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Neue Studie: Nahrungsmittelallergie könnte vor Covid-19 schützen

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Von: Judith Braun

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Gene und Blutgruppe sollen beeinflussen, ob man sich mit Corona infiziert. Eine Nahrungsmittelallergie kann wohl außerdem für einen milden Verlauf sorgen.

Rund 33,1 Millionen Menschen in Deutschland haben sich laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) seit Beginn der Corona-Pandemie nachweislich mit dem Virus infiziert (Stand 28.9.22). Allerdings gibt es auch Personen, die sich trotz Kontakt mit Infizierten bislang noch nicht mit Corona angesteckt haben. So können unter anderem die Gene oder die Blutgruppe eines Menschen einen Einfluss darauf haben, ob sich eine Person mit Corona infiziert. Eine aktuelle Studie kam nun zu einem weiteren verblüffenden Ergebnis: Wer unter einer Nahrungsmittelallergie leidet, könnte besser vor einem schweren Covid-19-Verlauf geschützt sein.

Corona: Nahrungsmittelallergie könnte vor Covid-19 schützen, laut Studie

Frau mit Maske hält einen Burger vor dem Mund.
Wer unter Zöliakie leidet, könnte besser vor einem schweren Corona-Verlauf geschützt sein. © Andriy Popov/IMAGO

Forscher aus den USA vermuten in ihrer im Fachmagazin Frontiers in Immunology veröffentlichten Studie, dass Personen, die unter einer Nahrungsmittelallergie leiden, milder an Covid-19 erkranken könnten. Das liegt an den Proteinen, denen das Immunsystem bereits zuvor ausgesetzt war. Denn bestimmte Abschnitte des Spikeproteins finden sich auch auf den Proteinen von Nahrungsmitteln. Der Mikrobiologe Dr. Aristo Vodjani von Cyrex Laboratories in Phoenix, Arizona untersuchte deshalb unter anderem, ob es eine Kreuzreaktion zu den Antikörpern gibt, die für die Entstehung von Nahrungsmittelallergien verantwortlich sind. Schließlich zeigten frühere Studien bereits, dass Infektionen mit anderen Coronaviren, die zu den harmlosen Erregern von Erkältungen gehören, eine Kreuzimmunität gegen SARS-CoV-2 erzeugen können

Die Wissenschaftler stellten die Hypothese auf, dass Ähnlichkeiten zwischen SARS-CoV-2 und anderen gängigen Proteinen die Anfälligkeit für das Virus beeinflussen können. Denn der Körper startet, sobald er von einem Krankheitserreger wie einem Virus oder Bakterium angegriffen wird, eine Immunantwort. An dieser sind auch Antikörper beteiligt. Diese Immunproteine ​​haften an bestimmten Stellen des Erregers und tragen dazu bei, dass er zerstört wird. Klingt die anfängliche Infektion ab, behalten weiße Blutkörperchen, sogenannte Gedächtnis-T- und -B-Zellen, eine Erinnerung an den Erreger oder an bestimmte Teile von seiner Struktur. Stoßen diese Zellen erneut auf den Erreger, bauen sie eine schnelle Immunantwort auf.

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Corona: Zöliakie-Patienten könnten besser vor Covid-19 geschützt sein, laut Studie

Vodjani stellte in einem Experiment fest, dass ein monoklonaler Spikeantikörper auf eine Reihe von Antigenen aus bestimmten Nahrungsmitteln reagiert. Darunter befanden sich Brokkoli (39 Prozent), geröstete Mandeln (39 Prozent), Cashewnüsse (34 Prozent), Sojabohnen (32 Prozent), Tintenfisch (32 Prozent), Reis-Endochitinase (32 Prozent), Schweinefleisch (31 Prozent) und Ananas-Bromelain (30 Prozent). Es reagierte außerdem auf das Gliadin-toxische Peptid (30 %), das bei der Zöliakie eine Rolle spielt. Demnach können diese Lebensmittel das Immunsystem darauf vorbereiten, SARS-CoV-2 anzugreifen.

„Immunität“ gegen einen Lebensmitteltyp ist durch eine Lebensmittelmittelallergie gekennzeichnet, heißt es in einer Pressemitteilung zur Studie. Aufgrund der Studienergebnisse vermuten die Wissenschaftler, dass Zöliakie-Betroffene oder Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie besser vor Covid-19 geschützt sein könnten. Um diese Vermutung zu überprüfen, sind jedoch noch weitere epidemiologische Untersuchungen notwendig. Zudem warnen die Wissenschaftler davor, dass diese Wirkstoffe, die einen gewissen Schutz vor Corona bieten können, jedoch kein Ersatz für eine Impfung seien.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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