Mit einer genialen Idee

Dieses Startup machte zwei 20-jährige Studenten reich

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Mit einem App-Baukasten für Firmen wurden zwei Studenten mit gerade mal 20 Jahren reich.

Gerade mal 18 Jahre alt waren die Gründer des Startups "Appful". Jetzt sind sie reich. Und sogar der Apple-Riese fühlt sich von ihnen bedroht.

Oskar Neumann und Jürgen Ulbrich sind Kumpels, Studenten und Startup-Gründer. Beide sind zwar erst 20 Jahre alt – doch ihre Firma "Appful" wirft bereits hunderttausende Euros ab – und macht dem Konzernriesen Apple mächtig Konkurrenz.

Dabei fing alles ganz harmlos an: Die damals 18-Jährigen bastelten bereits vor ihrem Abitur an einem Baukasten für native Content-Apps. Mit diesem sollen Marketing-Abteilungen Apps im Magazin-Stil ganz einfach selbst, ohne große Vorkenntnisse, erstellen können.

App-Baukasten "Appful" legt sich mit Konzernriesen Apple an

Bereits kurze Zeit, nachdem sie ihr Startup offiziell machten, machte sich ihre Firma bezahlt – und rief Apple auf den Plan. Völlig unerwartet kam ein Anwalt-Schreiben des Konzernriesen. Darin warf er den beiden Jung-Gründern vor, Markeneigentum beschädigt zu haben. Drei Monate vor dem Schreiben hatten sie noch ihren Firmennamen "Appful" in das europäische Markenregister eintragen lassen. Schließlich waren sie guter Dinge, dass es keine Ähnlichkeiten zu anderen Markennamen aufwies.

Doch was viele nicht wissen: Dritte haben nach einer Marken-Eintragung bis zu drei Monate Zeit, um Einspruch dagegen zu erheben. Und das tat Apple dann auch. Pikanterweise allerdings erst am letzten Tag der Frist. Seitdem soll der Konzern keine Ruhe gegeben haben, verrieten die beiden Gründer. "Wir haben damals lange überlegt, ob wir uns umbenennen oder vor Gericht ziehen sollen. Dann haben wir einen Brief geschrieben, in dem wir unsere Lage geschildert haben", erinnert sich Mitgründer Neumann im Gespräch mit Gründerszene. Eine Aktion mit Happy End: "Apple wirbt dafür, seinen Träumen zu folgen und für seine Ziele zu kämpfen. Das haben wir in dem Brief so dargestellt. Irgendwann rief dann der Anwalt an und sagte, dass sie den Widerspruch zurückziehen", so Neumann.

Auch zwei andere Jungs haben sich mit einer genialen Idee selbstständig gemacht - und fahren Umsätze in Millionenhöhe.

Blutjung, Studenten und schon Chefs: Umsätze in sechsstelliger Höhe

Die beiden 20-Jährigen arbeiten trotz ihres anspruchsvollen Studiums (sie studieren Informatik und BWL in Darmstadt und Wien) emsig an der Weiterentwicklung ihrer Idee. Sie können stolz bereits renommierte Großunternehmen wie Greenpeace, den Sporthersteller Vaude und das US-Wissenschaftsmagazin Futurism zu ihren Kunden zählen. Angeblich soll sogar bald eine Zusammenarbeit mit Walt Disney denkbar sein.

Kunden, die sich dafür interessieren, müssen einen monatlichen Betrag für die Nutzung des App-Baukastens zahlen. Zusätzliche Features, wie zum Beispiel eine Kommentarfunktion unter den Artikeln, kosten extra. Dagegen sind Updates, Wartung und Kundensupport stets gratis. Das soll am Ende viel Zeit und Geld sparen – und die Kunden fühlen sich nie allein gelassen.

Das zahlt sich aus: Laut den Gründern soll das Unternehmen im vergangenen Jahr Umsätze in sechsstelliger Höhe generieren. Zum Vergleich: Am Anfang hatten die beiden Studenten ein Startkapital von gerade mal 1.300 Euro Erspartem. Nach neun Monaten sollen sie Angaben zufolge bereits die 25.000 Euro Stammkapital für die GmbH-Umgründung zusammengehabt haben.

"Appful" hat bis jetzt noch keine Investoren - aber vielleicht bald denkbar

Dennoch ist es für die beiden Jungs nicht immer leicht, Studium und Firma unter einen Hut zu bringen. Besonders dann, wenn Prüfungen anstehen. "In der Klausurenphase ist es schon hart, wenn man tagsüber lernt und nachts bis um drei arbeitet, um Projekte fertig zu kriegen und Angebote zu schreiben", räumt Neumann ein. "Wenn keine Klausuren anstehen, überwiegt die Zeit fürs Startup aber deutlich."

Das Überraschende an "Appful" – bis jetzt hat es noch keine Investoren. Die Gründer haushalten so gut, dass sie ihre Gewinne gleich wieder in die Finanzierung ihrer Firma stecken können. Auch Werbungskosten fallen weg – meist empfehlen sie zufriedene Kunden an andere weiter. Dennoch sind Neumann und Ulbrich dem in Zukunft nicht abgeneigt. Mut und Tatkraft scheinen die beiden Herren allemal zu haben.

Lesen Sie hier auch, was Ihnen eine Investmentgröße rät, damit Ihre Idee sich am Ende auch auszahlt.

jp

So jung und schon Chef: Wenn Berufseinsteiger Firmen gründen

Klare Aufgabenteilung: Frederic Böert (l) kümmert sich um das operative Geschäft, während Vincent Brass die Kommunikation macht. Gemeinsam haben sie das Start-up Muun gegründet. Foto: Inga Kjer
Klare Aufgabenteilung: Frederic Böert (l) kümmert sich um das operative Geschäft, während Vincent Brass die Kommunikation macht. Gemeinsam haben sie das Start-up Muun gegründet. Foto: Inga Kjer © Inga Kjer
Frederic Böert (hinten links) und Vincent Brass (vorne rechts) beschäftigen in ihrem Start-up Muun inzwischen mehrere Mitarbeiter. Foto: Inga Kjer
Frederic Böert (hinten links) und Vincent Brass (vorne rechts) beschäftigen in ihrem Start-up Muun inzwischen mehrere Mitarbeiter. Foto: Inga Kjer © Inga Kjer
Frederic Böert (l) und Vincent Brass haben sich anderthalb Jahre nach dem Studium gemeinsam selbstständig gemacht. Foto: Inga Kjer
Frederic Böert (l) und Vincent Brass haben sich anderthalb Jahre nach dem Studium gemeinsam selbstständig gemacht. Foto: Inga Kjer © Inga Kjer
Das Start-up Muun ist seit September 2015 am Markt. Vincent Brass und Frederic Böert (r) betreiben ihr Geschäft nicht nur über das Netz. Zur Beratung von Kunden haben sie in Berlin-Mitte auch ein Ladengeschäft. Foto: Inga Kjer
Das Start-up Muun ist seit September 2015 am Markt. Vincent Brass und Frederic Böert (r) betreiben ihr Geschäft nicht nur über das Netz. Zur Beratung von Kunden haben sie in Berlin-Mitte auch ein Ladengeschäft. Foto: Inga Kjer © Inga Kjer
Frederic Böert (l) und Vincent Brass haben gemeinsam die Firma Muun gegründet. Sie verkaufen Matratzen, deren Materialien und Oberflächen Käufer selbst zusammenstellen. Foto: Inga Kjer
Frederic Böert (l) und Vincent Brass haben gemeinsam die Firma Muun gegründet. Sie verkaufen Matratzen, deren Materialien und Oberflächen Käufer selbst zusammenstellen. Foto: Inga Kjer © Inga Kjer

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