Löwen in der Findungsphase

Bierofka muss wegen fehlender Neuzugänge improvisieren: „Ich probiere gerade alles aus“

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1. FC Kaiserslautern - TSV 1860 München

Ohne die ersehnten Neuzugänge muss Trainer Daniel Bierofka improvisieren. Besonders in der Innenverteidigung wird es eng. Sogar sein Torhüter bietet sich schon für die Position an. 

München - Ein Laktattest und sieben Trainingseinheiten – die ersten Tage der Vorbereitung waren nicht ohne für Daniel Bierofkas Löwen, doch jetzt ist zumindest geografisch Abwechslung angesagt. Die ersten Testspiele stehen an. An diesem Samstag in Bodenmais gegen Regionalligist VfR Garching, tags darauf in Plattling gegen die örtliche Bezirksliga-SpVgg (Anpfiff jeweils 15 Uhr). Um die Strapazen in Grenzen zu halten, werden die Löwen in Niederbayern nächtigen. „Das wollte ich unbedingt“, sagt der Coach: „An zwei Tagen so lange im Bus – das ist einfach nicht gut in der Phase, in der wir uns befinden.“

Löwen in der Findungsphase - Vorerst keine Zugänge

Die Phase, die Bierofka meint, könnte man auch als Findungsphase bezeichnen. Form und Fitness finden einerseits, andererseits ein Team, das ab dem 19. Juli der Herausforderung 3. Liga gewachsen sein wird. Nachdem auch am Freitag kein Geld in der dicken Tasche war, die Sportchef Günther Gorenzel zur Geschäftsstelle schleppte, werden die Löwen ihre Testsohne die ersehnten Zugänge bestreiten, dafür – immerhin – mit zwei Probespielern. Für Stürmer Sascha Marinkovic und Sechser Tim Wöhrle hat der Drittligist Gastspiellizenzen besorgt. „Auch aus Eigennutz“, betont Bierofka: „Weil wir jetzt nicht den Kader hätten, um in beiden Spielen zu wechseln.“ Pro Partie möchte er jeden im Kader eine Halbzeit lang einsetzen – und dabei auch das eine oder andere Experiment wagen.

Trainer Bierofka muss viel ausprobieren

Was Bierofka vorhat, war schon imVerlauf der ersten Trainingswoche zu beobachten. Mancher Kiebitz dürfte zweimal hingeschaut haben, als Flügelstürmer Marius Willsch plötzlich rechts verteidigte, Phillipp Steinhart und Herbert Paul innen statt auf ihren gewohnten Außenposten. Linksfuß Fabian Greilinger trug am Freitag beherzte Angriffe über rechts vor – sehr zur Freude des Trainers, den die Personalnot gerade besonders erfinderisch macht. Er sagt mit Blick auf sein Defensiv-Vakuum: „Ich probiere gerade alles aus, was hinten spielen kann.“

Und er hat bereits weitere Pläne im Kopf: Das 17-jährige Innenverteidigertalent Niklas Lang kann sich Bierofka mittelfristig auf der Sechs vorstellen. „Ich versuche ein bisschen in die Zukunft zu schauen: Wo ist seine beste Position?“ Ein bisschen denkt er aber auch an seine Zukunft bei 1860, denn wo der Sparkurs kostspielige Fertiglösungen verhindert, muss sich Bierofka selber helfen – mit Kreativität. Und mit Hilfe der Lebensläufe seiner Profis.

Spieler bieten sich selbst an

Bestes Beispiel ist Paul: „Heppi war U 17-Nationalspieler in der Innenverteidigung. Man merkt schon jetzt, dass er das spielen kann.“ Auch Daniel Wein, der Sechser vom Dienst, hat ein Vorleben, das sich Bierofka schon zunutze gemacht hat: Innenverteidiger, beim FC Bayern gelernt. Die Spieler scheinen bislang Spaß an den internen Rochaden zu haben – und der Trainer auch. „Selbst der Henne hat sich als Innenverteidiger angeboten“, scherzt Bierofka mit Blick auf seinen großgewachsenen Torwart.

Uli Kellner

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