Bank, Versicherung & Co.

Schmeißen Sie diese Steuerunterlagen weg, begehen Sie einen fatalen Fehler

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Wenn Sie Ausgaben getätigt haben, sollten Sie die jeweiligen Belege besser über Jahre aufbewahren.

Viele finden die Zettelwirtschaft nervig und schmeißen Belege für etwaige Ausgaben weg. Doch das ist ein fataler Fehler. Warum das so ist, erklärt Ihnen die Redaktion.

Im Laufe der Jahre sammeln sich viele Dokumente und Rechnungen an, die nicht alle aufbewahrt werden müssen. Die Aufbewahrungspflicht für Selbstständige und Gewerbetreibende ist klar geregelt: Für sie gelten Aufbewahrungsfristen von Geschäftsunterlagen zwischen sechs und zehn Jahren. Für Privatpersonen gibt es hingegen keine klare Aufbewahrungsregelung.

Steuerlich relevante Unterlagen sollten dennoch nicht einfach weggeschmissen werden. Die Redaktion fasst in Zusammenarbeit mit der Steuer-App taxfix zusammen, was entsorgt werden kann und welche Dokumente besser aufgehoben werden.

Ausgaben & Co.: So lange sollten Sie wichtige (Kosten-)Belege wirklich aufbewahren

Seitdem das Finanzamt die Steuererklärung nur noch ohne Belege haben möchte, sollten die Belege für Kosten, die steuerlich geltend gemacht wurden, aufbewahrt werden, bis der Steuerbescheid kommt. Wenn es um die Pflege von Angehörigen geht, Elterngeld beantragt wird, ein Kindergartenplatz gesucht wird oder die eigenen Kinder BAföG beantragen, werden oft Einkommensnachweise gefordert. 

Rechnungen

Dazu gehören Rechnungen über:

  • Bauleistungen
  • Planungsleistungen
  • Handwerks- und Renovierungsarbeiten
  • Reinigungsarbeiten

Ansonsten sind Quittungen und Belege aufzubewahren, solange noch Gewährleistungsansprüche auf gekaufte Geräte bestehen. Auch für die Steuer sind die meisten dieser Unterlagen wichtig.

Auch interessant: Steuererklärung 2018: Diese Aufwendungen sollten Sie jetzt bei Werbungskosten eintragen.

Kontoauszüge 

Bei den Kontoauszügen gibt es Empfehlungen: Mindestens vier Jahre sollten sie aufgehoben werden. Innerhalb dieses Zeitraumes kann zum Beispiel das Finanzamt Nachweise über gezahlte Rechnungen für Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen verlangen. Auch regelmäßige Zahlungen wie die Miete oder Unterhalt können so nachgewiesen werden.

Wurden Kontoauszüge zu früh weggeschmissen, kann man sie bei der Bank nochmals anfragen. Banken sind dazu verpflichtet, Kontoauszüge bis zu sechs Jahre aufzuheben. Viele Banken verlangen für die Zusendung jedoch hohe Gebühren.

Achtung: Aufbewahrungspflicht für Vielverdiener: Arbeitnehmer, die mehr als 500.000 Euro im Jahr verdienen, müssen ihre Kontoauszüge sechs Jahre lang aufbewahren!

Bank- und Versicherungsunterlagen 

Bei Versicherungen und Bankgeschäften gilt wieder keine Aufbewahrungspflicht für Privatpersonen. Dennoch ist man besser beraten, wenn die Unterlagen aufbewahrt werden, solange das Versicherungsverhältnis Bestand hat oder das Konto bzw. der Kredit noch aktuell ist.

Dazu gehören Unterlagen zu:

  • Vertragsabschluss
  • Vertragsänderungen

Urkunden und Identitätsnachweise

Einige Urkunden und Unterlagen sind so wichtig, dass sie immer sorgfältig archiviert werden müssen, auch wenn es hier keine offizielle Aufbewahrungspflicht gibt. Das sind zum Beispiel:

  • Geburts- und Heiratsurkunden
  • Sterbeurkunden von Familienangehörigen
  • Ausweis, Reisepass
  • Abschlusszeugnisse, Ausbildungsurkunden

Erfahren Sie hier: Vorsicht: Diese fünf Fehler bei der Steuererklärung bringen Sie um hunderte Euro.

Rente

Für die Rente braucht man Nachweise, auch wenn der Rentenversicherungsträger sie zentral speichert. Es kommt vor, dass nicht alle Arbeitszeiten bei der Rente anerkannt werden. Dann sollte man Belege haben.

Folgende Dokumente sind gut sortiert aufzubewahren:

  • Arbeitsverträge
  • Kündigungen
  • Gehaltsabrechnungen
  • Sozialversicherungsunterlagen
  • Belege über Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit

Daneben sollten gegebenenfalls Studiennachweise und Exmatrikulationsbescheinigungen aufgehoben werden.

Ab wann gilt die Aufbewahrungsfrist?

Was viele nicht wissen: Die Aufbewahrungsfrist beginnt erst mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem eine Rechnung ausgestellt wurde. Hat man beispielsweise eine Handwerkerrechnung über Renovierungsarbeiten am Haus am 23.05.2019 erhalten, muss sie bis zum Ende des Jahres 2024 aufbewahrt werden.

Lesen Sie auch: Aufgepasst: Ab jetzt gilt eine neue Abgabefrist für Ihre Steuererklärung 2018.

jp

Steuererklärung 2018 kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen. © iStockphoto

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