Influenza-Zahlen im März/April 2020

Grippe 2019/2020 aktuell: Bereits über 181.000 bestätigte Influenza-Fälle

Einen grippalen Infekt will sich niemand einfangen - und noch weniger die echte Grippe. In folgender Übersicht informieren wir über die aktuellen Grippe-Fälle deutschlandweit.

  • Das Robert Koch-Institut gibt wöchentlich einen Grippe-Bericht.
  • Die Grippewelle hat in Deutschland in der 2. Kalenderwoche 2020 begonnen.
  • Ab Beginn der Grippewelle schnellen die Influenza-Zahlen in der Regel nach oben.

Im Winter ist Grippesaison. Genauer gesagt zwischen der 40. Kalenderwoche Anfang Oktober und der 20. Kalenderwoche Mitte Mai. Dann herrschen in unseren Gefilden perfekte Bedingungen für Influenza-Viren - den Krankheitserregern, die eine Grippe auslösen. In den vergangenen Jahren infizierten sich die meisten Menschen von Januar bis Ende März mit den Grippe-Viren, es kam zu regelrechten Grippewellen.

Grippaler Infekt und Grippe: Zwei Begriffe für Infektionskrankheiten, die oft in einen Topf geworfen werden. Doch grippale Infekte verlaufen meist harmloser, stehen umgangssprachlich für eine schwere Erkältung. Bis zu 200 verschiedene Viren wie etwa Rhinoviren kommen als Auslöser infrage. Bei einer Grippe dagegen sind es immer Influenza-Viren, die die hochansteckende Infektionskrankheit verursachen.

Hier gehts zum umfangreichen Grippe-Ratgeber

Typisches Grippe-Symptom: Plötzliches Krankheitsgefühl

Folgende Anzeichen einer Grippe können vor allem bei geschwächten Menschen lebensbedrohliche Folgen haben:

  • Patienten fühlen sich ganz plötzlich krank.
  • Es kommt zu Fieber, Muskel- und/oder Kopfschmerzen.
  • Häufig kommt etwas später ein trockener Reizhusten dazu.

Doch nur rund ein Drittel der Infizierten zeigt diese Symptome: Bei einem weiteren Drittel nimmt die Influenza einen milden Verlauf und das letzte Drittel der Patienten zeigt gar keine Symptome, wie das Robert Koch-Institut (RKI) meldet.

Lesen Sie auch: Influenza 2019: Was hilft schnell gegen Grippesymptome ?

"Arbeitsgemeinschaft Influenza" meldet aktuelle Grippe-Fälle in Deutschland

Das RKI als selbstständige Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten hat die "Arbeitsgemeinschaft Influenza" ins Leben gerufen, die wöchentlich über den aktuellen Stand informiert. So erscheint während der Wintersaison von der 40. bis zur 20. Kalenderwoche wöchentlich ein Influenza-Bericht, der hier eingesehen werden kann.

Zugrunde liegen unter anderem die Zahlen der Gesundheitsämter, die im Robert Koch-Institut zusammen laufen. Influenza, auch "echte Grippe" genannt, zählt zu den meldepflichtigen Krankheiten. Das heißt, dass Ärzte es dem zuständigen regionalen Gesundheitsamt melden müssen, wenn sie Influenza-Viren bei Patienten nachgewiesen haben oder wenn es zu Todesfällen durch die Krankheit kommt.

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Influenza-Bericht: Bisher 377 Todesfälle durch Virusgrippe

In der 43. Kalenderwoche 2019 waren es noch 61 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle in Deutschland, die an das RKI übermittelt wurden. Nach aktuellem Stand (07.04.2020) sind es bereits 181.912 bestätigte Fälle. 16 Prozent der Patienten mussten deshalb im Krankenhaus behandelt werden. Insgesamt kam es während der Grippesaison 2019/2020 bisher zu 377 Todesfällen durch Influenza-Infektionen. Der Höhepunkt der Grippewelle sei dem RKI zufolge allerdings überschritten und die Influenza-Aktivität ist in der 13. Kalenderwoche 2020 deutlich zurückgegangen.

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Weiterlesen: Perfekter Zeitpunkt: Wer sich jetzt gegen Grippe impfen lassen sollte.

jg

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist. © 
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / Lukas Schulze / dpa

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