Steigende Gebühren

Tausende Bankkunden beschweren sich bei der Bafin

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Steigende Gebühren oder Probleme bei der Kontoführung - die Bafin rechnet in diesem Jahr mit über 5000 Beschwerden. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Viele Bankkunden ärgern sich über ihr Kreditinstitut - und beschweren sich bei der Finanzaufsicht Bafin. Die Aufseher können zwar nicht immer helfen. Sie können aber dafür sorgen, dass die Vorschriften eingehalten werden.

Frankfurt/Main (dpa) - Steigende Gebühren, die Einführung neuer Entgelte oder Filialschließungen: Tausende Bankkunden haben sich auch in diesem Jahr bei der Finanzaufsicht Bafin über ihr Kreditinstitut beklagt.

Nach Daten der Behörde wurden bis Ende September 4468 Beschwerden und Anfragen registriert. Die Aufsicht rechnet damit, dass die Zahl in diesem Jahr insgesamt etwas über dem Vorjahreswert von 5162 Beschwerden liegen wird. Konkrete Gründe für den Anstieg seien nicht erkennbar. Gewisse Schwankungen seien jedoch üblich, erklärte die Bafin.

Erneut war die ganze Palette der Produkte und Dienstleistungen betroffen: Von Problemen bei der Kontoführung oder Überweisungen bis zu Fragen zu Kreditverträgen. Bankkunden ärgerten sich auch über steigende Gebühren und schalteten die Bafin ein. Den Geldinstituten brechen in der Zinsflaute die Erträge weg. Viele drehen daher an der Gebührenschraube.

Zwar kann die Aufsicht nach eigenen Angaben die Ausgestaltung der Kontenmodelle, die teilweise zu Gebührenerhöhungen führten, nicht genauer unter die Lupe nehmen. Es handele sich um geschäftspolitische Entscheidungen der Institute.

Die Bafin kann jedoch prüfen, ob das Verfahren zur Änderung der Bedingungen den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Dies gilt auch für die Abwicklung der Verträge von Kunden, die mit den neuen Konditionen nicht einverstanden sind. "Da dies nicht immer der Fall war, ging die Bafin dem nach und wirkte auf eine Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen hin", erklärte die Behörde.

Für Verbraucher-Ärger sorgte auch der Umgang einiger Geldhäuser mit dem Zahlungskontengesetz. Das Gesetz erleichtert den Kontowechsel. Zudem eröffnet es jedem Bürger den Rechtsanspruch auf ein Girokonto. Alle Geldhäuser sollen Menschen ohne festen Wohnsitz auf Wunsch ein Basiskonto auf "Guthabenbasis" einrichten. Der Konteninhaber erhält eine Bankkarte und darf Geld überweisen. Überzogen werden kann ein solches Konto nicht.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sammelt im Rahmen ihres Mitarbeiter- und Beschwerderegisters seit 1. November 2012 die Daten von Anlageberatern in Deutschland und registriert Kundenbeschwerden.

Bafin zu Zahlungskontengesetz

Infos zum Kontowechsel von FMH

Tipps der Verbraucherzentrale Bremen

So wechseln Verbraucher zu einem günstigen Konto

Wer wegen hoher Gebühren mit seiner Bank unzufrieden ist, kann einfach sein Konto wechseln. Dafür bekommen Verbraucher sogar Hilfe von der neuen Bank. Sie können bei dem gewünschten Geldinstitut ein Konto eröffnen und diese Bank zur Kontowechselhilfe ermächtigen, erklärt die Verbraucherzentrale Bremen. Das funktioniert in der Regel online oder in der Filiale. Die neue Bank übernimmt dann den Umzug des Kontos.

Innerhalb von zwei Geschäftstagen fordert das Institut bei der alten Bank eine Liste der bestehenden Daueraufträge und der vorhandenen Informationen zu erteilten Lastschriftmandaten. Ebenfalls angefordert werden alle verfügbaren Informationen über eingehende Überweisungen und Lastschriften aus den vergangenen 13 Monaten. Die alte Bank muss innerhalb von fünf Geschäftstagen alle angeforderten Informationen liefern. Zugleich darf sie Daueraufträge nicht mehr ausführen und auch Lastschriften nicht mehr akzeptieren.

Das Konto wird zu einem vom Kunden gewünschten Termin geschlossen. Restguthaben wird auf das neue Konto überwiesen. Die neue Bank richtet alle Daueraufträge ein und informiert auch Einzahler wie zum Beispiel den Arbeitgeber über die neue Kontoverbindung.

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