Pilotprojekt in Altersheim

Experiment: Sind sechs Stunden Arbeit pro Tag besser?

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Nur noch sechs Stunden Arbeit pro Tag: Dieses Experiment aus Göteborg soll zeigen, wie sich die Produktivität durch kürzere Arbeitszeit verbessert.

Für so manchen Arbeitgeber können Mitarbeiter gar nicht lang genug arbeiten. Warum genau das ein Fehler sein könnte, zeigt ein Pilotprojekt in Schweden.

Erste Erkenntnisse eines Projekts aus Schweden zeigen, dass die Produktivität im Job am höchsten ist, wenn nur sechs Stunden täglich gearbeitet wird. Valide Auswertungen dazu gibt es allerdings bisher nicht.

Experiment auf Zeit

Laut eines Berichts der Süddeutschen Zeitung wurde das Experiment zur idealen Arbeitszeit von der schwedischen Linkspartei initiiert. In dem Altersheim Svartedalens in Göteborg arbeitet das Personal bei gleicher Bezahlung wie bisher nur noch sechs Stunden pro Tag. Im Zuge dessen wurden von der Stadt Göteborg 14 neue Mitarbeiter eingestellt und umgerechnet 860.000 Euro zusätzlich investiert.

Bis Ende 2016 soll das Projekt noch laufen. Danach soll ausgewertet werden, wie sich die Mitarbeitermotivation und weitere Faktoren durch die Kürzung der Arbeitszeit verändert haben. Genauer untersucht werden dabei ein möglicher Rückgang von Krankmeldungen und die Gefühlslage der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bezüglich ihrer Arbeit.

Pflegerinnen entspannter

Da das Projekt noch läuft, gibt es noch keine konkreten Zahlen, doch bereits jetzt berichten Pflegerinnen davon, dass sie entspannter seien und mehr Energie hätten. Auch hätten sie mehr Zeit für Dinge, die sie früher nur mühsam schafften. Kochen zähle beispielweise dazu, so Berater Bengt Lorentzon, der das Projekt für die Stadt auswertet, zur Süddeutschen Zeitung. "Früher sind die Mitarbeiter müde zur Arbeit gekommen und müde nach Hause gegangen." Mittlerweile sei das schon anders.

Man kann auf die Auswertung des Experiments also gespannt sein.

Rauchen am Arbeitsplatz: Das sind Ihre Rechte

Um Ärger zu vermeiden, ist es für Raucher wichtig, Pausenzeiten einzuhalten. Sofern nicht vom Arbeitgeber gestattet, besteht kein Anspruch auf bezahlte Raucherpausen. Weil Rauchen eine Freizeitbeschäftigung ist, gibt es kein Recht, zusätzlich alle zwei Stunden eine Fünf-Minuten Pause einzulegen. © dpa
Arbeitgeber können von Mitarbeitern verlangen, vor Raucherpausen auszustempeln. Die versäumte Zeit muss nachgearbeitet werden. Wer sich daran nicht hält, dem droht eine Abmahnung und im zweiten Schritt sogar die Kündigung. © dpa
Paragraf 618 des Bürgerlichen Gesetzbuches schreibt grundsätzlich Schutzmaßnahmen in einem Betrieb vor. Demnach ist der Arbeitgeber verpflichtet, alles zu tun, um Gefahr für das Leben und die Gesundheit abzuwenden. Mittlerweile ist unstrittig, dass Rauchen auch anderen schadet. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Passivrauchen schädlich ist. © dpa
Das bezieht sich auf den Arbeitsplatz eines Mitarbeiters, aber auch auf Toiletten sowie Pausen- und Bereitschaftsräume. © dpa
Im Mai 2009 hat das Bundesarbeitsgericht daher in einem Urteil (Az.: 9 AZR 241/08) den Grundsatz bestätigt, wonach jedem Arbeitnehmer ein tabakfreier Arbeitsplatz zusteht. Der Arbeitgeber muss Beschäftigte zumindest soweit schützen, wie die “Natur der Dienstleistung“ es gestattet. © dpa
Keine Frage, der Druck auf Raucher in Betrieben hat zugenommen. Das liegt unter anderem daran, dass immer mehr Arbeitgeber wirtschaftliche Nachteile des Rauchens sehen - etwa die Abwesenheit vom Arbeitsplatz während der Raucherpausen sowie längere Krankheitszeiten. © dpa
So mancher Raucher spricht inzwischen von Diskriminierung. Doch bis der Nichtraucherschutz eine so große Bedeutung erlangte, war es ein weiter Weg. © dpa
Strikte Regeln gab es zunächst nur für Betriebe, die mit brennbaren Materialien hantierten oder Fleisch verarbeiteten. Erst 2002 wurde der verbindliche Schutz von Mitarbeitern auf die übrigen Bereiche des Arbeitslebens ausgedehnt. © dpa
Fünf Jahre später verbot der Bund Rauchen in seinen Einrichtungen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Bahnhöfen. Es folgten Regelungen der Länder, die den Tabakgenuss an Arbeitsplätzen mit Publikumsverkehr - also Gaststätten - auf verschiedene Weise einschränken. © dpa
Die heutigen strengen Vorschriften im Betrieb gelten selbst für Einzelbüros von Rauchern. Es sei denn, es handelt sich um ein Büro, das sonst niemand betritt und von wo aus kein Rauch nach außen dringt. Das dürfte in der Praxis aber nie der Fall sein © dpa
Rechtlos sind Raucher aber auch heutzutage nicht. Nicht zuletzt deshalb muss ein Betriebsrat - sofern vorhanden - bei Entscheidungen zu Rauchverboten einbezogen werden. © dpa
Chefs dürfen Rauchen nicht mit dem Argument verbieten, Mitarbeitern ihr Laster abgewöhnen zu wollen. Denn: Es ist nicht Sache des Betriebes, Raucher zu Nichtrauchern zu machen. © dpa
Daher muss es Plätze geben, an denen Rauchen gestattet ist. Genüge ist getan, wenn Qualmen lediglich außerhalb der Gebäude erlaubt wird. © dpa
Im Klartext heißt das: Raucher müssen im Zweifelsfall bei Wind und Wetter draußen stehen. © dpa

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