Ernährungsratgeber für Eltern – Tipps zur Ernährung der Kinder

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Eine gesunde und gute Ernährung ist gerade für Kinder wichtig – doch wie kann diese aussehen?

Spinat – der Inbegriff für den Kampf unzähliger Elterngenerationen mit dem Nachwuchs, wenn es um gesundes Essen geht.

Dabei hat Blattspinat dieses Image eigentlich zu Unrecht. Viele Kinder sagen bei Obst und Gemüse nicht nein. Äpfel, frisch vom Baum, oder Zwetschgen und Bananen – Kinderhände greifen hier gern zu. Aber: Alle Eltern können eine lange Liste an Lebensmitteln rezitieren, welche vom Nachwuchs mit voller Inbrunst verabscheut werden.

Dabei geht es Eltern darum, den Nachwuchs gesund zu ernähren. Viel Obst gehört dazu und natürlich auch eine Portion Gemüse. Wie sieht es aber mit Fleisch und Fisch aus? Mit der Welle alternativer Ernährungskonzepte schwappen auch Fragen in die Haushalte hinsichtlich der Ernährung von Kindern. Kann etwa vegane Ernährung, wie sie ein Münchener Kindergarten vorleben will, gesund sein?

Welche besonderen Bedürfnisse haben Kinder?

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) gibt detaillierte Ernährungsempfehlungen heraus. Halten sich Erwachsene daran, kann eigentlich nicht viel schiefgehen. In Bezug auf die Ernährung der Kinder sieht es anders aus. Hintergrund: Ein Organismus, der wächst, stellt an die Nährstoffaufnahme besondere Anforderungen. Was müssen Eltern für die Ernährung ihrer Kinder im Auge behalten?

Vitamin D und Kalzium – für Kinder wichtig

Zu den Nährstoffen, die Kinder brauchen, gehören Vitamin D und Kalzium. Warum? Kalzium ist einer der Grundbausteine für Knochen. Und da Kinder wachsen – sprich, sich auch deren Skelett in der Entwicklung befindet – wäre ein Kalziummangel fatal. Welche Rolle spielt hierbei aber Vitamin D? das Secosteroid reguliert den Kalziumhaushalt.

Ein Mangel an Vitamin D führt daher zu Wachstumsstörungen des Knochens – der früher gefürchteten Rachitis. Gerade in der dunklen Jahreszeit wäre über eine zusätzliche Aufnahme nachzudenken. Im Sommer erfolgt die Synthese aus den UV-Strahlen.

Proteine: Wichtig für Muskeln im Wachstum

Jeder Kraftsportler lebt nach dieser Maxime: Wer Muskeln aufbauen will, muss Proteine zu sich nehmen. Warum sollte diese Devise auch für Kinder gelten? Ganz einfach: Es wird Eiweiß zum Aufbau der Muskeln gebraucht. Aus diesem Grund sollte es Eltern am Herzen liegen, Kindern hochwertige Proteine zur Verfügung zu stellen.

Diese können zum Beispiel aus Milchprodukten stammen. Aber auch Nüsse und Hülsenfrüchte liefern pflanzliches Eiweiß. Fleisch versorgt Kinder mit tierischen Proteinen.

Übrigens: Das Verdauungssystem der Kinder ist erst mit 16 Jahren bis 18 Jahren voll ausgereift. Aus diesem Grund ist die Speicherfähigkeit noch nicht so gut entwickelt. Während Erwachsene mit drei Mahlzeiten auskommen, dürfen Kinder ruhig häufiger kleinere Portionen essen.

Jedes Kind individuell betrachten

„Ich esse heute keinen Brokkoli, ich will lieber Nudeln mit Tomatensauce!“ Alle Eltern werden diese Situation am Mittagstisch schon einmal erlebt haben. Kinder haben meist spätestens mit dem Kindergartenalter ihren eigenen Kopf und wollen ihren Willen durchsetzen. Eltern stehen schnell zwischen den Stühlen. Nur Pasta geht nicht, gleichzeitig sollen die Bedürfnisse des Kindes aber ernst genommen werden. Der persönliche Geschmack ist eine Sache. Eine wachsende Zahl von Kindern will verschiedene Lebensmittel essen, kann diese aber nicht zu sich nehmen. Hintergrund: Seit Jahren werden bereits bei Klein- und Kitakindern Unverträglichkeiten oder Lebensmittelallergien diagnostiziert. Und beide machen es Kindern wie auch den Eltern nicht gerade leicht.

Speziell:

  • Nussallergien
  • Laktoseintolleranz
  • Glutenunverträglichkeit
  • Milcheiweiß-Allergien

machen den Alltag anstrengend und steinig. Einige der Unverträglichkeiten – wie die Lactoseintoleranz – lassen sich heute recht gut in den Griff bekommen. Eine Allergie auf Milcheiweiß oder Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) werden allerdings zu einer harten Herausforderung. Gerade die Glutenunverträglichkeit ist jedoch ein eher seltenes Phänomen in unserer Gesellschaft – lediglich 0,7-1% der Bevölkerung leiden daran. Trotzdem ist es wichtig, die Symptome beim Nachwuchs genau zu verfolgen und sich entsprechend zu informieren. Es ist jedoch sehr wichtig, Krankheitsbilder zweifelsfrei feststellen zu lassen und nicht nur aus Vermutungen heraus zu handeln.

Kinder ins Kochen einbinden

Was tun, wenn der Nachwuchs Lebensmittel nicht essen will oder nicht kann? Eine mögliche Lösung ist gemeinsames Kochen. Statt den Kindern einfach Teller vor die Nase zu stellen, erfährt der Nachwuchs, wie Lebensmittel aussehen. Und im Umgang mit Gemüse und Co. entsteht die Verlockung zu kosten.

Denn genau hier liegt oft der entscheidende Schritt. Kinder lehnen Lebensmittel oft ab, ohne deren Geschmack zu kennen. Ein zweiter Punkt beim gemeinsamen Kochen ist der Lerneffekt. Kinder erfahren nicht nur, welche Lebensmittel wie verarbeitet werden. Eltern können den Nachwuchs an die Gründe heranführen, warum einzelne Lebensmittel nicht gegessen werden können.

Essen für Kinder: Was ist noch zu beachten?

Gerade wenn es in die Schule geht, wächst bei Eltern die Sorge rund um die Ernährung. In den letzten Jahren haben viele Schulen allerdings eine ganz eigene Philosophie entwickelt, was das Thema Essen betrifft. Die Schulspeisung kommt nicht mehr ausschließlich aus der sterilen Großküche. Langsam werden alte scheinbar überlebte Konzepte wie der Schulgarten wiederentdeckt. Auch gefördert mit Projekten auf Landesebene – wie in Bayern – bauen Grundschulen beispielsweise Essen für die Schulküche selbst an. Frisch und gesund, so lautet die Devise. Können Eltern noch auf andere Aspekte achten?

Versteckten Zucker im Auge behalten

Müsli-Riegel, Fruchtjoghurt und Gewürzgurken – was haben diese drei miteinander gemeinsam? In ihnen steckt Zucker. Gerade bei den Gewürzgurken oder bei Wurstwaren denkt eigentlich niemand an die Kalorienbombe.

Eltern ist anzuraten, diesen Punkt im Auge zu behalten. Klar, das Glas Cola zum Frühstück ist nicht gesund. Aber auch in vielen anderen Lebensmitteln steckt Zucker. Er belohnt das Gehirn, das am Ende immer mehr will.

E-Nummern: Zusatzstoffe kritisch sehen

Kaum im Supermarkt angekommen, wird eine Packung aus Regal genommen und herumgedreht. Auf der Rückseite lachen den Betrachter E-Nummern im halben Dutzend an. Damit werden verschiedene Zusatzstoffe gekennzeichnet, wie:

  • Emulgatoren
  • Farbstoffe
  • Stabilisierungsmittel usw.

Eigentlich – so zumindest der erste Gedanke – sind diese Verbindungen unschädlich. In der Praxis gelten einige der Zusatzstoffe allerdings als bedenklich. So stehen Vertreter der Azofarbstoffe im Verdacht, Pseudo-Allergien auszulösen. Und beispielsweise müssen Produkte mit Azorubin den Hinweis enthalten, dass sie die Aufmerksamkeit von Kindern beeinflussen können. Eltern sollte also durchaus ein Auge auf jene Fertigprodukte und Snacks werfen, welche der Nachwuchs isst.

Fazit: Kinder richtig ernähren kann eine Herausforderung sein

Kinder stecken voller Energie und bringen ihre Eltern mitunter an Grenzen. Dabei geht es nicht etwa um die Pubertät. Schon Kleinkinder haben – wenn es ums Essen geht – Konfliktpotenzial. Eltern, die ihre Kinder gesund ernähren wollen, werden heute mit einer Vielzahl gegensätzlicher Dogmen konfrontiert. Kein Wunder, dass Verunsicherung an der Tagesordnung ist. Die Herausforderung: Heranwachsende stellen ganz eigene Anforderung an die Versorgung mit Nährstoffen. Hinzu kommt, dass Kinder immer wieder unter Allergien oder Intoleranzen leiden. Ein Aspekt, welcher die Situation für Eltern nicht besser macht. Und es gibt noch einen Punkt: Lebensmittelhersteller setzen in der Produktion verschiedene Zusatzstoffe ein. Gerade im Hinblick auf die kindliche Entwicklung werden einige dieser Stoffe inzwischen kritisch gesehen.

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