Weihnachtsbäckerei

Plätzchenzeit: Darum sollten Sie besser nicht rohen Teig naschen

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Wer Plätzchen backt, kommt schnell in Versuchung, etwas vom rohen Teig zu probieren.

Klebrig, süß und lecker: Es gibt wohl für Naschkatzen nichts Schöneres, als beim Plätzchenbacken rohen Teig zu naschen. Doch das kann böse ins Auge gehen.

In deutschen Küchen wird in der Adventszeit wieder geknetet, was das Zeug hält. Ob Spitzbuben, Vanillekipferl oder Zimtsterne – für viele ist teilweise der rohe Teig der beliebten Plätzchensorten noch köstlicher als das Gebäck am Ende selbst. Manche haben bereits als kleines Kind aus der Rührschüssel der Großmutter naschen dürfen.

Backpulver & Co.: Wie schädlich ist es, rohen Teig zu essen?

Schließlich haben schon einige nach dem Verzehr mit üblen Bauchschmerzen zu kämpfen gehabt. "Roher Keksteig kann dann zum Problem werden, sobald er Backtriebmittel wie Hefe oder Backpulver enthält", erklärt Katharina Stapel von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Schließlich sorgen sie dafür, dass der Teig im Ofen aufgeht – doch dadurch wird als Nebenprodukt Kohlendioxid produziert. "Das Gas gelangt in den Magen-Darmtrakt und kann so zu Bauchschmerzen und Blähungen führen." Doch sie gibt Entwarnung: "Außer einem unguten Gefühl ist weiter aber nichts zu erwarten."

Salmonelleninfektion durch rohe Eier

Rohe Eier im Teig sind dagegen gesundheitlich bedenklich – wegen der Gefahr einer Salmonelleninfektion. Achten Sie daher darauf, stets frische Eier (am besten noch vom selben Tag) fürs Backen zu verwenden. Außerdem empfiehlt es sich, vor und nach dem Ausstechen der Plätzchen die Hände zu waschen sowie nach dem Backen die verwendeten Küchengeräte gründlich zu reinigen.

Der Grund dafür: Etwaige Salmonellen können ansonsten beim Backen in den Teig, auf die Hände und so schließlich auch in den Körper gelangen, erklärt Jens Luther von der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung bei der Verbraucherzentrale Sachsen.

Die Keime wirken sich schließlich sehr aggressiv auf das Verdauungssystem aus – bei Kindern können sie zum Beispiel zu schweren Magen-Darm-Beschwerden führen. Gut zu wissen: Sobald Plätzchen in den Backofen geschoben werden, sterben Salmonellen in der Regel bei einer Temperatur von mehr als 70 Grad schnell ab.

Mehl häufig mit Koli-Bakterien belastet

Doch nicht nur Salmonellen können beim Naschen von roher Teigmasse für unangenehme Nebenwirkungen sorgen – sondern auch die sogenannten Koli-Bakterien (Escherichia coli). Diese bilden nämlich laut der US-Gesundheitsbehörde ein Protein namens Shigatoxin. Dieses soll Durchfall, Bauchkrämpfe und im schlimmsten Falle sogar Nierenversagen bewirken können.

Der Übeltäter sind hier allerdings nicht rohe Eier, sondern das harmlos scheinende Mehl. Das verwendete Getreide soll oftmals noch mit Spuren dieser Keime belastet sein. Daher ist es so wichtig, erst dann die Plätzchen zu genießen, wenn sie bereits für einige Zeit im Backofen waren.

Lesen Sie auch: Warum manche Fürze schlimmer stinken als andere.

jp

Darm: Von Zotten und Bakterien

Bauweh Darm
Das wichtigste zum Thema Darm: Er verrichtet seinen Dienst im Verborgenen, macht nur selten auf sich aufmerksam. Dabei braucht sich der Darm nicht zu verstecken. Immerhin holt er auch noch das Letzte aus dem Essen raus. Ohne den Darm würden uns schnell die Kräfte verlassen: Ein kleiner Einblick in seine Arbeit, natürlich in leicht verdaulichen Portionen. © dpa
Der Darm ist nicht nur bis zu acht Meter lang. Ausstülpungen der Schleimhaut ins Darminnere, sogenannte Zotten, vergrößern seine Oberfläche um ein Vielfaches. Dazu tragen auch Fortsätze auf den Darmzellen bei. So bringt es der Darm auf eine Oberfläche von 400 bis 500 Quadratmeter. Das erlaubt es ihm, seh viele Nährstoffe aufzunehmen. © dpa
Fünf Liter Verdauungssekret bildet der Körper an nur einem Tag. Einen Teil kommt aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die vor allem wichtige Verdauungsenzyme liefert. Sie spalten den Speisebrei in seine Bestandteile. Die Leber liefert Galle, die in der Gallenblase gespeichert und nach dem Essen in den Dünndarm abgegeben wird. Die zähe Flüssigkeit hilft bei der Fettverdauung. © dpa
Der Darm ist das Zuhause unzähliger Mikroorganismen. Sie helfen bei der Verdauung und verhindern, dass sich krankmachende Keime ansiedeln. Besonders eng ist es dabei im Dickdarm. Dort findet man bis zu zehn Billionen... © dpa
...Bakterien pro Gramm Darminhalt. Auch der Stuhl besteht zu mehr als 50 Prozent aus Bakterien. Ist der Darm chronisch entzündet, reagiert er nicht nur mit Durchfall. Er kann auch seine Funktionen nicht mehr voll erfüllen. So vertragen manche Patienten plötzlich Milch nicht mehr gut. Enzyme, die den enthaltenen Milchzucker (Lactose) spalten, werden nämlich in der Schleimhaut des Dünndarms gebildet. © dpa
Das funktioniert bei einer Entzündung oft nicht mehr richtig. Auch die Aufnahme von Nährstoffen und Vitaminen funktioniert deutlich schlechter, was zu einem Mangel führen kann. © dapd
Sie haben weitere Fragen zum Darm und chronischen Entzündungen? Verlässliche Informationen im Internet finden Sie zum Beispiel beim Kompetenznetz Darmerkrankungen unter www.kompetenznetz- ced.de, die Gastroliga bietet Broschüren zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa unter www.gastro-liga.de zum Download. © dpa
Sogar einen eigenen Tag zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gibt es: Am 28. September findet der Crohn-Colitis-Tag statt. Veranstaltungen findet man unter www.crohncolitis- tag.de. © dapd

Video: Plätzchen, die nicht dick machen

Video: Glomex

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