Während der Schwangerschaft

Aspirin schädigt Gehirn von Babys - aus schockierendem Grund

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Schwangere sollten besser vorher mit ihrem Hausarzt genau absprechen, ob sie Schmerzmittel nehmen dürfen.

Roher Fisch, Haare färben und Alkohol sind ungesund für das Ungeborene. Das weiß jeder. Doch nun sorgt eine unerwartete Gefahr für eine Überraschung.  

Eine Schwangerschaft kann für manche werdenden Mütter eine große körperliche Belastung darstellen. Morgenübelkeit, Wasser in den Beinen oder auch Kurzatmigkeit sind nur einige Symptome, unter denen Schwangere leiden. Wer sogar Schmerzen hat, greift dann auch mal zu Aspirin. Schließlich hieß es lange Zeit, dass das Schmerzmittel für Frauen in der Schwangerschaft unbedenklich sei - solange die Einnahme vorher mit dem Hausarzt abgesprochen wurde.

Studie enthüllt: Schwangere, die Schmerzmittel genommen haben, haben auffällige Kinder

Doch eine Studie zweifelt diese Empfehlung jetzt stark an. Forscher der Universität von Kopenhagen haben dazu 185.617 Mütter aus Dänemark und Norwegen sowie ihre Babys untersucht und die Frauen befragt, ob und wie viel Schmerzmittel während der Schwangerschaft genommen haben. Etwa 5.000 Frauen gaben schließlich an, Aspirin geschluckt zu habe – die gleiche Anzahl griff dagegen zu Ibuprofen. Dagegen sollen sich fast 90.000 der Probandinnen für Paracetamol entschieden haben.

Dieser Arzt warnt vor Schmerzmittel - seiner Meinung nach sei Ibuprofen sogar gefährlicher als Morphium.

Das Ergebnis der Studie verblüfft: Die Wissenschaftler fanden heraus, dass 357 Babys eine gestörte Gehirnbildung aufwiesen - während die Neugeborenen, deren Mütter Aspirin genommen hatten, ein zweieinhalb Mal größeres Risiko aufwiesen, an spastischen Muskellähmungen beider Körperseiten zu erkranken.

Babys aus der Paracetamol-Gruppe hatten sogar ein Risiko von 30 Prozent für Lähmungen am gesamten Körper sowie 50 Prozent auf nur einer Seite. Ibuprofen zeigte dagegen kaum bis gar keinen Einfluss. Typische Symptome der sogenannten Infantilen Zerebralparese sind:

  • Muskelschwäche
  • Sprachstörungen
  • Sehstörungen
  • Verminderte Intelligenz
  • Lernschwäche

Muskellähmungen, Sprachstörungen & Co.: So gefährlich sind Aspirin & Co. für Babys

Allerdings zeigen sich diese Anzeichen erst, wenn das Kind zwei oder drei Jahre alt ist. Man geht davon aus, dass sie entstehen, wenn während der Schwangerschaft Blutungen im Gehirn des Babys auftreten oder es nicht eine ausreichende Blut- und Sauerstoffzufuhr erhält. Das Pikante daran: Zerebralparese gilt als unheilbar. Therapien wie Physio- und Sprachtherapie können die Symptome nur lindern.

Erstaunlich: Ärzte fanden heraus, dass Aspirin wenigstens gut fürs Herz sein soll.

Zudem warnen die Wissenschaftler, dass die größte Gefahr von Aspirin & Co. für das Ungeborene im zweiten Trimester einer Schwangerschaft ausgeht. Der Grund dafür: In diesem Zeitraum findet vornehmlich die Gehirnentwicklung statt. Schmerzmittel scheinen diese erheblich zu erschweren, was wohl zu Gehirnschädigungen führt. Es könnte aber auch genau die Hormone der Mutter durcheinanderbringen, welche zuständig dafür sind, dass sich das Gehirn des Babys normal ausbildet.

Ihre Ergebnisse hat das Forscher-Team im "International Journal of Epidemiology" veröffentlicht.

Lesen Sie auch: Aspirin, Viagra & Co. - viele Medikamente haben noch weiteres, ungeahntes Potenzial und ihre Wirkstoffe könnten für vielseitige Erkrankungen nützlich sein.

jp

Körper außer Kontrolle: Leben mit Tics

Bei Fabiene Wengert begann das Tourette-Syndrom mit einem Schütteln der linken Hand. Ein besonderes Anzeichen der Krankheit sind Tics, Zuckungen und ungewollte Ausrufe. Foto: Frank Rumpenhorst
Bei Fabiene Wengert begann das Tourette-Syndrom mit einem Schütteln der linken Hand. Ein besonderes Anzeichen der Krankheit sind Tics, Zuckungen und ungewollte Ausrufe. © Frank Rumpenhorst
Fabiene Wengert (M) wird von ihrer Familie unterstützt: Bruder Yves (l-r), Vater Peter, Schwester Renee, Mutter Susen und die Brüder Joel und Maurice. Foto: Frank Rumpenhorst
Fabiene Wengert (M) wird von ihrer Familie unterstützt: Bruder Yves (l-r), Vater Peter, Schwester Renee, Mutter Susen und die Brüder Joel und Maurice. © Frank Rumpenhorst
Fabiene Wengert hat das Tourette-Syndrom. Darüber schreibt sie in ihrem Blog. Foto: Frank Rumpenhorst
Fabiene Wengert hat das Tourette-Syndrom. Darüber schreibt sie in ihrem Blog. © Frank Rumpenhorst
Verschiedene Therapieversuche blieben bei Fabiene Wengert erfolglos. Eine entscheidende Verbesserung kam für sie mit einer Cannabis-basierten Therapie. Sie erhält es auf Rezept. Foto: Frank Rumpenhorst
Verschiedene Therapieversuche blieben bei Fabiene Wengert erfolglos. Eine entscheidende Verbesserung kam für sie mit einer Cannabis-basierten Therapie. Sie erhält es auf Rezept. © Frank Rumpenhorst
Hinter der Narbe von Fabiene Wengert verbirgt sich ein Schrittmacher für das Gehirn. Diese Form der Hirnstimulation wird nur in schweren Fällen des Tourette-Syndroms eingesetzt. Foto: Frank Rumpenhorst
Hinter der Narbe von Fabiene Wengert verbirgt sich ein Schrittmacher für das Gehirn. Diese Form der Hirnstimulation wird nur in schweren Fällen des Tourette-Syndroms eingesetzt. © Frank Rumpenhorst

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