Einkaufen soll einfacher werden

Edeka testet völlig neue Einkaufswagen - doch viele Kunden werden sie nicht nutzen können

Edeka hat in einigen Filialen eine Neuerung eingeführt, die den Kunden das Einkaufen erleichtern soll. Doch viele Kunden werden außen vor bleiben. 

  • Edeka hat in einigen Filialen schon Anfang 2020 die sogenannte Koala-App zum Bezahlen von Artikeln eingeführt.
  • Nun testet die Kette einen smarten Einkaufswagen.
  • Die Neuerung soll das Schlangestehen an der Kasse verhindern.

Edeka testet erneut eine Möglichkeit, um den Kunden und Kundinnen das Einkaufen zu erleichtern. Schon vor einigen Monaten führte die Kette in einigen Filialen die Koala-App ein. Damit kann jeder Artikel von den Kunden selbst eingescannt und bezahlt werden. Das Anstehen an der Kasse ist nicht mehr nötig. Nun gibt es eine weitere Neuerung: einen smarten Einkaufswagen. Fassen die Kunden das Angebot positiv auf, ist eine baldige Ausweitung wahrscheinlich. 

Edeka testet smarten Einkaufswagen: So funktioniert der „Easy Shopper“

Der Einkaufswagen „Easy Shopper“ von Edeka besteht nicht aus einem Metallgitterkorb, sondern aus einer Art Platte. Darauf können Kunden und Kundinnen ihre eigene Einkaufstasche verstauen und in der Ablage darunter auch größere Einkäufe transportieren. Mit dem an dem Einkaufswagen befestigten Scanner müssen die Produkte selbst gescannt werden. Produkte einzupacken, ohne sie über den Scanner zu registrieren, fällt auf: Der „Easy Shopper“ ist mit einer Kamera und einer Waage ausgestattet.

Um den smarten Einkaufswagen benutzen zu können, ist entweder eine Deutschlandcard nötig oder ein Smartphone mit der entsprechenden App, die einen individuellen Code anzeigt. Diese oder die Deutschlandcard scannt man an dem am Wagen angebrachten Sensor, um den Einkauf zu starten. Neben dem Scanner befindet sich an den Wagen auch ein Display, mit dem man etwa Obst und Gemüse ohne Strichcode hinzufügen kann. Zudem ist auf dem Display der Einkauf mit dem aktuellen Preis zu sehen.

Einkaufen mit App: Edeka bietet Revolution an - sinnvoll in Corona-Krise

Besonders schnell kann man seinen Einkauf abschließen, indem man in der App Kontodaten hinterlegt und direkt über das Smartphone bezahlt. Dann muss nur noch ein Bon an der „Easy-Shopper-Kasse“ abgeholt werden. An diesen kann man auch in Bar oder mit Karte zahlen - ohne alle Einkäufe noch einmal aufs Band zu legen.

Gerade während der Corona-Pandemie erscheint die Neuerung sinnvoll: Sie verkürzt das Anstehen an den Kassen und vermindert den Kontakt zu den Verkäufern und Verkäuferinnen enorm. In einigen Ländern versuchte man die Ansteckungsgefahr beim Einkaufen zu verringern, indem etwa spezielle Einkaufszeiten für Rentner und ältere Mitbürger eingeführt wurden.

Edeka-Revolution - viele Kunden werden sie nicht nutzen können

Doch zu bedenken gibt es, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Kunden die Neuerung nicht wird nutzen können. Etwa vor allem ältere Kunden ohne Smartphones oder mit wenig technischen Kenntnissen, um eine solche App zu bedienen. Außerdem wird es zahlreiche Kunden geben, die ihre Daten nicht preisgeben möchten und lieber weiter mit Bargeld oder EC-Karte zahlen, statt ein „gläserner Kunde“ zu werden. Zudem ist auch für viele Alleinstehende und Senioren der kurze Plausch an der Kasse ein wesentlicher Bestandteil, der einen Einkauf abrundet. 

Edeka testet „Easy Shopper“: In diesen Filialen testet die Kette den Einkaufswagen

Edeka testet den smarten Einkaufswagen seit April dieses Jahres im Geschäftsgebiet Minden-Hannover. Zunächst konnten Kunden und Kundinnen den „Easy Shopper“ in folgenden Filialen nutzen: Bad Salz­uflen, Belm, Bünde, Cott­bus, Espelkamp, Halle, Hameln, Herford, Merseburg, Minden, Oster­holz-Scharmbeck, Osnabrück, Porta West­falica, Rinteln, Vlotho, Wilhelms­haven und Wuns­torf. Inzwischen gibt es ihn in insgesamt 30 Filialen.

Eine Lidl-Aktion lockten so viele Interessenten an, dass die Polizei eingreifen musste.

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Rubriklistenbild: © dpa / Patrick Seeger

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