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Schimmel-Brötchen und alte Soßen bei Burger King: Investigativ-Recherche zeigt widerliches Szenario

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Von: Juliane Gutmann

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In Speiselokalen kann auch mal was schiefgehen. Doch was sich in einem norddeutschen Burger King abspielte, hatte System – und gefährdete die Gesundheit der Gäste.

Update vom 11. Oktober 2022: Mäuse in der Küche, alte Lebensmittel, die auch nach dem Verfallsdatum weiterverwendet wurden: Investigativ-Recherchen des RTL-Teams um Günter Wallraff deckten erneut unappetitliche Missstände bei Burger King auf. Die Veröffentlichung der Recherchen zieht jetzt weite Kreise. Das Unternehmen reagierte mit der vorübergehenden Schließung von fünf Filialen, davon zwei in Köln. Wie der Kölner Stadtanzeiger weiter informiert, entzieht jetzt auch der Lizenzgeber „V-Label“ Burger King deutschlandweit das Label für fünf vegane Produkte. Denn im Rahmen der Undercover-Recherchen wurde auch bekannt, dass tierische Lebensmittel in „veganen“ Burger-King-Produkten verarbeitet wurden. V-Label als einheitliches Gütesiegel der europäischen Vegetarier-Union, nahm dem Kölner Stadtanzeiger zufolge folgendermaßen Stellung: „Die Lizenzierung erfolgte in der Annahme, dass Burger King Deutschland die Anforderungen, die sich aus dem Lizenzvertrag ergeben, einzuhalten vermag.“ Doch nach Veröffentlichung der RTL-Recherchen müsse die Lizenzierung zurückgenommen werden, weil für „Burger King Deutschland die Einhaltung seiner vertraglichen Pflichten aktuell nicht möglich ist“.

Artikel vom 30. September 2022: Das RTL-Investigativ-Team um Günter Wallraff deckt regelmäßig Missstände in deutschen Firmen auf. Im Fall der Schnellrestaurantkette Burger King führte die Aufdeckung von gravierenden Hygiene-Mängeln und das Bekanntmachen der ausbeuterischen Machenschaften in Hinblick auf die Mitarbeiterführung vor rund acht Jahren sogar dazu, dass 89 Burger King Filialen in Deutschland schließen mussten. Die Fast-Food-Kette gelobte daraufhin Besserung. Doch das „Team Wallraff“ veröffentlichte kürzlich erneut eine enorm unappetitliche Geschichte.

Logo der US amerikanischen Schnellrestaurantkette Burger King
Besuch bei Burger King: Viele werden nach einer RTL-Recherche genauer hinsehen, in was sie da hineinbeißen. © Imago

Das RTL-Team schleuste sich in eine Burger-King-Filiale in Bernau bei Berlin ein und beobachtete dort die Arbeitsweise der Mitarbeitenden. Die auf dem Papier strengen Regularien in Hinblick auf die Lebensmittelverarbeitung wurden oft nicht eingehalten. So wurden etwa laut Haltbarkeitsdatum abgelaufene Produkte wie Salat, Käse, Bacon und Soßen einfach neu etikettiert und waren damit, zumindest auf dem Papier, wieder frisch, wie der Privatsender RTL informiert.

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Einfach frische Soße in alte Reste füllen und uralte Brötchen verkaufen: Missstände bei Burger King

Im Undercover-Bericht, der auf RTL ausgestrahlt wurde, zeigen die TV-Journalisten um Günter Wallraff, wie es in der Burger King Filiale in Bernau hinter den Kulissen zugeht. Da werden meist ungekühlte Soßenflaschen mit abgelaufenem Inhalt einfach immer wieder neu aufgefüllt, ohne sie vorher zu reinigen. Ebenfalls eine eklige Wahrheit, die während der Recherchen zutage getreten ist: Alte und schon harte Brötchen wurden weiter verwendet für die Burger, teilweise getoastet, damit es die Kunden nicht merken. „Wir hatten Long Buns, die haben schon angefangen zu schimmeln, weil sie schon drei Monate abgelaufen waren. Und die wurden trotzdem weiter verwendet“, erklärte eine Informantin im RTL-Interview, die mehrere Jahre für Burger King gearbeitet hat.

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RTL veröffentlichte die Stellungnahme von „Burger King Deutschland GmbH“: „Wir nehmen – genau wie unsere Franchisepartner*innen – diese Vorwürfe sehr ernst. Burger King Deutschland toleriert keinerlei Missachtung seiner hohen Standards. (...) Die Prozesse werden optimiert: Erneutes Training des Restaurant-Managements, insbesondere in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Hygiene und vegane Zubereitung; die Trainings finden persönlich sowie digital (in verschiedenen Sprachen) statt.“

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