Quotenschlager "Die Höhle der Löwen"

TV-Experte rechnet ab: Darum wird DHDL der Erfolg zum Verhängnis

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Die fünf Investoren bei DHDL haben gut lachen - ihre TV-Show auf Vox läuft bombastisch.

Die Gründer-Show ist seit Sendungsstart ein wahrer Quotenschlager für VOX. Doch ein Experte sieht das skeptisch – und glaubt, dass es bald ein jähes Ende nimmt.

Der Fernsehsender VOX hat seine helle Freude an "Die Höhle der Löwen" – schließlich fährt die Gründer-Show immer neue Zuschauerrekorde ein. Doch das Konzept der Erfolgssendung, die mittlerweile bereits in der vierten Staffel ist und gerade ausgestrahlt wird, ist nicht neu. Sie basiert eigentlich auf der Idee einer japanischen TV-Show namens "Dragon’s Den" (zu deutsch: "Die Höhle des Drachen").

Diese war ebenfalls so erfolgreich, dass sie weltweit für Furore sorgte. Das erregte auch die Neugierde von VOX – und brachte schließlich 2014 die erste Sendung auf die deutschen Bildschirme. Und auch hierzulande ging das Konzept schnell auf: Mutige, aber mittellose Gründer pitchen beziehungsweise präsentieren ihre teils genialen Ideen einer Jury aus Investoren, damit diese ihr Kapital in die jungen, aufstrebenden Unternehmen stecken.

Warum ist "Die Höhle der Löwen" nur so erfolgreich? TV-Experte klärt auf

Der große Erfolg war allerdings anfangs nicht vorherzusehen – schließlich gilt Deutschland nicht gerade als Gründerparadies. Doch nach nur vier Staffeln zeigt sich ein anderes Bild: Quoten von mehr als drei Millionen Zuschauer, bei den 14 bis 49-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 20 Prozent. Zudem können viele Gründer, wenn sie die Investoren überzeugen, mit enormen Umsätzen und Verkäufen rechnen. Gegenüber der Welt erklärt Thomas Lückerath, TV-Experte und Chefredakteur des Medienmagazins "DWDL", warum ausgerechnet eine Startup-Show bei den Deutschen so gut ankommt.

"Wenn ein neuer Pitch beginnt, sorgt das für eine ähnliche Faszination wie diese furchtbaren US-Werbesendungen, die sogenannten Infomercials, aus den 90er-Jahren. 'Ist das Quatsch? Oder will ich es haben?'", meint Lückerath. Nach seiner Theorie be friedigt DHDL drei Bedürfnisse des Zuschauers: Neugier, Gerechtigkeit und Nutzen.

Zuerst wolle das Publikum schließlich wissen, wie das Produkt, das gerade präsentiert wird, funktioniert. Als nächstes wird es spannend, da die Juroren über die Idee entscheiden müssen und man fragt sich, wie viel sie wohl investieren werden. Gleichzeitig würde man sich auch Gedanken darüber machen, diskutiert mit – und wird am Ende selbst zum Löwen. Zudem werden die einzelnen Sendungen schon ein halbes Jahr vorher abgedreht – das heißt, sobald diese ausgestrahlt werden, gibt es sie am nächsten Tag schon zu kaufen. Doch besonderes letzteres könnte für einen schnellen Fall des Publikumslieblings sorgen.

Droht nun bald der tiefe Fall der beliebten TV-Gründershow?

Der Grund dafür: Manchmal gibt es die Produkte bereits schon einige Tage vor der Ausstrahlung im Laden oder sind online im DHDL-Shop verfügbar. Daher wissen aufmerksame Fans bereits, wie der Pitch am Ende ausgeht. Zudem kommt, dass viele auch ohne Deal später megaerfolgreich werden – weil sie das Interesse der Zuschauer geweckt haben. Dadurch besteht die Gefahr, dass immer mehr Gründer nicht mehr wegen den Löwen, sondern nur wegen des reinen Medieninteresses in die TV-Show wollen. "Ich finde es fürchterlich, wenn diese Goldgräber hereinkommen und Leuten den Platz wegnehmen, die wirklich ehrlich Hilfe brauchen", sagte auch jüngst Investorin Judith Williams. Sie erinnert sich ärgerlich: "In der Show haben wir einen Deal ausgemacht, und es gab erste Vorgespräche. Und als der Ausstrahlungstermin feststand, haben die gesagt, dass sie den Deal doch nicht brauchen. Und dann sitzt du da, hast schon Kosten für Anwälte und vor allem Zeit investiert."

Auch Frank Thelen platzte letztens vor laufender Kamera der Kragen - lesen Sie hier, was ihn zur Weißglut trieb.

Zu kitschig, zu viel Konkurrenz: Macht sich DHDL am Ende den Erfolg selbst kaputt?

Zudem sieht Medienexperte Lückerath eine zusätzliche Gefahr, die der beliebten TV-Show zum Verhängnis werden könnte – und zwar die vielen Gründer-Geschichten, die ans Herz gehen sollen. Dadurch droht der Sendung, schnell ins Kitschige abzudriften. "Es gibt eine Unart von Fernsehmachern, dass sie erfolgreiche Sendungen verschlimmbessern. Das Produkt wird durch die persönlichen Geschichten der Gründer immer weiter in den Hintergrund gedrängt." Dadurch würde das eigentliche Konzept nicht mehr im Fokus stehen, sondern die persönlichen Schicksale Überhand nehmen. "Noch haben die Macher genug Feingefühl, nicht zu viel zu ändern und auch nur eine Staffel pro Jahr zu machen, damit sich das Konzept nicht abnutzt."

Der Einwand scheint berechtigt: Heißt es doch, dass ein Nachahmer bereits angekündigt sei, der die Seriosität der Sendung in Frage stellen könnte. Schließlich soll auf dem Fernsehsender Sat.1 2018 eine weitere Gründershow starten. Das Pikante daran: Vox-Löwe Carsten Maschmeyer ist dort ebenfalls wieder mit von der Partie. Zudem kommt sie sogar von der gleichen Produktionsfirma. Dadurch bekommt DHDL Konkurrenz aus dem eigenen Lager – hoffentlich wird diese nicht eine Pleite, die beide Shows am Ende die Zuschauer kosten wird.

Lesen Sie auch: Ein Riesencoup ist bei DHDL plötzlich geklappt - geht den Investoren allmählich das Geld aus?

Auch interessant: Alles Fake? Darum platzen generell so viele Deals bei DHDL.

jp

Fünf Tipps, wie auch Ihr Startup zum Millionenimperium wird

Tipp Nummer Eins: Obwohl der Lebensmittelbereich hart umkämpft ist, haben sich die Gibischs dafür entschieden. Schließlich ist es wesentlich einfacher, ein Produkt zu verkaufen, für das es schon eine Zielgruppe gibt, so die Gründer. Einerseits kann man so eine attraktivere Alternative zu bekannten Produkten bieten und andererseits muss man dem Kunden die Ware nicht noch erklären. Das spart Zeit und Geld.
Tipp Nummer Eins: Obwohl der Lebensmittelbereich hart umkämpft ist, haben sich die Gibischs dafür entschieden. Schließlich ist es wesentlich einfacher, ein Produkt zu verkaufen, für das es schon eine Zielgruppe gibt, so die Gründer. Einerseits kann man so eine attraktivere Alternative zu bekannten Produkten bieten und andererseits muss man dem Kunden die Ware nicht noch erklären. Das spart Zeit und Geld. © pixabay/ivabalk
Tipp Nummer Zwei: Klein anfangen und das Land erobern: Die Little-Lunch-Gründer haben ihre Firma im beschaulichen Augsburg gegründet. "Die lokale Presse wurde schnell auf uns aufmerksam, viel schneller als das in Berlin bei den vielen Startups dort der Fall gewesen wäre", sagt Denis Gibisch gegenüber Gründerszene. Zudem sind die Büromieten günstig und der Arbeitsweg kurz.
Tipp Nummer Zwei: Klein anfangen und das Land erobern: Die Little-Lunch-Gründer haben ihre Firma im beschaulichen Augsburg gegründet. "Die lokale Presse wurde schnell auf uns aufmerksam, viel schneller als das in Berlin bei den vielen Startups dort der Fall gewesen wäre", sagt Denis Gibisch gegenüber Gründerszene. Zudem sind die Büromieten günstig und der Arbeitsweg kurz. © pixabay
Tipp Nummer Drei: Sich im Vorhinein umfassend über den Markt informieren, in dem man Fuß fassen will. "Der größte Fehler ist, in Verhandlungen ohne Vorwissen reinzugehen", findet Denis Gibisch. So hätten sie anfangs von Boni, Streckenlistung & Co. keine Ahnung gehabt - als sie sich damit auseinandersetzten, merkten sie schnell, dass sie von Einkäufern fast um ihr Geld gebracht worden wären. Doch ein Startup muss am Anfang bereits Gewinn abwerfen.
Tipp Nummer Drei: Sich im Vorhinein umfassend über den Markt informieren, in dem man Fuß fassen will. "Der größte Fehler ist, in Verhandlungen ohne Vorwissen reinzugehen", findet Denis Gibisch. So hätten sie anfangs von Boni, Streckenlistung & Co. keine Ahnung gehabt - als sie sich damit auseinandersetzten, merkten sie schnell, dass sie von Einkäufern fast um ihr Geld gebracht worden wären. Doch ein Startup muss am Anfang bereits Gewinn abwerfen. © dpa
Tipp Nummer Vier: Locke schnell Kunden an. Wer erfolgreich sein will, muss das Interesse der Käufer wecken. Ansonsten wird man schnell wieder aus Supermärkten und Läden aussortiert. Daher ist es ratsam, die Marke erstmal bekannt zu machen, bevor man sich an einen Händler wendet. Nutzen Sie dafür am besten soziale Netzwerke und Newsletter.
Tipp Nummer Vier: Locke schnell Kunden an. Wer erfolgreich sein will, muss das Interesse der Käufer wecken. Ansonsten wird man schnell wieder aus Supermärkten und Läden aussortiert. Daher ist es ratsam, die Marke erstmal bekannt zu machen, bevor man sich an einen Händler wendet. Nutzen Sie dafür am besten soziale Netzwerke und Newsletter. © picture alliance / dpa / Jens Kalaene
Tipp Nummer Fünf: Beobachte die Konkurrenz. Schließlich will man sich mit seinem Produkt von den anderen abheben. Dazu ist es allerdings auch wichtig, flexibel zu bleiben und auch mal umzudenken und zu experimentieren. So verbessert man stets auch das eigene Produkt, um am Ende stärker als die Konkurrenz zu sein.
Tipp Nummer Fünf: Beobachte die Konkurrenz. Schließlich will man sich mit seinem Produkt von den anderen abheben. Dazu ist es allerdings auch wichtig, flexibel zu bleiben und auch mal umzudenken und zu experimentieren. So verbessert man stets auch das eigene Produkt, um am Ende stärker als die Konkurrenz zu sein. © pixabay

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