Helfer in Krisenzeiten

Wie werde ich Bestatter/in?

Die angehende Bestatterin Carolin Dumbeck lernt in einem privaten Bestattungsinstitut. Es gibt auch die Option, im öffentlichen Dienst zu arbeiten. Foto: Martin Storz/dpa-tmn
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Die angehende Bestatterin Carolin Dumbeck lernt in einem privaten Bestattungsinstitut. Es gibt auch die Option, im öffentlichen Dienst zu arbeiten. Foto: Martin Storz/dpa-tmn
Carolin Dumbeck macht eine Ausbildung zur Bestatterin im Bestattungshaus Unter den Linden in Reutlingen. Foto: Martin Storz/dpa-tmn
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Carolin Dumbeck macht eine Ausbildung zur Bestatterin im Bestattungshaus Unter den Linden in Reutlingen. Foto: Martin Storz/dpa-tmn
Die angehende Bestatterin Carolin Dumbeck kleidet einen Sarg aus. Neben psychischer Stabilität müssen die Auszubildenden eine gute körperliche Institution mitbringen. Foto: Martin Storz/dpa-tmn
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Die angehende Bestatterin Carolin Dumbeck kleidet einen Sarg aus. Neben psychischer Stabilität müssen die Auszubildenden eine gute körperliche Institution mitbringen. Foto: Martin Storz/dpa-tmn
Übergabe der Bestattungsdokumente: Als angehende Bestatterin braucht Carolin Dumbeck viel Empathie, denn die Trauernden sind in einer Ausnahmesituation. Foto: Martin Storz/dpa-tmn
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Übergabe der Bestattungsdokumente: Als angehende Bestatterin braucht Carolin Dumbeck viel Empathie, denn die Trauernden sind in einer Ausnahmesituation. Foto: Martin Storz/dpa-tmn
Carolin Dumbeck macht die dreijährige Ausbildung zur Bestatterin. Danach will sie eine Weiterbildung zur Einbalsamiererin absolvieren. Sie lernt im Bestattungshaus Unter den Linden in Reutlingen. Foto: Martin Storz/dpa-tmn
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Carolin Dumbeck macht die dreijährige Ausbildung zur Bestatterin. Danach will sie eine Weiterbildung zur Einbalsamiererin absolvieren. Sie lernt im Bestattungshaus Unter den Linden in Reutlingen. Foto: Martin Storz/dpa-tmn
Was ist bei den Verträgen wichtig? Bestatterin Marijana Saric erklärt ihrer Auszubildenden Carolin Dumbeck (rechts), worauf es ankommt. Foto: Martin Storz/dpa-tmn
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Was ist bei den Verträgen wichtig? Bestatterin Marijana Saric erklärt ihrer Auszubildenden Carolin Dumbeck (rechts), worauf es ankommt. Foto: Martin Storz/dpa-tmn

Einen Toten anfassen: Was so vielen Angehörigen Überwindung kostet, ist für Bestatter ganz normal. Sie begleiten Menschen, die eine schwere Zeit durchmachen. Der ständige Umgang mit Trauernden ist eine Herausforderung. Trotzdem brechen nur wenige die Ausbildung ab.

Reutlingen (dpa/tmn) - Gerade für junge Menschen ist der Tod häufig ein weit entferntes Thema. Dennoch ist das Interesse am Beruf des Bestatters groß. Jedes Jahr machen etwa 150 Jugendliche die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft - die Zahl der Bewerber liegt deutlich höher.

"Ich gehe jeden Morgen gern zur Arbeit", erzählt Carolin Dumbeck. Sie hat einen der Ausbildungsplätze bekommen und im Herbst ihre dreijährige, duale Ausbildung begonnen. Sie lernt im Bestattungshaus Unter den Linden in Reutlingen. Dort lernt sie, Gespräche mit Angehörigen zu führen, Trauerfeiern zu organisieren und Särge herzurichten.

Die 17-Jährige musste sich mit dem Thema Trauer früh beschäftigen. Als sie neun Jahre alt war, starb ihr Vater. "Ich habe mir mein ganzes Leben lang immer wieder Gedanken über den Tod gemacht", erzählt sie. Dadurch könne sie sich in Kunden hineinversetzen. "Ich möchte Menschen in einer Phase helfen, die ich selbst erlebt habe."

Den theoretischen Teil der Ausbildung absolviert Dumbeck an der staatlichen Berufsschule im unterfränkischen Bad Kissingen. Das ist eine von drei Schulen für angehende Bestatter in Deutschland. Viele der angehenden Bestattungsfachkräfte kämen aus Familienbetrieben, sagt Klaus Werner, der die Fachrichtung an der Schule betreut und den Rahmenlehrplan für die Ausbildung miterarbeitet hat. Andere Azubis hätten selbst jemanden verloren - wie Carolin Dumbeck.

Der Job kann viel Erfüllung bieten. Das zeige auch die niedrige Abbrecherquote in Bad Kissingen von fünf bis sechs Azubis pro Jahr. "Das ist sehr wenig für die Belastung, die dieser Beruf mit sich bringt", erklärt Werner. Emotional, psychisch, aber auch von den Arbeitszeiten her ist der Beruf eine Herausforderung: Bestatter müssen rund um die Uhr einsatzbereit sein.

Voraussetzung sei neben der psychischen Stabilität eine gute körperliche Konstitution, erläutert Werner. Andererseits spiele auch Kreativität eine Rolle. "Bei den Trauerfeiern muss man die Vorstellungen der Angehörigen umsetzen können."

Wer Bestatter werden will, müsse sowohl die Neigung als auch die Eignung mitbringen, solch einen existenziellen Job auszuüben. "Wir brauchen gefestigte Persönlichkeiten", sagt Oliver Wirthmann, Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur und Pressesprecher des Bundesverbands Deutscher Bestatter.

Bestattungsfachkräfte in Ausbildung verdienen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im ersten Ausbildungsjahr 400 Euro im Bestattungsgewerbe. Im öffentlichen Dienst ist es deutlich mehr. Sie arbeiten nicht nur bei privaten Bestattungsinstituten, sondern auch bei Friedhofsverwaltungen. Die Gehälter ausgebildeter Bestattungsfachkräfte lägen zwischen 2000 und 2300 Euro brutto, erläutert Wirthmann. Es kann im Einzelfall aber auch deutlich weniger sein.

Die Auszubildende Carolin Dumbeck hat konkrete Pläne für die Zeit, wenn sie mit der Lehre fertig ist. Sie würde sich gerne zur Einbalsamiererin (Thanatopraktikerin) weiterbilden lassen, erzählt sie.

Bestattungsfachkraft - Informationen der Bundesagentur für Arbeit

Bundesverband Deutscher Bestatter

Kuratorium Deutsche Bestattungskultur

Bestattungshaus Unter den Linden Reutlingen

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