Verbraucher

Strenge Corona-Regeln: Rewe und Edeka befürchten Chaos in den Supermärkten

Droht an Weihnachten ein Chaos in den Supermärkten? Rewe und Edeka sind besorgt, wegen der Umsetzung der neuen strengen Corona-Regeln.

  • Die Corona*-Maßnahmen werden kurz vor Weihnachten erneut verschärft.
  • In Geschäften dürfen sich nur noch halb so viele Kunden aufhalten wie im November.
  • Supermärkte wie Edeka* und Rewe* warnen vor einem drohenden Weihnachts-Chaos.

Kassel - Weihnachten steht vor der Tür und bereits ohne Corona-Pandemie war kurz vor den Feiertagen schon immer viel Trubel in den Geschäften. Wegen der verschärften Corona-Regeln, die nun von Bund und Ländern beschlossen wurden, warnt der Handel jetzt vor einem Chaos an Weihnachten in den Supermärkten. Die neuen Corona-Regeln gelten vorerst bis zum 20.12.2020 gelten.

In diesem Jahr könnte das Kundenaufkommen in den Supermärkten besonders hoch werden. Denn auf die Weihnachtstage folgt direkt ein Sonntag. Die Geschäfte sind also gleich an drei aufeinanderfolgenden Tagen geschlossen und an Heiligabend haben die Händler in der Regel nur bis mittags geöffnet.

Chaos an Weihnachten wegen Corona-Regeln? Supermärkte sind alarmiert

Das ändert sich zum Dienstag, 01.12.2020: In Geschäften mit einer Verkaufsfläche ab 800 Quadratmetern muss ein Kunde 20 Quadratmeter Platz haben, zuvor waren es 10 Quadratmeter. Heißt im Umkehrschluss, dass sich nur noch halb so viele Kunden im Geschäft aufhalten dürfen. Für das Einlass-Management sind die Ladenbetreiber selbst zuständig.

Mit dieser Regelung soll das Ansteckungsrisiko mit Covid-19 minimiert werden, da unnötige Schlangenbildung vermieden wird. Doch die Märkte befürchten, dass sie die Lage unter den neuen Umständen gerade an Weihnachten kaum mehr bewältigen werden können.

Chaos an Weihnachten im Supermarkt? Rewe-Chef besorgt wegen verschärfte Corona-Regeln

Noch bevor die neuen Corona-Maßnahmen beschlossen wurden, äußerte sich der Vorstandsvorsitzende der Rewe Group, Lionel Souque, in einer Pressemitteilung: Er fände Einschränkungen dieser Art kritisch und sprach sich dafür aus, dass die 10-Quadratmeter-Regel unverändert bleiben sollte.

Rewe-Chef Souque befürchte „vor Weihnachten endlose Warteschlangen und chaotische Situationen vor den Supermärkten. Das wird weder dem Schutz vor Infektionen noch der Gesundheit der Menschen dienen.“

Weiterhin betont der Rewe-Chef die sowieso schon schwierige Situation vor den Weihnachtsfeiertagen. In der Pressemeldung von Rewe heißt es: „Eine weitere Einschränkung der Kundenzahl in den Märkten werde kaum zu bewältigen sein“, denn in den Tagen vor Weihnachten würden die Rewe-und Penny-Märkte (welche ebenfalls zur Rewe Group gehören) rund 20 Prozent mehr Umsatz machen als an einem Durchschnittstag.

Weihnachts-Chaos: Edeka-Chef zu den neuen Corona-Regeln

Auch Edeka-Chef Markus Mosa äußert sich kritisch zu den verschärften Corona-Maßnahmen. Er sieht die 20-Quadratmeter-Regel als „kontraproduktiv und nicht nachvollziehbar“ an, zitiert ihn die WAZ. Er schließt sich der Befürchtung des Rewe-Chefs an, dass der Kunden-Ansturm vor den Feiertagen so nicht mehr zu bewältigen sei.

Anders als in Discountern sieht Edeka-Chef Mosa den Nachteil der Supermärkte vor allem bei der Bedienzeit: Beim Kauf von frischem Käse, Wurst und vor allem Fleisch für Weihnachten entstünde ein Rückstau: „Das wird einen weiteren Schub geben in Richtung SB-Formate mit ausschließlich preisorientierten Angeboten“, ärgert sich Mosa.

Chaos an Weihnachten im Supermarkt wegen Corona-Regeln? Rewe und Edeka schlagen Alarm und sind in Sorge, die Lage nicht mehr beherrschen zu können. (Symbolbild)

Zudem drohenden Chaos in den Supermärkten wegen der Corona-Regeln könnten auch noch leere Regale bei Rewe kommen: Rewe steckt mitten in Preis-Verhandlungen mit bekannten Herstellern und Marken - darunter auch Coca Cola und Nivea. Nun scheint die Situation zu eskalieren. (Theresa Lippe) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/Picture alliance

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