Discounter mit Neuerung

Silvester 2020: Von wegen Verzicht! Lidl mit neuer Feuerwerk-Strategie im Corona-Jahr

Feuerwerksraketen liegen in einem Geschäft. (Symbolbild)
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Erste Händler haben angekündigt, für Silvester 2020 kein Feuerwerk verkaufen zu wollen – Lidl schlägt einen ganz anderen Weg ein. (Symbolbild)

Einige Supermärkte verzichten in diesem Jahr freiwillig auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern. Nicht so Lidl – der Lebensmittelgigant lässt sich stattdessen etwas Neues einfallen.

2020 war das Silvesterfeuerwerk in Deutschland noch mehr in der Diskussion als in den Vorjahren. Grund: die Corona-Pandemie. Um größere Ansammlungen zu vermeiden und die Krankenhäuser zu entlasten, stand ein komplettes Verbot im Raum, wie echo24.de* berichtete. Dieses kommt, anders als in den Niederlanden, aber nicht – stattdessen schränkt die Bundesregierung das Feuerwerk in diesem Jahr ein. Es gibt spezielle Regeln für Silvester 2020* – unter anderem ist das Böllern auf belebten Plätzen und Straßen untersagt.

Prinzipiell appellieren Bund und Länder an die Bürger, an Silvester 2020 komplett auf Feuerwerk zu verzichten. Trotzdem können Kunden die Böller, Knaller und Lichter bei Supermärkten wie Lidl, Aldi, Rewe und Co auch in diesem Jahr kaufen. Offiziell beginnt der Verkauf in diesem Jahr am Montag, den 29. Dezember. Doch der Discounter Lidl mit Sitz in Neckarsulm geht noch einen Schritt weiter, wie Chip. de berichtet.

Lidl: Statt Verzicht auf Feuerwerksverkauf startet der Discounter etwas Neues

Gründe, auf ein Feuerwerk zu verzichten, gibt es mehrere – und sie werden auch immer populärer. Während die Knallerei für Menschen Spaß bedeuten, sorgen sie bei Tieren mit deren empfindlichem Gehör für Panik. Und dabei geht es nicht nur um Haustiere wie Hund und Katze. Auch viele Wildtiere wissen in der Silvesternacht nicht, wie ihnen geschieht. Viele Tierschutzvereine nutzen daher die Gelegenheit, daran zu erinnern und starten Aktionen wie „Spenden statt böllern“.

Außerdem geht es um den Umweltschutz, denn die Feinstaubbelastung ist in der Silvester-Nacht hoch. Qualm und Verpackungsmüll entstehen in der letzten Nacht des Jahres ohne Ende – und der wird dann oft nicht einmal entsorgt. Nicht selten führt das zu Debatten in der Nachbarschaft. Es kommt zudem an Silvester immer wieder zu Verletzungen durch Böller. Die Tage rund um Silvester zählen zu den am stärksten belasteten mit tausenden Notfällen. 

Lidl bietet in der App neuen Feuerwerks-Deal an

Kaufland, Netto und Aldi geben bereits an, nicht auf den Verkauf in ihren Filialen zu verzichten*. Zur Begründung heißt es, man orientiere sich an den Wünschen der Kunden und deren Interesse an Feuerwerk sei seit Jahren beständig. Anders sieht das bei Rewe und Edeka aus: Dort entscheiden jeweils die Filialleiter, ob sich Feuerwerkskörper dieses Jahr im Sortiment finden werden. Im Bericht heiß es: „Erste Kaufleute haben bereits angekündigt, darauf verzichten zu wollen.“

Ganz anders handhabt das der Discount-Riese Lidl aus Neckarsulm. Hier können Kunden dieses Jahr sogar früher als sonst ihre Feuerwerks-Wünsche festlegen und ab dem 7. Dezember Reservierungen der Feuerwerkskörper tätigen. Dafür müssen Lidl-Kunden aber die heiß diskutierte Lidl-Plus-App* herunterladen. Die App stand unter anderem in der Kritik, weil unzählige persönliche Daten zur Verfügung gestellt werden müssen. Ab einen Tag vor Silvester können die Raketen, Böller und Batterien dann in den entsprechenden Filialen abgeholt werden. Von Feuerwerks-Verzicht ist bei Lidl also nicht die Rede.

Silvester in Corona-Zeiten: Lidl mit besonderem Angebot, Politik mit dringendem Appell

Nach Anmeldung über die Lidl-App soll die Reservierungsoption in den nächsten Tagen auftauchen. Kunden haben somit nicht mit großen Angebotsverlusten zu rechnen. Vielmehr gibt es sogar neue Wege, um an Feuerwerk zu gelangen – und das in einem Jahr, in dem von der großen Knallerei an Silvester abgeraten wird.

Wie groß das Geschäft ums Silvester-Feuerwerk ist, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Von Januar bis September 2020 wurden demnach 30.700 Tonnen Feuerwerkskörper im Wert von 75,6 Millionen Euro importiert. Das seien drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Wie schon in den Vorjahren kamen fast alle Feuerwerkskörper aus China. Der Appell von Bund und Ländern dürfte das Geschäft im Schlussquartal aber trüben. *echo24.de und HEIDELBERG24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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