Kommunalwahl in Bogenhausen

SEM: Das sind Ziele der Kandidaten

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Das ist der Siegerentwurf des Ideenwettbewerbs. Die geplante SEM ist Reizthema in ganz Bogenhausen. Erst nach den Wahlen entscheidet der Stadtrat über die Pläne.

Das derzeit wohl am meisten diskutierte Thema in Bogenhausen: Das SEM-Projekt. Hinsichtlich der bevorstehenden Wahlen zählt vor allem die Position zu diesem Thema.

Bogenhausen Kaum ein Vorhaben hat die Bürger so sehr polarisiert wie die Pläne zur Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) Nordost. Das nutzten einige für den Wahlkampf. Welcher Spitzenkandidat welche Position dazu vertritt, hat Hallo nun erfragt.

 Amtierende Viertelchefin und Stadträtin Angelika Pilz-Strasser kandidiert noch einmal auf dem ersten Listenplatz der Grünen als potenzielle BA-Chefin. Pilz-Strasser war selbst Mitglied der Jury im Ideenwettbewerb – und ist mit der Entscheidung für den ersten Preisträger zufrieden. „Mir gefällt gut, dass er respektvoll mit dem Hüllgraben umgeht und viel Grün bewahrt“, sagt die 65-jährige Ärztin, die in einer Praxis in Au-Haidhausen tätig ist. Sie findet, im Nordosten solle ein „autoarmes“ Viertel entstehen, mit einem gut ausgebauten Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). 

Grüne: Angelika Pilz-Strasser.

CSU-Spitzenkandidat und Landtagsabgeordneter Robert Brannekämper (54) indes lehnt das Vorhaben ab – zumindest setzt er eine Obergrenze von einer „maßvollen Bebauung“ für maximal 15 000 Menschen. Eine Bebauung für 30 000 zusätzliche Einwohner hält er für undenkbar. Er war stellvertretender Preisrichter beim Ideenwettbewerb und hatte schon im vergangenen Jahr Kritik geäußert – unter anderem, als er der Stadt angebliche rechtliche Fehler beim Wettbewerb vorwarf. 

CSU: Robert Brannekämper.

Für den ÖDP-Listenführer Hanspeter Fenzl liegt der Fokus beim umstrittenen SEM-Thema eindeutig auf einer reinen Wohnbebauung. „Bloß kein neues Gewerbegebiet errichten“, mahnt der 64-jährige ehemalige Feuerwehrmann an. Wichtig ist seines Erachtens außerdem, dass eine Bebauung erst beginnt, wenn die S-Bahn-Strecke erweitert ist – als Tunnel selbstverständlich. In der Tunnelfrage sind sich die Spitzenkandidaten übrigens ohnehin ziemlich einig. 

ÖDP: Hanspeter Fenzl.

Auch für Berndt Hirsch, den Erstplatzierten der FDP, hat die Verkehrsplanung eine wichtige Rolle bei der SEM. Diese müsse unbedingt „parallel“ mit den Bauplänen vorangetrieben werden – und nicht erst danach. Einem weiteren Aspekt räumt er große Bedeutung bei: Eine Deckelung des Bodenpreises dürfe nicht dazu führen, dass Landwirte ihre Grundstücke nicht mehr als Sicherheit bei der Bank verwenden können – etwa, wenn ein Kredit für neue Maschinen ansteht. 

FDP:Berndt Hirsch.

Für die SPD, für die langjähriges BA-Mitglied Karin Vetterle antritt, zählt vor allem eines: „Wir benötigen bezahlbaren Wohnraum auch für kleinere Geldbeutel“, sagt die 54-jährige Sozialversicherungsfachangestellte. Das ermögliche auch einen „notwendigen“ Zuzug von Menschen, die beruflich im pflegerischen und sozialen Bereich tätig sind. Bei den SEM-Planungen sollten die Bürger jedoch gut einbezogen werden. 

SPD: Karin Vetterle.

Was die Kandidaten zu anderen Viertelthemen sagen, lesen Sie auf hier.

hki

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