„Riech mich! Probier mich!"

Aldi Süd: Discounter sagt Lebensmittelverschwendung den Kampf an

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Aldi sagt der Lebensmittelverschwendung in Deutschland den Kampf an.

Aldi Süd will mit Aufdrucken auf der Milch der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen. Hier lesen Sie, was hinter der "Wir retten Lebensmittel"-Kampagne steckt.

Elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr in der Mülltonne - eine unvorstellbare Menge. Das findet auch Aldi Süd und schließt sich einer Initiative gegen Lebensmittelverschwendung an. Das Motto: "Wir retten Lebensmittel!"

Schluss mit der Verschwendung

Ein Großteil der Lebensmittel, die eigentlich noch genießbar wären, werden in Privathaushalten entsorgt. Der Grund: Viele Verbraucher halten sich strikt andie auf den Verpackungen aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdaten - dabei sind viele Lebensmittel nach Ablauf des Datums noch problemlos essbar - ohne dass es zu Geschmackseinbußen kommt. 

"Mit dem neuen Hinweis animieren wir den Verbraucher, die Genusstauglichkeit der Milch zuerst zu überprüfen, bevor er sie bei Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums wegschüttet", so Jan Stefan Dams, CR-Manager bei Aldi Süd in einer Pressemitteilung.

Riech mich! Probier mich!

"Riech mich! Probier mich!" Mit diesem Slogan will Aldi die Kunden sensibilisieren.

Ab jetzt finden Kunden in 400 Aldi-Süd-Filialen den Slogan "Riech mich! Probier mich! Ich bin häufig länger gut!" auf ihren Frischmilch-Verpackungen. Der Hintergrund: Verbraucher sollen so animiert werden, erst einmal an Milchprodukten & Co. zu riechen oder sie vorsichtig zu probieren, bevor Lebensmittel, die noch genießbar sind, im Müll landen. 

Das Stichwort der Stunde bei Aldi heißt also "intelligente Verpackungen". Diese zeigen zum Beispiel den Zustand eines Joghurts auch nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit durch farbliche Veränderungen auf der Verpackung an.

Angestoßen wurde die Initiative gegen Lebensmittelverschwendung vom bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie vom bayerischen Bündnis „Wir retten Lebensmittel", zu dem auch der Aldi-Süd-Lieferant Gropper gehört.

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Verbraucher müssen sensibilisiert werden

Die aktuelle Kampagne ist nicht Aldis erster Schritt, um Verbraucher im Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren: Bereits im Jahr 2017 hatte die Discounter-Kette mit der Kampagne "Reste Retten" versucht, Kunden für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln zu gewinnen. Auch hier stand die Aufklärung über Mindesthaltbarkeitsdaten im Vordergrund.

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Die zehn frechsten Preisfallen im Supermarkt

Nr. 1: Das Schrumpfprinzip: Bei scheinbar gleicher Packungsgröße und identischem Preis schrumpft der Inhalt eines Produkts. So reduzierte der Konzern Procter & Gamble die Anzahl der Pampers Windeln in der Kategorie 4 in den letzten 6 Jahren von 47 über 44 und 40 auf heute 37 Stück pro Packung. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 2: Der Mehr-drin-Trick: Eine größere Füllmenge suggeriert zunächst ein „Schnäppchen“, wird aber überproportional teuer verkauft. Das Spülmittel Ultra Palmolive von Colgate-Palmolive gibt es in 600-Milliliter-Packungen statt vormals 500- Milliliter-Flaschen. Der Preis erhöhte sich von 0,85 Euro auf 1,65 Euro, was einem Anstieg von 62 Prozent entspricht. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 3: Das Pseudo-Günstigerprinzip: Der Preis eines Produkts wird mit der Verringerung der Füllmenge gesenkt, doch der Preisnachlass entspricht nicht der Reduzierung des Inhalts. Die Menge der Rewe Kuchenglasur Bourbon-Vanille schrumpfte von 200 auf 150 Gramm, doch der Preis sank lediglich von 1,25 Euro auf 1,09 Euro, was einem Preisaufschlag von 16 Prozent gleichkommt. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 4: Der Händlertrick: Ein- und dasselbe Produkt geht bei verschiedenen Einzelhändlern in Packungen mit abweichenden Füllmengen in den Verkauf – allerdings zum gleichen Preis. So kosten Haribo Goldbären in 200- und 300- Gramm-Tüten je 0,89 Euro; der Preisunterschied liegt bei 50 Prozent. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 5: Der Sammelpacktrick: Mehrfach- oder Sammelpackungen werden genutzt, um Produkte scheinbar besonders preisgünstig, jedoch im kleineren Format anzubieten. Der Schokoriegel Twix von Mars beispielsweise ist im 5er- Pack 50 Gramm schwer, wiegt einzeln abgepackt aber 58 Gramm. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 6: Der Portionstrick: Produkte in praktisch vorportionierten Beuteln haben insgesamt eine geringere Füllmenge, aber oft den gleichen Preis wie das Ausgangsprodukt. So bietet Aldi Nord seinen Typ Cappuccino classico Pulver nicht mehr in einer Dose, sondern in einer Pappschachtel mit Einzelportionen an und erhöhte auf diese Weise den Preis für das Produkt um 31,4 Prozent. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 7: Der Mengentrick: Die Stückzahl ersetzt die besser vergleichbare Angabe der Füllmenge auf der Vorderseite einer Verpackung. Auf diese Weise verkauft Bel Deutschland seinen Leerdammer Käse nach wie vor in Abpackungen von 14 Scheiben mit scheinbar gleicher Menge. Heute bekommt man jedoch nur 280 Gramm Käse für 3,79 Euro; früher waren es 350 Gramm. © Verbraucherzentrale Hamburg
 Nr. 8: Der Qualitätstrick: Durch einen geringeren Anteil an wertgebenden Bestandteilen verschlechtert sich die Qualität eines Produkts, die Hersteller sparen Kosten und erhöhen bei gleichem Preis ihre Marge. Für sein Schlemmer-Filet à la Bordelaise reduzierte Iglo den Fischanteil von 70 auf 52 Prozent und erhöhte damit den Preis um 34,6 Prozent. © Verbraucherzentrale Hamburg
 Nr. 9: Der Quantitätstrick: Veränderte Dosiervorgaben führen dazu, dass größere Mengen eines Produkts benötigt werden. Der Hersteller Henkel vergrößerte für sein Geschirrspülmittel Pril Kraft-Gel die Ausgusstülle und setzte die Dosierempfehlung von 2 auf 3 Milliliter pro fünf Liter Wasser herauf. © Verbraucherzentrale Hamburg
Nr. 10: Das Alles-neu-Prinzip: Die Wiedereinführung eines Produkts in einer neuen Verpackung wird genutzt, um die Füllmenge zu reduzieren und den Preis zu erhöhen. Nestlé bietet seine Beba Säuglingsnahrung 1 nicht mehr im Pappkarton, sondern in einer Metalldose an und nutzte den Relaunch für eine Preiserhöhung von knapp 30 Prozent. © Verbraucherzentrale Hamburg

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