Völlig unnötig

Darum können Sie auf die 60-Grad-Wäsche locker verzichten

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Alte Weisheiten zum Thema Waschen sind heutzutage schon überholt - unter anderem die Regel zur 60-Grad-Wäsche.

Waschen Sie Ihre Wäsche oft bei 60 Grad? Dann sollten Sie Ihre Gewohnheiten vielleicht überdenken - und damit bares Geld sparen. Wir erklären Ihnen, wieso das so ist.

Empfindliche Wäsche bei 30 Grad, stark Verschmutztes, Unterwäsche und Handtücher bei 60 Grad und Kochwäsche bei 90 Grad waschen - das war viele Jahre lang das Maß der Dinge. Doch mittlerweile sind althergebrachte Weisheiten überholt und sollten überdacht werden.

60-Grad-Wäsche ade: Diese Temperaturen reichen aus

Das liegt vor allem an immer neueren Technologien, mit denen die heutigen Waschmaschinen ausgestattet wird. Sie arbeiten energiesparender und reinigen die Wäsche mithilfe moderner Waschmittel schon ab 30 Grad porentief rein. Deshalb ist die 60-Grad-Wäsche heutzutage meist unnötig.

Stattdessen reichen bei einem Privathaushalt mit gesunden Personen Temperaturen von 20, 30 und 40 Grad bei der Wäsche völlig aus, wie das Umweltbundesamt mitteilt. Buntwäsche wird schon bei 20 bis 30 Grad und Weißwäsche bei 40 Grad sauber. Bei Kleidung, aus der Sie nur den Schweißgeruch entfernen wollen, reichen ebenfalls 20 Grad aus. Vor Keimen brauchen sich Verbraucher deswegen nicht fürchten: "Durch das Waschen und spätere Trocknen wird die Keimbelastung normaler Wäsche ausreichend reduziert."

Darum ist die 60-Grad-Wäsche schlecht für Ihren Geldbeutel

Mit 60 Grad zu waschen, ist nicht nur unnötig, sondern kostet Sie auch noch bares Geld. Denn wer bei 40 statt 60 Grad wäscht, spart 50 Prozent der Stromkosten ein. Bei 30 statt 60 Grad lässt sich sogar 67 Prozent sparen. Zwar unterscheidet sich die genaue Ersparnis je nach Maschine, doch ältere Modelle verbrauchen generell mehr als neue.

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In diesen Fällen ist eine 60-Grad-Wäsche noch sinnvoll

Sollten sich im Haushalt kranke Personen oder Allergiker befinden, ist eine 60-Grad-Wäsche noch sinnvoll, da erst ab dieser Temperatur Keime und Milben abgetötet werden. Ähnlich sieht es das Umweltbundesamt: "Nur in Krankenhäusern, bei ansteckenden Krankheiten oder zum Schutz von Personen mit geschwächtem Immunsystem ist es erforderlich, aus Hygienegründen mit einem Vollwaschmittelpulver bei höheren Temperaturen zu waschen."

Außerdem rät es dazu, einmal im Monat bei 60 Grad zu waschen, um die Bildung eines Biofilms aus Mikroorganismen in der Waschmaschine zu verhindern.

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Darum sind drei Waschmittel im Haushalt völlig ausreichend

Damit die frischgewaschene Wäsche auch sauber aus der Trommel kommt, muss das Waschmittel richtig dosiert werden - gemäß Wasserhärte, Verschmutzungsgrad der Textilien und dem Gewicht der Trockenwäsche.
Damit die frischgewaschene Wäsche auch sauber aus der Trommel kommt, muss das Waschmittel richtig dosiert werden - gemäß Wasserhärte, Verschmutzungsgrad der Textilien und dem Gewicht der Trockenwäsche.  © Christin Klose
Insbesondere bei Vollwaschmitteln sollten Verbraucher zum Pulver greifen. Sie können im Gegensatz zu flüssigen Produkten Bleichmittel enthalten, was eine höhere Waschkraft entwickelt.
Insbesondere bei Vollwaschmitteln sollten Verbraucher zum Pulver greifen. Sie können im Gegensatz zu flüssigen Produkten Bleichmittel enthalten, was eine höhere Waschkraft entwickelt.  © Christin Klose
Für bunte Wäsche greift man besser zum Flüssig-Waschmittel - es enthält keine Bleiche.
Für bunte Wäsche greift man besser zum Flüssig-Waschmittel - es enthält keine Bleiche.  © Christin Klose
Tristan Jorde ist Diplom-Ingenieur und Umweltberater bei der Verbraucherzentrale Hamburg.
Tristan Jorde ist Diplom-Ingenieur und Umweltberater bei der Verbraucherzentrale Hamburg.  © Karin Gerdes
Bernd Glassl ist Bereichsleiter Haushaltspflege im Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW).
Bernd Glassl ist Bereichsleiter Haushaltspflege im Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW).  © Franziska Gabbert

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