Eke Uzoma: Ein Omen & ein Talisman

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Eke Uzoma vor der Theatinerkirche.

München - Wow, eine wunderbare Stadt habt ihr hier. Und dieser Ausblick… Beeindruckend!“ Eke Uzoma (20) kommt aus dem Staunen kaum heraus.

 Von der Feldherrnhalle blickt der Neu-Löwe auf die Ludwigstraße. Theatinerkirche zur Linken, Hofgarten zur Rechten, am Horizont das Siegestor – und an der Hand seine Verlobte Jennifer. Ja, er hätt’s schlechter erwischen können, der Ballkünstler aus Nigeria, der sich bei 1860 Spielpraxis holen und für die WM in Südafrika empfehlen will.

„Wir lieben Freiburg, ich bin da geboren“, sagt Jennifer, die angehende Abiturientin. „Aber München ist wirklich toll. Jetzt müssen wir für Eke nur noch ein Appartement finden, wo er auch kochen kann. Er kocht richtig gut afrikanisch. Wissen Sie, wo’s hier Yamswurzeln gibt? Meine Tuppervorräte reichen nicht so lange…“

Am Wochenende muss Jennifer wieder nach Hause, die Schule ruft. Eke wird dann alleine zurecht kommen müssen. Bei den Löwen fühlt er sich bestens aufgenommen. „Michael Hofmann hat sich besonders gefreut, dass ich jetzt da bin. Gegen ihn hab’ ich mit Freiburg mal ein schönes Tor geschossen, das hat er nicht vergessen.“ Bei Uzoma weckt vor allem das Testspiel am Samstag in Hoffenheim (17 Uhr) Erinnerungen. Gute, wohlgemerkt. „Gegen Hoffenheim habe ich mit Freiburg mein erstes Profispiel gemacht“, erzählt er. „Wir haben 3:2 gewonnen.

Eke Uzoma erkundet München

Eke Uzoma begab sich im Winter mit Freundin Jennifer auf Erkundungstour durch München. Im Hofgarten und am Odeonsplatz gefällt es dem Mittelfeldspieler ganz besonders. © Sampics
Durch den Hofgarten lässt es sich gemütlich schlendern. © Sampics
Uzoma vor der Theatinerkirche. Darüber ein echter weiß-blauer Himmel. © Sampics
Zwei Löwen nebeneinander ... © Sampics
... Uzoma an der Feldherrnhalle. © Sampics
Freundin Jennifer gefällt's auch ganz gut in München. © Sampics
Uzoma bei der Lektüre der tz. Hoffentlich wird der Mittelfeldspieler in den nächsten Monaten nur positive Schlagzeilen liefern. © Sampics

Vielleicht ist es ein gutes Omen, dass ich auch mit 1860 gegen Hoffenheim starte.“ Vom Omen zum Glücksbringer. Jennifer deutet Richtung Ohrläppchen, lächelt. Dort glitzern bei Uzoma zwei Ohrstecker, zweimal die „22“. „Meine Nummer in Freiburg“, erklärt Eke. „Ein schöner Zufall, dass sie bei 1860 frei war.“

Lars Bender, der Ex-Träger, kickt mittlerweile in Leverkusen. Benders Job auf dem Platz hat auch Uzoma gelernt: defensiver Mittelfeldspieler in einer „Doppel-Sechs“. Dass ihn 1860-Trainer Ewald Lienen „gerne einen Kopf größer“ sähe, stürzt Eke (1,68 Meter) nicht in Selbstzweifel: „Claude Makelele ist auch nicht viel größer.“ Sechs Zentimeter – und ein Weltstar.

Zu diesem Ruhm ist es für Uzoma noch ein weiter Weg. Vor dem Siegestor, der letzten Station unseres Schnuppertermins, jongliert er mit der Kugel – und entdeckt im Kofferraum des Fotografen den WM-Ball. „Heey!“ Noch ein Omen?

Ludwig Krammer

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