"Vollkommen wertlos"

Neuer Streit um "Hans im Glück"

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Ist "Hans im Glück" der Sieger im Burger-Krieg?

In der monatelangen Burger-Restaurant-Fehde kann "Hans im Glück" einen juristischen Sieg gegen "Peter Pane" verbuchen. Der Anwalt der Gegenseite ist außer sich.

Die Burger-Ketten "Hans im Glück" und "Peter Pane" betreiben Filialen in ganz Deutschland und Kunden bemerkten große Ähnlichkeiten zwischen den Burger-Restaurants. Das Pikante daran: "Peter Pane"-Chef Patrick Junge war zuvor Franchisenehmer von "Hans im Glück". Hat er die Filialen seiner Burger-Kette ohne ausreichende Veränderungen einfach unter neuem Namen weitergeführt?

Unterlassungsklage wegen Raumgestaltung

Das wollte "Hans im Glück" gerichtlich klären und reichte im Juni eine Unterlassungsklage beim Landgericht München ein. Stein des Anstoßes war die Raumgestaltung der Peter-Pane-Lokale, speziell eine Filiale in Binz auf Rügen. Obwohl das Design dort "zwischenzeitlich bereits geändert" wurde, wie es im Urteil heißt, das dem Hamburger Abendblatt vorliegt, entschied das Gericht für "Hans im Glück".

Es gäbe tatsächlich zu große Parallelen zwischen den Konzepten. Zu diesem Urteil war das Gericht schon im Mai 2016 in einem Eilverfahren gekommen, was "Peter Pane" nicht auf sich sitzen lassen wollte. Der Unterlassungsklage wurde nun aber im Hauptsacheverfahren stattgegeben.

"Burgerkrieg" seit 2016 zwischen "Hans im Glück" und "Peter Pane"

Die Raumkonzept-Klage ist der bisherige Höhepunkt eines lange schwelenden Streits. Anfang 2016 brachen der Franchisenehmer Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH und die Hans im Glück Franchise GmbH miteinander.

In einer Pressemitteilung spricht "Hans im Glück" von "zahlreichen Alleingängen" und "schwerwiegenden Abweichungen von den Vorgaben". Die Paniceus-Filialen im Norden (unter anderem in Osnabrück, Oldenburg und Bremen) wurden unter dem Namen "Peter Pane" weitergeführt. Beide Parteien warfen sich anschließend Vertragsbruch vor.

Paniceus beklagt, dass es durch die unerwartete Kündigung von "Hans im Glück" zu Schäden in Höhe von 4,2 Millionen Euro gekommen sei. Diese Summe habe Unternehmer Patrick Junge ausgeben müssen, um die Restaurants und damit auch die Arbeitsplätze zu erhalten. Junge ist Spross der gleichnamigen Lübecker Bäcker-Dynastie.

Gütliche Einigung gescheitert

Anfang Mai wollte man sich an einen Tisch setzen, um sich doch noch gütlich zu einigen. Der fromme Wunsch ging allerdings nicht in Erfüllung. Sowohl Paniceus als auch "Hans im Glück" sahen im Angebot der Gegenseite keine Basis für eine Einigung.

Nun der Sieg vor Gericht. "Das Urteil ist ein voller Erfolg für uns", so Geschäftsführer Johannes Bühler in einer Pressemitteilung. "Das Raumkonzept von Peter Pane war in vielerlei Hinsicht zu nah am Konzept von Hans im Glück. Die Entscheidung der Richter [...] bestätigt ein weiteres Mal unsere Einzigartigkeit."

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"Klage um Nichts" und Urteil "vollkommen wertlos"

Das sieht Jörg Forthmann, der Anwalt von Paniceus-Chef Junge, ganz anders. Er fand schon die Klage völlig überflüssig. Es sei eine "Klage um Nichts", da es in den Restaurants "keine Gegenstände [gebe], die in irgendeiner Form an Hans im Glück erinnern," wie die Neue Osnabrücker Zeitung aus einer Pressemitteilung zitiert.

Der Plagiatsvorwurf sei aus der Luft gegriffen. "Es liegt auf der Hand, dass die erfolgreiche Gastronomie-Kette Peter Pane keine Bestrebungen hat, die Restaurants wieder zurück in die Hans-Im-Glück-Optik umzubauen", so Forthmann. Da "Peter Pane" das Raumkonzept mittlerweile verändert habe, sei das Urteil "vollkommen wertlos und das wissen auch alle Beteiligten", wird Jörg Forthmann von der Morgenpost zitiert. Vielmehr gehe es "Hans im Glück" bei der Klage vor allem darum, seinen ehemaligen Franchisenehmer zu gängeln.

Doch eine Sprecherin des bayerischen Unternehmens wies diese Beschuldigung zurück: "Wenn es um 'Nichts' gehen würde, wäre der Antrag im Mai 2016 nicht durch das Gericht im Eilverfahren bestätigt worden. Für uns geht es um den Schutz des Franchisekonzepts und damit um das Franchisesystem."

ante

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