Mietkautionsbürgschaft von der Versicherung: als Zwischenlösung sinnvoll

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Wohnraum ist oft knapp. Vermieter für sich zu überzeugen, wird für Menschen mit kleinem Budget daher immer schwieriger. Ohne Bürgschaft haben viele Wohnungssuchende keine Chance, eine passende Bleibe zu finden.

Diese Erfahrung musste etwa Jana P. machen. Die Studentin wusste aus eigener Erfahrung, wie schwer in München die Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft ist. „Was wirklich zählt, ist der Kontostand“, so die 24-Jährige. „Ohne Bürgschaft hätte ich bei meinem geringen Einkommen nicht viele Chancen.“ Da die Studentin diese mithilfe ihrer Familie nachweisen konnte, klappte es schlussendlich mit der Suche nach einer angemessenen Bleibe.

Was von Geringverdienern wie Jana immer öfter gefordert wird, ist eine Art Kaution. Rechtsexperten definieren diese folgendermaßen: „Eine Mietbürgschaft ist eine Absicherung gegen Zahlungsausfälle. Es gibt sie in zwei Varianten: als selbstschuldnerische Bürgschaft, die meist der Regelfall ist, und als Ausfallbürgschaft. Bei der selbstschuldnerischen Bürgschaft kann sich der Gläubiger sofort an den Bürgen wenden, ohne vorher den Mieter selbst zur Zahlung aufgefordert zu haben.

In jedem Fall steht ein Bürge für anfallende Mietschulden des Mieters gerade. Er muss aber noch mehr leisten: Der Bürge haftet auch dann, wenn der Vermieter Schadenersatzansprüche stellt. Zudem muss er für Reparaturen aufkommen, so diese berechtigt sind. Laut Silke Gottschalk, Rechtsanwältin beim Deutschen Mieterbund NRW, sollte man diese Punkte als potenzieller Bürge unbedingt im Auge behalten.

Mietkautionsbürgschaft via Bankinstitut oder Versicherung

Doch nicht nur Privatpersonen können für die Ansprüche des Vermieters aus dem Mietvertrag haften. Auch bei Banken und Versicherungen bekommt man diese Art der Mietkaution. Während Filialbanken diesen Service oft nur Stammkunden bieten, sind die Bürgschaften bei Direktbanken sowie Versicherungen meist überregional verfügbar. Auch sogenannte Kautionskassen mischen seit einigen Jahren in dem Geschäft mit. Der Mieter schließt hierbei einen Bürgschaftsvertrag bei einer Kautionskasse ab. Bürge ist jedoch eine mit der Kautionskasse kooperierende Versicherung. Hat der Vermieter nach dem Auszug des Mieters noch offene Forderungen, haftet der Versicherer bis zur Höhe der vereinbarten Kautionssumme. Für die Dienstleistung zahlt der Mieter einen jährlichen Beitrag wie z.B. bei einer Haftpflicht- oder Hausratversicherung. „Doch anders als bei einer Haftpflicht- oder Hausratpolice kommt die Versicherung nicht wirklich für den Schaden auf“, weiß Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Die Versicherung zahlt zwar das Geld an den Vermieter, holt es sich jedoch im Nachgang vom Mieter wieder zurück.

Auch in Sachen Gebühren raten Experten zur Vorsicht. Denn der Beitrag muss vom Mieter in jedem Fall gezahlt werden.„Mieter sollten nachrechnen, was für sie langfristig am günstigsten ist“, rät Ropertz. „Denn eine Barkaution bekommt der Mieter in der Regel wieder. „Die Gebühr für eine Kautionsversicherung oder Bankbürgschaft ist für immer weg“, fügt Stiftung Warentest hinzu. Allerdings kann die Bürgschaft als Zwischenlösung finanziell klammen Mieters durchaus weiterhelfen, erläutert die Verbraucherschutzorganisation. „Der Mieter lässt den Vertrag so lange laufen, bis er seine Mietkaution vom Vorvermieter zurückerhalten hat. Dann gibt der Hausherr die Bürg­schafts­urkunde an die Versicherung zurück, und erhält vom Mieter im Gegen­zug eine normale Kaution als Mietsicherheit“.

Vorteile und Nachteile sollten sorgsam abgewägt werden

Dass die Mietkautionsbürgschaft von Mietern gerne als Alternative herangezogen wird, hat einen guten Grund: Der Umzügler muss sein Erspartes nicht aufwenden, oder bei Ebbe in der Kasse den teuren Dispo in Anspruch nehmen. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass die Bürgschaft immer die ideale Form der Absicherung ist. Auch für den Vermieter gibt es einen Nachteil. Auch wenn die Versicherung i.d. Regel zahlt, muss der Vermieter zunächst einige Anträge ausfüllen, und die Ansprüche belegen. Egal ob Mieter oder Hausherr: Wer sich für eine Bürgschaft entscheidet, sollte die Vorteile und Nachteile sorgsam abwägen.

Eine doppelte Absicherung ist unwirksam 

In der Praxis kommt es häufig vor, dass sich Vermieter gleich doppelt absichern möchten: durch eine Bürgschaft und zusätzlich durch eine Barkaution. Das Mietrecht schiebt dem allerdings einen Riegel vor, und erlaubt nur ein Entweder-oder. Auch für die Höhe der Kaution gibt es klare Regeln: Sie darf höchstens drei Nettomieten betragen.

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