Wird niemals Kinder kriegen

Tragisch: Organe im Bauch dieser Frau "verkleben wie Zement"

Eine Frau muss tagtäglich starke Schmerzen erleiden – wegen einer seltenen Krankheit. Sie wird zudem niemals Kinder haben können. Der Grund dafür macht traurig.

15 Operationen, ständige Höllenqualen – und das alles seit Jahren: Danielle Kettlewell weiß nicht mehr weiter. Die 32-Jährige ist seit Anfang 2013 in ärztlicher Behandlung. Damals dachte sie noch, sie hätte "nur" eine Blinddarmentzündung, als sie mit stechenden Bauchschmerzen zum ersten Mal in die Klinik kam. Doch während der Operation fanden die Ärzte etwas viel Schlimmeres: Die Britin litt unter einer chronischen Unterleibsentzündung.

15 Operationen später: Organe dieser Frau "kleben wie Zement zusammen"

Danielle wurde sofort behandelt und anschließend nach Hause geschickt – doch die starken Schmerzen kamen schnell wieder. Seitdem musste sie zwischen Februar 2013 und September 2016 acht weitere Operationen im Harrogate District Hospital im englischen North Yorks über sich ergehen lassen. Doch erneut konnten die Ärzte dort nichts weiter feststellen als Narbengewebe, das sich zwischen den inneren Organen gebildet hatte und diese zusammenklebte.

Anstatt darin die Ursache für Danielles Martyrium zu sehen, besaß ein Chirurg sogar die Frechheit, zu behaupten, dass dies nichts ausmachen würden und sie sich alles nur einbilde. "Aber ich wusste, dass etwas nicht stimmte und der Schmerz ging einfach nicht weg, also musste ich selbst handeln", so Danielle gegenüber dem britischenMirror.

Im November 2015 suchte sie einen Spezialisten in Birmingham auf – dieser fand schließlich mithilfe einer sehr teuren Bauchspiegelung heraus, dass sie zudem an Endometriose litt, welche zu aggressiven Organverwachsungen führen kann. Das schmerzhafte Ergebnis: Ihre Organe "verkleben wie Zement" miteinander.

Auch diese Frau hat Endometriose - und will mit einem Nacktbild darauf aufmerksam machen.

Nach OP-Marathon: Danielle Kettlewell wird niemals Kinder kriegen können

Doch nicht nur körperlich geht es der 32-Jährigen schlecht, auch ihr Sozial- und Berufsleben (sie war Pferdepflegerin) leiden seit der Diagnose sehr. "Ich habe vor zwei Jahren zu arbeiten aufgehört. Meine Mutter und meine Schwester helfen mir jetzt, wo sie nur können, aber sie haben ihr eigenes Leben. Ich habe auch keine Freunde mehr, weil ich das Haus nicht länger als eine halbe Stunde verlassen kann", berichtet Danielle traurig. "Wegen der ständigen Schmerzen leide ich unter Depressionen und muss Schmerzmittel nehmen, die sogar stärker als Morphium sind, aber sogar die reichen manchmal nicht aus."

Doch das Schlimmste ist für sie, dass sie niemals Kinder bekommen kannim Mai 2016 wurde sogar eine Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) vorgenommen. "Mein Mann Tom und ich versuchen schon seit Jahren, ein Kind zu bekommen, aber ich denke, die Unterleibsentzündung war der Anfang vom Ende." Dennoch halte ihr Ehemann zu ihr – auch wenn es für ihn oft sehr hart sei. "Wir können nichts planen. Sogar abends mal essen gehen, geht nicht."

Diese Frau wird ebenfalls niemals Kinder bekommen können - wegen einer traurigen Entdeckung.

Nach ihrem OP-Marathon soll allerdings Schluss sein – sie wolle die Schmerzen so lange aushalten, bis bei einem letzten Eingriff Organe herausgenommen werden müssen. Dennoch will Danielle nicht aufgeben – und mit ihrer Geschichte nun auf die Krankheit hinweisen und ein öffentliches Bewusstsein schaffen.

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jp

Die seltensten Krankheiten der Welt

Seltene Krankheiten werden von Ärzten oft erst zu spät erkannt. Die meisten Patienten haben eine regelrechte Odyssee hinter sich, bis irgendwann ein Arzt die Krankheit diagnostiziert. Als selten gilt eine Krankheit, die bei weniger als 5 von 10 000 Menschen auftritt. Über die Schwierigkeiten bei deren Diagnose haben sich am Freitag in Hannover mehr als 100 Ärzte, Selbsthilfegruppen, Forscher und Patienten ausgetauscht. Am 28. Februar ist der Europäische Tag der seltenen Krankheiten. Er wird von der der europäischen Organisation für seltene Krankheiten (EURORDIS) organisiert. © dpa
Syringomyelie: Ein schöner Rücken kann entzücken, ein Rücken mit einem Hohlraum in der Wirbelsäule aber ist eine seltene Krankheit - die Syringomyelie. Manchmal ist eine Entwicklungsstörung die Ursache, manchmal auch ein Tumor, eine Verletzung oder eine Entzündung. Der Holraum füllt sich mit Flüssigkeit, die nach und nach das Rückenmark verdrängt. © dpa
Dancing Eyes Syndrom: Die sehr seltene Krankheit wird meist bei Kindern zwischen 1 bis 3 Jahren diagnostiziert. Ihre Augen zucken hin und her, aber auch Arme und Beine bewegen sich ruckartig. Und über Wochen und Monate sind die Kinder oft sehr leicht irritierbar. Wenn die Kinder älter werden, werden die Symptome weniger. Es ist nicht genau klar, wie es dazu kommt. Einige Mediziner nehmen an, dass der Körper Tumorzellen bekämpfen will. Doch er greift gleichzeitig auch gesunde Gehirnzellen an - daher die Zuckungen. © dpa
Progeria adultorum: Der lateinische Begriff besagt, dass ein Mensch viel zu früh und viel zu schnell altert. Die Patienten sind oft erst dreißig, doch plötzlich ergrauen die Haare, die Haut wird faltig. Auch im Geiste werden sie schnell älter. Viele Erkrankte sterben, wenn sie kaum 50 Jahre alt sind. © dpa
Das Kabuki-Syndrom: Die Dame auf unserem Bild ist nur wie eine japanische Kabuki-Schauspielerin geschminkt. Kinder, die unter dem Kabuki-Syndrom leiden, haben aber sehr ähnliche Gesichtszüge. Dazu gehören zum Beispiel große Augen, lange und dicke Wimpern und die Augenbrauen sind sehr bogig. Die Nasenspitze ist bei ihnen zudem oft eingedrückt und die Ohren stehen hervor. Auch die Motorik der Kinder ist eingeschränkt. Geistig sind die Kinder oft mild bis mäßig behindert. © dpa
Das Kleeblattschädel-Syndrom ist eine sehr seltene Fehlbildung des Kopfes. Der Schädel hat, von vorne betrachtet, die Form eines Dreiblättrigen Kleeblatts. Nur 120 Fälle wurden bis 2005 beschrieben. Die meisten Patienten leben nicht lange. Die Fehlbildungen lassen sich jedoch chirurgisch beheben. © dpa
Myiasis: Manche Fliegen, wie die Tumbu- oder Dasselfliege legen ihre Eier gerne in offene Wunden. Deswegen heißt die Myiasis auch Fliegenmaden-Krankheit. Sie tritt vor allem in tropischen oder subtropischen Gegenden auf. Die Larven verteilen sich dann unter der Haut und wandern durch den Körper. Die wichtigste Vorbeugung: Hygiene und wunden gut abdecken. © dpa
Sklerodermie: Bei dieser "entzündlichen rheumatischen Erkrankung" erhärtet sich das Kollagen, ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes. In manchen Fällen nur in der Haut, in manchen Fällen dringt die Sklerodermie aber auch ins Gefäßsystem und die inneren Organe vor. Die Folge können gravierende Funktionsstörungen sein. Das Gesicht wird starr, und die Haut bekommt ein sehr ledriges Aussehen. Auf unserem Foto hat sich eine junge Frau aus Bayern, die an Sklerodermie leidet, ihr Gesicht von Kosmetik-Spezialisten zumindest äußerlich in den Zustand vor der Krankheit zurückversetzen lassen. © dpa
Das Mittelmeerfleckfieber wird durch die braune Hundezecke übetragen, die auch in der Schweiz vorkommt. Nach etwa einer Woche Inkubationszeit bricht das Fieber aus. An der Stelle des Bisses bildet sich in etwa zwei Dritteln der Fälle ein schwarz-rotes Geschwür, die Patienten bekommen Fieber, leiden unter Kopf- und Gliederschmerzen und teilweise auch unter Übelkeit und Erbrechen. Ein rötlicher Ausschlag kann sich bis auf das Gesicht, die Hände und die Füße ausbreiten. Wird der Patient nicht behandelt, zieht sich das Fieber meist innerhalb von zwei Wochen wieder zurück. © dpa
Alien Hand Syndrom: Per Definition ist dies keine seltene Krankheit, auch wenn sie bisher nur sehr selten von Ärzten beschrieben wurde. Einfach erklärt bedeutet diese Krankheit, dass die eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Sie tritt zum Beispiel nach Schlaganfällen auf, aber die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Eine Hand hat keinen Kontakt mehr zur anderen - und zur entsprechenden Hirnhälfte. Die Patienten denken, die fremde Hand ist nicht ihre eigene. Sie entwickelt ein Eigenleben und kann im schlimmsten Fall sogar versuchen, den Patienten zu erwürgen. Und beidhändig Klavierspielen wird mit dieser Krankheit fast unmöglich. © dpa
Nicht ganz selten, aber übel: Der Candirú-Fisch lebt in tropischen Flüssen wie dem Amazonas oder dem Orinoco - und schimmt auch gerne mal in schwimmende Menschen hinein. Das fast durchsichtige Tierchen passt durch den Harnleiter, aber auch durch den Anus und sucht sich den Weg in die Blase. Dort beißt es sich fest, und vor allem die kleinen Wiederhaken am Kopf sorgen für Schmerzen. Er verursacht Blutungen und kann nur durch eine Operation wieder herausbefördert werden. © dpa
Café-au-Lait-Flecken: Teils über den ganzen Körper sind hell- bis dunkelbraune Flecken verteilt. Von einer wirklichen Krankheit sprechen Mediziner nicht, da die Hautveränderung gutartig ist. © dpa

Rubriklistenbild: © Facebook/Charlotte Sophia-leigh Hall (Screenshot)

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