Jobsuche

Diese Stellenanzeigen regen Bewerber richtig auf

+
Schlampige Stellenanzeigen? Da könnte so mancher Bewerber ausrasten.

Nicht nur Firmen kämpfen mit schlechten Bewerbungen - auch Jobsuchende ärgern sich über miese Stellenanzeigen. Was schief läuft und was sich Bewerber wünschen.

Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse: So lautet der moderne "Dreisatz" der Bewerbungen. Doch um überhaupt soweit zu kommen, müssen Bewerber erst einmal eine passende Stellenanzeige finden. Was viele Firmen nicht ahnen: Die Stellenanzeigen, die sie im Internet oder auch in Tageszeitungen schalten, lässt so manchem motivierten Bewerber die Haare zu Berge stehen. Das zeigt eine Umfrage des Recruiting-Spezialisten Softgarden.

Die Berliner Firma führte im November und Dezember 2017 eine Studie durch, die sich mit der Jobsuche aus Bewerbersicht beschäftigt. Rund 2.100 Bewerber beantworteten Fragen rund um Stellenanzeigen und ließen dabei auch ihrem Ärger freien Lauf, wie das Online-Portal der Wirtschaftswoche meldet.

Diese Stellenanzeigen regen Bewerber mächtig auf

So klagen erschreckende 73 Prozent der Studienteilnehmer, dass sie sich schon einmal nicht beworben hatten, weil die Stellenanzeige zu schlecht war: Für 47 Prozent habe der Job zu unattraktiv gewirkt, 18 Prozent konnten sich unter der Beschreibung nichts vorstellen. Bei jedem Vierten, der sich nicht bewarb, hinterließ die Firma sogar einen schlechten Eindruck. 

Viele Bewerber wünschen sich außerdem, dass Unternehmen in ihren Stellenausschreibungen besser auf ihre Rechtschreibung und Grammatik achten. Offensichtlich hapert es in der Hinsicht in vielen Stellenanzeigen. Einige kritisieren auch, dass sich Firmen darin zu oft selbst loben oder zu sehr in Marketing-Sprache und Floskeln verfallen.

Stellenanzeigen werden nicht nur schlecht formuliert. Sie scheinen bei Bewerbern generell ein Image-Problem zu haben, denn nur 15,6 Prozent trauen ihrem Inhalt voll und ganz - 17,3 Prozent dagegen glauben Stellenanzeigen gar nicht. Und das kommt nicht von ungefähr: Fast die Hälfte (42 Prozent) soll in früheren Jobs erlebt haben, dass Anzeige und Job-Realität weit auseinander klaffen.

Zum Weiterlesen: Die zehn größten Irrtümer bei der Bewerbung.

Was wünschen sich Bewerber von Unternehmen?

Für Bewerber gehören folgende Punkte in den Mittelpunkt der Anzeige: 

  • die Beschreibung der Stelle sowie
  • das Anforderungsprofil an den Bewerber.

Weniger interessant sind:

  • Jobtitel und 
  • Arbeitgeberportrait.

Am wenigsten interessieren sich Bewerber für:

  • "Wir bieten" (Stichwort: Obstkörbe, Kickertisch) und die
  • Kontaktzeile.

In 700 freien Kommentaren gaben Bewerber außerdem zu verstehen, welche zusätzlichen Angaben sie sich in Stellenanzeigen wünschen. Rund ein Drittel betrifft das Gehalt. Viele wünschen sich, dass ein Gehaltsrahmen in der Stellenanzeige angegeben ist, schließlich sei das Gehalt ein wichtiges Kriterium, ob sich Kandidaten bewerben - oder auch nicht. Und schließlich müsse ein Bewerber ja auch seine eigenen Gehaltsvorstellungen angeben, so ein Befragter: "Warum also im Dunklen fischen? Die falsche Summe ist leider auch ein Grund rauszufallen", so sein Argument.

Mehr dazu: Fünf Tipps, wie Sie im neuen Job mehr Geld bekommen.

Außerdem interessieren sich Bewerber brennend für ihre Arbeitszeit: Schafft man als Mitarbeiter die Arbeit in der angegebenen Wochenarbeitszeit - oder drohen Überstunden? Und: Welches Arbeitszeitmodell wird in der Firma gelebt? 

Die Studie zeigt, dass Stellenanzeigen auch in Zukunft gefragt sind. Die Bewerber wünschen sich lediglich mehr Online-Stellenanzeigen und Ausschreibungen in speziellen Apps, etwa nach Vorbild der heutigen Dating-Portale. Nach Vorstellung der Bewerber sollten Unternehmen wie bei einer Partnersuche um neue Talente werben, stärker auf Bewerber eingehen und ihre eigenen Vorzüge besser darstellen. Außerdem sollten die Anzeigen umfangreicher und genauer formuliert werden.

Auch interessant: Firma lacht sich schlapp - Ist das der faulste Bewerber aller Zeiten?

Wie soll die Bewerbung der Zukunft aussehen?

Für die Zukunft der Bewerbung wünschten sich die Studienteilnehmer aber auch gänzlich andere Wege wie heute, etwa dass Einladungen und Absagen innerhalb von 15 Minuten nach Bewerbungseingang verschickt werden. Oder dass Bewerber generell weniger Arbeit mit ihrer Bewerbung haben, indem sie nur noch einen Link zu ihrem Social-Media-Profil verschicken müssen. Dass Letzteres bald in Erfüllung geht, ist vielleicht gar nicht so abwegig. 

Lesen Sie auch: Zehn Fehler, die Sie bei der Jobsuche unprofessionell wirken lassen.

Übrigens: Bewerbungs-Tipps rund um Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch erhalten Sie hier.

Wollen Sie über aktuelle Karriere-News auf dem Laufenden bleiben? Dann folgen Sie unserer Branchenseite auf dem Karriereportal Xing.

Von Andrea Stettner

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

Wie sieht der perfekte Bewerber aus? Diese Frage stellte das Staufenbiel Institut und Kienbaum 300 Personalern in Deutschland. Das Ergebnis sehen Sie hier: 
Wie sieht der perfekte Bewerber aus? Diese Frage stellte das Staufenbiel Institut und Kienbaum 300 Personalern in Deutschland. Das Ergebnis sehen Sie hier:  © pexels
Der perfekte Bewerber ist Wirtschaftswissenschaftler. Rund 79 Prozent aller befragten Unternehmen suchen Kandidaten dieser Fachrichtung. Auch Informatiker und Ingenieure haben gute Karten auf dem Arbeitsmarkt.
Der perfekte Bewerber ist Wirtschaftswissenschaftler. Rund 79 Prozent aller befragten Unternehmen suchen Kandidaten dieser Fachrichtung. Auch Informatiker und Ingenieure haben gute Karten auf dem Arbeitsmarkt. © dpa
Während seines Studiums war er Praktikant. 73 Prozent der Personaler bevorzugen Bewerber, die bereits im Studium Praxiserfahrung gesammelt haben. Und sogar 81 Prozent überzeugt Erfahrung mehr als gute Abschlussnoten.
Während seines Studiums war er Praktikant. 73 Prozent der Personaler bevorzugen Bewerber, die bereits im Studium Praxiserfahrung gesammelt haben. Und sogar 81 Prozent ist Erfahrung wichtiger als gute Abschlussnoten. © dpa
Apropos Abschlussnoten: Für 58 Prozent der Personaler sollte der perfekte Bewerber einen guten Abschluss haben. Hier spielt aber die Branche eine große Rolle: Banken und Finanzdienstleister legen mit 68 Prozent mehr Wert auf gute Noten. Der höhere Master-Abschluss zählt vor allem im Bereich Gesundheit, Chemie und Pharmazie.
Apropos Abschlussnoten: Für 58 Prozent der Personaler sollte der perfekte Bewerber einen guten Abschluss haben. Hier spielt aber die Branche eine große Rolle: Banken und Finanzdienstleister legen mit 68 Prozent mehr Wert auf gute Noten. Der höhere Master-Abschluss zählt vor allem im Bereich Gesundheit, Chemie und Pharmazie. © dpa
Wer einmal ein Jahr im Ausland verbracht hat, kann sich glücklich schätzen: Recruiter schätzen Zusatzqualifikationen wie Englischkenntnisse (77 Prozent) und Auslandserfahrung (38 Prozent).
Wer einmal ein Jahr im Ausland verbracht hat, kann sich glücklich schätzen: Recruiter schätzen Zusatzqualifikationen wie Englischkenntnisse (77 Prozent) und Auslandserfahrung (38 Prozent). © pixabay
Der perfekte Bewerber muss außerdem mit einem ganzen Katalog an Soft Skills aufwarten. Besonders gefragt bei Personalern: Eigeninitiative (100 Prozent), Leistungsbereitschaft (98 Prozent), Kommunikationsfähigkeit (95 Prozent) und Teamfähigkeit (94 Prozent).
Der perfekte Bewerber muss außerdem mit einem ganzen Katalog an Soft Skills aufwarten. Besonders gefragt bei Personalern: Eigeninitiative (100 Prozent), Leistungsbereitschaft (98 Prozent), Kommunikationsfähigkeit (95 Prozent) und Teamfähigkeit (94 Prozent). © iStockphoto / AndreyPopov
Bei der Bewerbung erwarten Personaler Perfektion: Rechtschreibfehler sind ein absolutes No-Go - rund 60 Prozent aller Personaler sortieren eine fehlerhafte Bewerbung sofort aus. Ein falscher Ansprechpartner oder Unternehmensname führt bei 54 Prozent zum Aus. 
Bei der Bewerbung erwarten Personaler Perfektion: Rechtschreibfehler sind ein absolutes No-Go - rund 60 Prozent aller Personaler sortieren eine fehlerhafte Bewerbung sofort aus. Ein falscher Ansprechpartner oder Unternehmensname führt bei 54 Prozent zum Aus.  © dpa
Das Herzstück einer Bewerbung ist der Lebenslauf, auch CV (kurz für "Curriculum Vitae") genannt. Etwa drei Viertel aller Personaler widmet sich erst dem Lebenslauf - allerdings nehmen sich dafür rund 40 Prozent nur fünf Minuten oder weniger Zeit.
Das Herzstück einer Bewerbung ist der Lebenslauf, auch CV (kurz für "Curriculum Vitae") genannt. Etwa drei Viertel aller Personaler widmet sich erst dem Lebenslauf - allerdings nehmen sich dafür rund 40 Prozent nur fünf Minuten oder weniger Zeit.  © pixabay
Nach dem Lebenslauf kommt das Anschreiben. Hier bevorzugen Personaler eine übersichtliche Struktur statt kreativem Design. 
Nach dem Lebenslauf kommt das Anschreiben. Hier bevorzugen Personaler eine übersichtliche Struktur statt kreativem Design.  © pixabay
Über das private Facebook-Profil müssen sich Bewerber allerdings keine Sorgen machen: Nur drei Prozent der befragten Personaler checken Kandidaten über Social Media. 
Über das private Facebook-Profil müssen sich Bewerber allerdings keine Sorgen machen: Nur drei Prozent der befragten Personaler checken Kandidaten über Social Media.  © pexels

Auch interessant:

Meistgelesen

Zug-Rätsel für Zweitklässler lässt Eltern verzweifeln
Zug-Rätsel für Zweitklässler lässt Eltern verzweifeln
Überraschend: Das ist der größte Arbeitgeber der Welt
Überraschend: Das ist der größte Arbeitgeber der Welt
Mathe-Rätsel: Wer knackt diese verzwickte Rechenaufgabe? 
Mathe-Rätsel: Wer knackt diese verzwickte Rechenaufgabe? 
Warum der Amazon-Chef wichtige Meetings nur zwischen 10 und 12 Uhr ansetzt
Warum der Amazon-Chef wichtige Meetings nur zwischen 10 und 12 Uhr ansetzt

Kommentare