"Pump-and-Dump"

Vorsicht: Mit dieser fiesen Masche zocken Sie Kryptobetrüger ab

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Kryptobörsen bedarf es mehr Kontrolle, warnt ausgerechnet der "Wolf of Wall Street".

Mit einer dreisten Masche werden ahnungslose Digitalgeld-Anleger jetzt auf Kryptobörsen abgezockt. Das Vorgehen ist nicht neu – und dennoch funktioniert es.

Es erscheint schon fast wie pure Ironie, was der weltberühmte Hochstapler Jordan Belfort, auch genannt "The Wolf of Wall Street" über den Kryptoboom zu sagen hat. Der einstige Börsenmakler, der zahlreiche seiner Kunden um insgesamt 200 Millionen Dollar prellte, findet nämlich: Krypto-Börsengänge seien schlimmer "als alles, was ich je getan habe".

"Pump-and-Dump"-Manipulierer zocken Krypto-Anleger ab

Unter den Unternehmen, die für Krypto-ICOs ("Initial Coin Offerings") Geld von Investoren einsammeln würden, wären nämlich viele schwarze Schafe. Der Grund dafür: Die Anleger erhalten zwar im Gegenzug dafür sogenannte "Token", die sie finanziell am Projekt teilhaben lassen sollen – doch wie WIWO berichtet, schwanke der Wert dieser sehr und viele Kryptobörsen und – märkte seien nicht reguliert. Weshalb sie eine optimale Angriffsfläche für sogenannte "Pump-and-Dump"-Betrüger seien.

Das Pikante daran: Belfort selbst hatte diese fiese Masche mit seiner Firma in den 90er-Jahren eingeführt – und so seine Kunden abgezockt. Und die funktioniert folgendermaßen: Ein Produkt wird mächtig angepriesen, Anleger so angelockt und sich dann mit deren Geld klammheimlich abgesetzt. "Wahrscheinlich haben 85 Prozent der Leute da draußen gar keine schlechten Absichten", so Belfort. "Das Problem ist, wenn fünf oder zehn Prozent versuchen, zu betrügen, ist das schon ein Desaster", warnt er.

Auch dieser Krypto-Gegner glaubt daran, dass Bitcoin & Co. bloßer Betrug seien. Was er genau zu sagen hat, erfahren Sie hier.

Kryptowährungen: So gehen "Pumper" bei der Betrugsmasche vor

Auch an den Krypto-Börsen würde man diese Betrugsmasche nun zu spüren bekommen – doch Händler nutzen hierbei den Messenger Telegram, um Investoren neugierig zu machen. Sie gehen dabei so vor, dass sie den Preis einer bestimmten Digitalwährung in einer Telegram-Gruppe mit angeblichen Interessenten nur für eine bestimmte Zeit künstlich anheizen - und zum Kaufen animieren. Dadurch steigt die Nachfrage rasant an.

Das Perfide daran: Während der Preis stetig wächst, werden weitere Investoren über soziale Netzwerke angeworben, mit einzusteigen und zu kaufen. Auf dem Höhepunkt verkaufen die sogenannten "Pumper" schließlich ihre Anteile an die neuen, ahnungslosen Anleger zu einem höheren Preis und machen so Gewinn. Die in die Gruppe eingeladenen Anleger machen dagegen Verlust, da die Währung durch das "Dumping" an Wert verliert und der Preis nur wenige Minuten nach dem ursprünglichen Anstieg wieder in sich zusammenbricht.

Zu den betroffenen Kryptowährungen sollen laut Business Insider gehören:

  • UBQ
  • VCash
  • Chill Coin
  • Magi Coin
  • Indorse

Illegale Betrugsaktivitäten wurden bereits auf der Bittrex-Börse in Las Vegas und der russischen Yobit-Börse festgestellt.

Krypto-Gegner fordern Regulierung der Online-Börsen und -märkte für Coins

Das spielt sicherlich den Gegnern des Digitalgelds in die Karten – schließlich verkündete nun auch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), dass ICOs "extrem riskante und hoch spekulative Investments" für (kleine) Anleger darstellen. Viele Coins hätten keinen richtigen Wert, außer, dass man Zugang zu einem Service oder Produkt erhalte. Dagegen riskierten sie "den kompletten Verlust ihres Investments", warnte die ESMA weiter.

Der Grund dafür: Bitcoin, Ethereum & Co. machen bereits 80 Prozent des Marktwertes aus – die restlichen 20 Prozent verteilen sich auf unbekanntere Coins, deren Wert sehr gering ist. Dadurch und wegen ihrer sehr kleinen Handelsmenge sind diese zunehmend ein beliebtes Ziel für Marktmanipulierer.

Dennoch ist sich Michael Jackson von der luxemburgischen Wagniskapital-Firma Mangrove Capital Partners sicher, dass die Börsen und Märkte das Problem in naher Zukunft in den Griff kriegen – und sich am Ende selbst regulieren können.

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jp

Diese Finanzgurus wettern gegen Bitcoin - und sagen ihm DAS voraus

Jordan Belfort, auch genannt der "Wolf of Wall Street", verriet vor kurzem in einem Interview, dass er keine Zukunft für den Bitcoin sehe. Die Kryptowährung sei dem berüchtigten Hochstapler, der wegen Geldwäsche und Wertpapierbetrugs 22 Monate im Gefängnis saß, einfach zu unsicher. Der heutige Motivationstrainer investiere daher lieber in Gold. Dennoch findet er die Blockchain-Technologie dahinter sehr spannend und kann sich eine Digitalwährung an sich vorstellen, betonte er. Allerdings ausgehend von den Zentralbanken.
Jordan Belfort, auch genannt der "Wolf of Wall Street", verriet vor kurzem in einem Interview, dass er keine Zukunft für den Bitcoin sehe. Die Kryptowährung sei dem berüchtigten Hochstapler, der wegen Geldwäsche und Wertpapierbetrugs 22 Monate im Gefängnis saß, einfach zu unsicher. Der heutige Motivationstrainer investiere daher lieber in Gold. Dennoch findet er die Blockchain-Technologie dahinter sehr spannend und kann sich eine Digitalwährung an sich vorstellen, betonte er. Allerdings ausgehend von den Zentralbanken. © picture alliance / dpa / Robin Van Lonkhuijsen
James "Jamie" Dimon zeigte sich vor kurzem öffentlich sehr ungehalten, als die Sprache auf den Bitcoin kam. Der Chef der US-Großbank JP Morgan Chase hält die Kryptowährung für überbewertet und bezeichnete sie sogar als "Betrug". Außerdem drohte er Mitarbeitern, die mit dem Cybergeld Handel treiben würden, sie sofort zu entlassen, da sie "dumm" seien.
James "Jamie" Dimon zeigte sich vor kurzem öffentlich sehr ungehalten, als die Sprache auf den Bitcoin kam. Der Chef der US-Großbank JP Morgan Chase hält die Kryptowährung für überbewertet und bezeichnete sie sogar als "Betrug". Außerdem drohte er Mitarbeitern, die mit dem Cybergeld Handel treiben würden, sie sofort zu entlassen, da sie "dumm" seien. © Pixabay
Warren Buffett gilt als einer der einflussreichsten Investoren weltweit. Doch auch der 87-jährige Milliardär hält nichts vom Bitcoin. Bereits 2014 sagte er in einem Interview mit CNBC, dass die Kryptowährung reine "Abzocke" sei. Er rät sogar, sich von dem Cybergeld fernzuhalten, da es keinen großen inneren Wert habe. Zwar ist der Kurs seitdem enorm angestiegen - dennoch investiert er lieber weiter in (Apple-)Aktien und ist nun sogar zum Hauptaktionär der Bank of America aufgestiegen.
Warren Buffett gilt als einer der einflussreichsten Investoren weltweit. Doch auch der 87-jährige Milliardär hält nichts vom Bitcoin. Bereits 2014 sagte er in einem Interview mit CNBC, dass die Kryptowährung reine "Abzocke" sei. Er rät sogar, sich von dem Cybergeld fernzuhalten, da es keinen großen inneren Wert habe. Zwar ist der Kurs seitdem enorm angestiegen - dennoch investiert er lieber weiter in (Apple-)Aktien und ist nun sogar zum Hauptaktionär der Bank of America aufgestiegen. © picture alliance / dpa / Larry W. Smith
Axel A. Weber ist seit 2012 Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS Group AG. Auch er sieht den Aufstieg von Bitcoin kritisch - und bezeichnete sie jüngst als bloße "Transaktionswährung". Doch für einen Notenbanker wie ihn müsse eine richtige Währung mehrere Funktionen erfüllen. Unter anderem müsse sie allgemein akzeptiert sein, als Wertaufbewahrung und offizielles Zahlungsmittel dienen. Daher vertraue er dem Cybergeld nicht.
Axel A. Weber ist seit 2012 Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS Group AG. Auch er sieht den Aufstieg von Bitcoin kritisch - und bezeichnete sie jüngst als bloße "Transaktionswährung". Doch für einen Notenbanker wie ihn müsse eine richtige Währung mehrere Funktionen erfüllen. Unter anderem müsse sie allgemein akzeptiert sein, als Wertaufbewahrung und offizielles Zahlungsmittel dienen. Daher vertraue er dem Cybergeld nicht. © picture alliance / dpa / Thomas Delley

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