
Peter Neururer (VfL Bochum): „An erster Stelle sind die Erstliga-Absteiger Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf zu nennen. Vor allem die Fortuna hat wirtschaftlich ganz andere Möglichkeiten als andere Vereine. Dann zähle ich auch den 1. FC Kaiserslautern, der sich gut verstärkt hat, zu den Favoriten, ebenso wie den 1. FC Köln, aber eher vom eigenen Anspruch her. Dann glaube ich, dass auch 1860 München, Union Berlin und der FC Ingolstadt für eine Überraschung sorgen können.“ © picture alliance / dpa
Stefan Ruthenbeck (VfR Aalen): „Für mich ist die Fortuna Düsseldorf der absolute Meisterschaftsfavorit. Die haben nicht nur mit Mike Büskens einen ausgezeichneten Trainer, sondern auch eine Mannschaft mit absolutem Aufstiegspotenzial. Außerdem gehört Düsseldorf einfach in die 1. Liga.“ © picture alliance / dpa
Falko Götz (Erzgebirge Aue): „Die beiden Absteiger Düsseldorf und Fürth werden ein gehöriges Wort oben mitreden. Aber auch die Traditionsvereine Kaiserslautern und Köln rechne ich dazu. Auch Cottbus und Union könnten dazu gehören. Jedes Jahr gibt es Überraschungen.“ © picture alliance / dpa
Peter Pacult (Dynamo Dresden): „Ich rechne mit den beiden Absteigern Düsseldorf und Fürth, aber natürlich auch mit Kaiserslautern und Köln, die sich entsprechend verstärkt haben. Mit Sicherheit wird es dahinter vier bis fünf Mannschaften geben, die sich insgeheim Chancen auf die vorderen Plätzen ausrechnen.“ © picture alliance / dpa
Alois Schwartz (SV Sandhausen): „Mein Favorit ist der 1. FC Kaiserslautern.“ © picture alliance / dpa
Markus Kauczinski (Karlsruher SC): „Fortuna Düsseldorf, Union Berlin und der 1. FC Köln.“ © picture alliance / dpa
Stefan Krämer (Arminia Bielefeld): “Union Berlin, der 1. FC Kaiserslautern und der 1. FC Köln sind für mich die Aufstiegsfavoriten.“ © picture alliance / dpa

tz

Quelle: tz

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