Sogar ohne Nachweise

Steuererklärung 2018: Mit diesen Freibeträgen gibt's mehr Geld

+
Frei-und Pauschbeträge erleichtern die Steuererklärung. So bekommen Sie mehr Geld und müssen nicht einmal unbedingt Belege vorweisen.

Werbekosten, Ausbildung oder sogar Behinderung: Wer rechtzeitig Steuerfreibeträge nutzt, der muss nicht mehr bis zum nächsten Lohnsteuerjahresausgleich warten.

Vielen ist es lästig, jede Quittung, jeden Kontoauszug und jeden Zahlungsbeleg aufheben und steuerliche Angaben machen zu müssen. Doch am Ende hoffen die meisten, dass es sich gelohnt hat - und sie Geld vom Fiskus zurückerhalten.

Steuererklärung 2018: Frei- und Pauschbeträge frühzeitig geltend machen

Um sich die Zettelwirtschaft zu ersparen, empfiehlt es sich, Frei- und Pauschbeträge bereits zum Jahresanfang zu nutzen. So zahlen Sie während des Jahres weniger Lohnsteuer und erhalten somit am Ende ein höheres Nettogehalt. Der Grund: Der beantragte Freibetrag wird nämlich vom Arbeitgeber vom Monatsgehalt abgezogen – und die Lohnsteuer so neu berechnet.

Grundsätzlich muss man wissen, was genau der Unterschied zwischen Frei- und Pauschbetrag ist. Mit beiden können Sie Geld sparen – dennoch sind sie nicht vollkommen gleich zu setzen. Der Freibetrag zeigt nämlich an, wie hoch die Einkommenssumme maximal sein darf, um steuerfrei zu bleiben. Alles, was über dieser Grenze liegt, müssen Sie versteuern.

Erfahren Sie hier alles zu den neuen Gesetzesänderungen und der neuen Abgabefrist.

So unterscheiden sich Frei- und Pauschbetrag

Hierunter fällt zum Beispiel der Sparerfreibetrag von etwa 800 Euro für Arbeitnehmer. Wer also mehr als 800 Euro verdient, der muss automatisch Lohnsteuer zahlen.

Auch beim Pauschbetrag bleibt ein gewisser Teil des Einkommens steuerfrei. Doch hierbei handelt es sich meist um den sogenannten Arbeitnehmerpauschbetrag (liegt bei etwa 1.000 Euro), der beruflich angefallene Werbungskosten berücksichtigt.

Dazu empfiehlt es sich, die weiteren Kosten in der Steuererklärung in der Anlage N anzugeben. Obwohl Sie hier meist keine Belege vorweisen müssen, ist es dennoch ratsam, einen Überblick über die angesammelten Werbungskosten in Form einer Excel-Tabelle zu behalten.

Lesen Sie hier, ob das "Wiso"-Steuerprogramm hält, was es verspricht.

Pauschbeträge bei der Steuererklärung 2018

Doch was gehört eigentlich alles zu den Werbungskosten? Wie setzt sich die Werbungskostenpauschale zusammen? 

Ein wichtiger Teil der Werbungskosten ist für viele Arbeitnehmer tatsächlich die Entfernungspauschale. Wer regelmäßig zu seinem Arbeitsplatz fahren muss, kann diese geltend machen. Dafür erhalten Steuerzahler vom Fiskus etwa 30 Cent pro zurückgelegten Kilometer – allerdings "nur" für die einfache Strecke. Falls Sie mehr als 30 Cent pro Kilometer verbrauchen, müssen Sie diese in der Steuererklärung angeben.

Doch einige Arbeitnehmer kommen allein mit ihren Fahrtkosten über die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro. Oder Sie benötigen Material für ihre Arbeit oder nehmen an einer Weiterbildung teil – was dann? Auch hier können Sie Ihre Kosten über die Steuererklärung über die Anlage N geltend machen.

Das gilt übrigens auch für die Verpflegung, wenn Sie auf Dienstreisen sind. Je nachdem, wie lange Sie beruflich unterwegs sind, gibt es feste Pauschalbeträge. So erhalten Sie bei mehr als acht Stunden etwa zwölf Euro, ab einem Tag 24 Euro. Für An- und Abreise dürfen Sie jeweils nochmal zwölf Euro hinzurechnen. Mehr gibt’s aber nicht – auch wenn Sie auf dem Weg zwischendurch eingekehrt sind.

Steuerprogramme im Check: Ist ElsterOnline oder ElsterFormular besser? Und wie funktioniert die Steuererklärung mit ElsterFormular eigentlich?

Eine weitere Pauschale erhalten Sie, wenn Sie aus beruflichen Gründen umziehen. Hier erhalten Sie insgesamt 764 Euro (Stand: März 2017). Ehepaare dürfen sich sogar über 1.528 Euro freuen – dazu müssen Sie nur den die Angabe "Pauschale für Umzugskosten" in Ihrer Steuererklärung unter Anlage N eintragen.

Einzelne Belege interessieren den Fiskus dabei allerdings nicht. Über das Bundesfinanzministerium können Sie sich immer wieder über mögliche Änderungen informieren.

Gut zu wissen: Wer allerdings noch Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen oder den Möbelumzug durch eine Spedition angeben möchte, muss diese Ausgaben auch belegen können. Doch auch andere Ausgaben, die sich mit der Zeit ansammeln – sogenannte Sonderausgaben – gibt es einen Pauschbetrag.

Allerdings ist dieser mehr als bescheiden – so erhalten Ledige nur 36 und Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner automatisch vom Finanzamt 72 Euro zurück. Da dieser aber so gering ist, gibt es zudem noch einzelne Posten wie Spenden oder Vorsorgemaßnahmen, die Sie von der Steuer absetzen können.

Auch interessant: Warum Sie die Steuererklärung besser rückwirkend abgeben - und so viel Geld absahnen.

Freibeträge bei der Steuererklärung 2018

Neben dem Sparerfreibetrag dürfen Sie auch den Grundfreibetrag für Einkünfte aus nicht-selbständiger Arbeit beziehen. Dabei werden Steuerzahler nach dem Sozialhilferecht berücksichtigt, um das Existenzminimum wahren zu können.

Wer also zum Beispiel ledig ist und 2017 weniger als 8.652 Euro verdient hat, der muss automatisch keine Lohnsteuer zahlen. Wer dagegen verheiratet ist, durfte 2016 ein Einkommen von 17.304 Euro beziehen. Sobald Sie mehr als den Grundfreibetrag einnehmen, müssen Sie also Steuern zahlen.

Besonders Familien und Alleinerziehende können von Freibeträgen profitieren. 2016 erhielten Eltern einen Kinderfreibetrag von 4.608 Euro – dieser soll das Existenzminimum des Kindes abdecken. Zudem bekamen Sie für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungskosten den sogenannten BEA-Freibetrag von 2.640 Euro.

Das Beste daran: 2017 sollte es sogar noch mehr werden. Allerdings auch nur, wenn durch eine Prüfung des Finanzamtes ("Günstigerprüfung") herauskommt, dass der Kinderfreibetrag finanziell günstiger für die Eltern ist als das monatliche gezahlte Kindergeld. Das belief sich 2016 bei 190 Euro pro Monat.

Doch auch Alleinerziehende haben Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag. Wenn Sie eines davon beziehen, können Sie zudem einen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro steuerlich geltend machen. Wenn Sie mehr als ein Kind haben, erhalten Sie für jedes weitere Kind 240 Euro. Den Entlastungsbetrag beantragen Sie über die Anlage Kind in Ihrer Steuererklärung.

Zudem können Sie einen Ausbildungsfreibetrag für Ihr volljähriges Kind verlangen. Aber nur, wenn es nicht mehr bei Ihnen wohnt. Solange Sie allerdings noch Kindergeld beziehen und Ihr Kind seine erste Ausbildung – egal, ob Schule oder Betrieb – absolviert, erhalten Sie bis zu 924 Euro.

Doch was ist, wenn Sie die Oma zuhause pflegen? Auch dann erhalten Sie eine Pauschale: den Pflegepauschbetrag (etwa 924 Euro). Diesen beantragen Sie ebenfalls über die Steuererklärung. Der Betrag gilt ebenfalls, wenn Sie Ihre Angehörigen nicht das ganze Jahr über gepflegt haben.

Auch interessant: Das droht Ihnen, wenn Sie die Abgabefrist verpassen. Und hier erfahren Sie, wie Sie sie legal umgehen können.

Doch Vorsicht: Wenn Sie sich die Pflege mit jemandem teilen, müssen Sie dementsprechend auch den Pauschbetrag untereinander aufteilen. Wer allerdings mehr als die 924 Euro für die Pflege ausgibt, der kann diese in seiner Steuererklärung als "außergewöhnliche Belastung" geltend machen.

Diesen Punkt können Sie auch nutzen, wenn Sie eine Behinderung aufweisen. Zwar haben Sie in diesem Falle Anspruch auf einen Behindertenpauschbetrag (je nach Behinderungsgrad zwischen 310 bis 3.700 Euro pro Jahr). Allerdings können Sie versuchen, Aufwendungen, die aus einer Behinderung entstanden sind, ebenfalls in voller Höhe als "außergewöhnliche Belastungen" in der Steuererklärung anzugeben.

Lesen Sie hier, warum es so wichtig ist, auch als Student die Steuererklärung zu machen.

Doch Vorsicht: Die Unkosten müssen Sie nachweisen können – und wenn diese als zumutbare Eigenbelastung vom Fiskus anerkennt werden, dann kürzt es die Ausgaben entsprechend. Wenn die Behinderung Ihr Kind oder Enkelkind betrifft, können Sie in Ihrer Steuererklärung in der Anlage Kind beantragen, dass Sie den Behindertenpauschbetrag erhalten. Allerdings geht das nur, wenn Sie bereits Kindergeld beziehen.

Grundsätzlich gilt also, dass sich Frei- und Pauschbeträge rentieren. Wer diese rechtzeitig geltend macht, hat später weniger Arbeit bei der Steuererklärung.

Auch interessant: So funktioniert die erste Steuererklärung als Ehepaar.

Tipp: Behalten Sie Quittungen und Belege zur Sicherheit auf – falls das Finanzamt doch einmal nachfragen sollte. Schließlich müssen Sie alle zwei Jahre Ihre Freibeträge rechtzeitig bei Ihrem zuständigen Finanzamt neu beantragen.

Von Jasmin Pospiech

Neue Gesetze 2016: Das ändert sich ab Januar

Mit dem Jahreswechsel sind einige gesetzliche Änderungen in Kraft getreten. Foto: Christoph Schmidt
Mit dem Jahreswechsel sind einige gesetzliche Änderungen in Kraft getreten. Foto: Christoph Schmidt © Christoph Schmidt
Kindergeld, Kinderzuschlag und Kinderfreibetrag steigen leicht. Foto: Frank Rumpenhorst
Kindergeld, Kinderzuschlag und Kinderfreibetrag steigen leicht. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
Der Hartz-IV-Regelsatz für Alleinstehende steigt um fünf Euro. Foto: Oliver Berg
Der Hartz-IV-Regelsatz für Alleinstehende steigt um fünf Euro. Foto: Oliver Berg © Oliver Berg
Krankenhäuser, die ihre Patienten gut versorgen, werden in Zukunft belohnt. Foto: Uwe Anspach
Krankenhäuser, die ihre Patienten gut versorgen, werden in Zukunft belohnt. Foto: Uwe Anspach © Uwe Anspach
Ab Januar sollen mehr Frauen in Aufsichtsräte. Foto: Oliver Berg
Ab Januar sollen mehr Frauen in Aufsichtsräte. Foto: Oliver Berg © Oliver Berg
Für alle, die nicht arbeiten, aber dennoch Einkünfte haben, gelten ab 2016 neue Regeln für die Steuererklärung. Foto: Armin Weigel/Archiv
Für alle, die nicht arbeiten, aber dennoch Einkünfte haben, gelten ab 2016 neue Regeln für die Steuererklärung. Foto: Armin Weigel/Archiv © Armin Weigel

Auch interessant:

Meistgelesen

41-Kilo-Münzschatz in Kühltruhe gefunden! Polizei steht vor Rätsel
41-Kilo-Münzschatz in Kühltruhe gefunden! Polizei steht vor Rätsel
Steht das auf Ihrer Rechnung? Dann handeln Sie besser schnell
Steht das auf Ihrer Rechnung? Dann handeln Sie besser schnell
Ballermann 2018: Das sind die Gagen von Jürgen Drews, Mickie Krause & Co.
Ballermann 2018: Das sind die Gagen von Jürgen Drews, Mickie Krause & Co.
Experten decken Erstaunliches auf: So viel soll Bitcoin wirklich wert sein
Experten decken Erstaunliches auf: So viel soll Bitcoin wirklich wert sein

Kommentare