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Liter Super für 2,47 Euro? Spritpreis-Explosion nach Bundestagswahl droht

Der Preis für Benzin und Diesel könnte nach der Bundestagswahl 2021 deutlich ansteigen – auf bis zu 2,47 Euro für einen Liter Super.

Kassel – Das Ergebnis der Bundestagswahl 2021* könnte auf Autofahrer starke Auswirkungen haben. Die Wahlprogramme der Parteien geben Aufschluss darüber, welche Koalition zu höheren Kosten oder einer Entlastung von Autofahrern führen könnte.

In aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl liegt die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz weiter vorn. Zusätzlich zur SPD gehören Union, Grüne, FDP und Linke zu den Parteien, die mit großer Wahrscheinlichkeit nach der Wahl an einer Regierungskoalition beteiligt sein könnten.

Einführung des CO2-Preises: Spritpreise bereits deutlich gestiegen

Aktuell müssen Autofahrer tiefer in die Tasche greifen, denn die Spritpreise in Deutschland sind bereits deutlich gestiegen. Grund ist unter anderem die Einführung eines CO2-Preises im Jahr 2021, beruhend auf einem Beschluss von SPD und CDU/CSU. Dadurch soll der CO2-Ausstoß verringert und die Klimaziele erreicht werden. Laut dem Beschluss müssen Unternehmen, die Heizöl, Kohle oder Benzin verkaufen, für jede Tonne CO2 ein Zertifikat kaufen. Der Ausstoß einer Tonne kostet in diesem Jahr 25 Euro. Im Anschluss steigt der Preis jährlich um fünf Euro bis im Jahr 2025 dann 55 Euro je Tonne Aufschlag erreicht sind.

Nach der Bundestagswahl 2021 könnten die Spritpreise deutlich steigen.

Eine vom ADAC berechnete, dadurch entstehende Preiserhöhung für Benzin und Diesel wurde bereits überschritten. Der ADAC hatte einen Anstieg um etwa sieben Cent für den Liter Benzin und um acht Cent pro Liter Diesel berechnet. Tatsächlich sind die Preise im August 2021 im Vergleich zu Ende 2020 im deutschlandweiten Durchschnitt laut Daten des ADAC für Super E10 um 33 Cent und für Diesel um 28 Cent gestiegen. Grund für den Anstieg ist nicht nur der CO2-Preis, sondern auch die wieder angehobene Mehrwertsteuer sowie gestiegene Rohölpreise.

Tanken: Preis für Benzin und Diesel könnte nach der Bundestagswahl deutlich steigen

Würde der Beschluss der Großen Koalition bestehen bleiben, müssten Autofahrer im Jahr 2025 mit einem Preis von 1,64 Euro pro Liter Super E10 und 1,48 Euro pro Liter Diesel rechnen, so Focus Online. Diese Preiserhöhungen sollen zum Beispiel durch eine höhere Pendlerpauschale für Berufspendler, einem sinkenden Strompreis und einer Mobilitätsprämie für Geringverdiener ausgeglichen werden.

Doch welche Auswirkungen könnte die Bundestagswahl auf den Spritpreis in den kommenden Jahren haben? Focus Online hat dazu die Wahlprogramme der Parteien und mögliche Regierungs-Koalitionen analysiert. Alle möglicherweise an der Regierung beteiligten Parteien widmen sich in ihrem Wahlprogramm dem Klimawandel und Maßnahmen, um das Klimaziel einer Erderwärmung von maximal 1,5 Grad zu erreichen. Für Autofahrer könnten diese Maßnahmen jedoch mit höheren Kosten verbunden sein.

Den geringsten Preisanstieg könnten laut der Analyse von Focus Online eine Jamaika-Koalition (Schwarz-Gelb-Grün) oder eine Deutschland-Koalition (Schwarz-Gelb-Rot) mit sich bringen. Möglich wäre demnach, dass der bisherige Beschluss der GroKo bestehen bleibt und die Spritpreise sich auf 1,64 Euro für Super E10 und 1,48 Euro für Diesel erhöhen.

2,47 für Super? Regierungskoalition mit FDP könnte Spritpreis sprunghaft steigen lassen

Sollte die FDP an einer Regierungskoalition beteiligt sein, wäre jedoch auch ein deutlicher Preissprung möglich. Der Preis für Super E10 könnte bis auf 2,47 Euro für Super E10 und 2,31 Euro für Diesel steigen, so Focus Online. Denn die FDP fordert in ihrem Wahlprogramm eine Ausweitung des CO2-Emissionshandels auf den gesamten Verkehrssektor. Sollte sie diese Forderung durchsetzten können, könnte der Spritpreis deutlich steigen. Zugrunde liegt der Berechnung eine Studie des Beratungsunternehmens r2b. Diese errechnete einen Anstieg des Spritpreises um 80 Cent.

Möglich wäre eine Regierungsbeteiligung der FDP laut Focus Online in folgenden Koalitionen: Union/FDP/Die Grünen, Union/SPD/FDP oder SPD/FPD/Die Grünen. Die Idee der FDP sieht vor, dass der Staat vorgibt, wie viel CO2 pro Jahr ausgestoßen werden darf, damit Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 erreicht wird. Für den Ausstoß müssen Zertifikate erworben werden, die von Jahr zu Jahr weniger und damit teurer werden, heißt es im Wahlprogramm der FDP. Folglich wird auch der Spritpreis teurer.

Bundestagswahl 2021: Auswirkungen von Rot-Rot-Grün auf Spritpreise unklar

Sehr unsicher ist es, wie sich eine Rot-Rot-Grüne Koalition auf Spritpreise auswirken würde, so die Analyse von Focus Online. Denn SPD und Linke machen in ihren Programmen keine detaillierten Angaben. Die Linke lehnt den Emissionshandel jedoch grundsätzlich ab. Einig sind sich hingegen Union, FDP sowie Grüne beim Ausgleich dieser Mehrkosten durch CO2-Preis oder den Emissionshandel: Bürgern sollen die Mehreinnahmen des Staates zurückbekommen.

Fragwürdig ist jedoch, ob diese Maßnahmen der Parteien ausreichen können, um das Klimaziel einer und die Klimavorgaben des Bundesverfassungsgerichts zu erreichen. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) reicht keines der Wahlprogramme aus, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. (sne)

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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