Das Würmtal wählt: Krailling

Sorge vor AfD-Einzug ins Rathaus

Neben CSU, SPD, FDP, Grüne und FBK, die bereits jetzt im Gemeinderat sitzen, will künftig auch die AfD im Rathaus mitdebattieren.
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Neben CSU, SPD, FDP, Grüne und FBK, die bereits jetzt im Gemeinderat sitzen, will künftig auch die AfD im Rathaus mitdebattieren.

Erstmalig kandidiert die AfD für einen Sitz im Gemeinderat. Wie die anderen Spitzenkandidaten darüber denken – Hallo hat nachgefragt...

  • Erstmalig AfD-Kandidat für Gemeinderat
  • Wie stehen Spitzenkandidaten zu dieser Veränderung?
  • Ziele der Parteien im Allgemeinen

Krailling: Mit Markus Becher kandidiert erstmals ein AfD-Politiker für den Kraillinger Gemeinderat – und sorgt damit bei den anderen Parteien für Unruhe. 

Die Positionen der anderen Spitzenkandidaten zur neuen Konkurrenz

„Wir hoffen das Beste, aber erwarten das Schlimmste“, kommentiert Andrea Schulte-Krauss, Spitzenkandidatin der Grünen, den möglichen Einzug der AfD in das Gremium. „Es wird zu einer massiven Verschärfung im Ton kommen und es steht zu befürchten, dass sich der Diskurs auch im Gemeinderat nach rechts verschieben wird“, glaubt sie. Anders sieht das Bürgermeister Rudolph Haux, der auch Vorsitzender des FDP-Ortsverbands ist. „Ich denke, die Kraillinger Bürger können sehr gut beurteilen, was rechter Populismus bedeutet und dass die unsäglichen Parolen in der Kommunalpolitik weder einen Platz haben, noch in irgendeiner Weise dazu beitragen können, für Krailling vernünftige Lösungen für die Bürger zu finden.“ 

Die Sozialdemokraten denken vor allem pragmatisch: „Die AfD zöge allenfalls mit einem Vertreter in den Gemeinderat“, sagt Ortsverbands-Vorsitzende Erika Harder, deren SPD eine Zusammenarbeit mit der AfD aber kategorisch ausschließt – genauso wie Grüne, FDP und CSU. 

Es bestehen nur vage Informationen über Kraillinger AfD

Tatsächlich steht Becher, der zudem für den Posten des Landrats im Kreis Starnberg kandidiert, ganz allein auf der AfD-Liste für den Gemeinderat. Wie viele Mitglieder sein erst Ende 2019 gegründeter Ortsverband Würmtal hat, ist nicht klar. Außer in Krailling tritt die AfD für keinen Würmtal-Gemeinderat an. Und auch ein lokales Wahlprogramm der Partei sucht man vergeblich. Auf Hallo-Anfrage teilt Becher aber mit, dass er sich für einen Abbau der Flüchtlingscontainer am Kraillinger Ortsrand, die Schließung des Jugendtreffs „Kraill-IN“ und eine Prüfung der Gemeindeausgaben einsetzt. 

Allgemeine Wahlkampfthemen

Allgemein stehen im Wahlkampf die klammen Finanzen der Gemeinde im Fokus. So setzt die Freie Bürgergemeinschaft Krailling (FBK) um die langjährige Gemeinderätin Dietlind Freyer-Zacherl auf einen sorgsameren Umgang mit Steuergeld – etwa bei einer bezahlbaren Neugestaltung der Ortsmitte. Zum Beispiel soll der Paulhanplatz nicht umgebaut und das Geld dafür stattdessen in Bildungseinrichtungen und Vereine investiert werden. 

„Wir haben im Gemeinderat stets für Sparsamkeit plädiert“, erklären auch die Grünen. Statt die sanierungsbedürftige Grundschule vorübergehend in Container auszulagern, wünschen sie sich daher „ein neues Gebäude als Überbauung des Parkplatzes hinter dem Rathaus“, das langfristig genutzt werden kann. Dazu ist eine grüne Verkehrswende für die Partei dringend notwendig. 

Die SPD kritisiert die Arbeit der vergangenen Jahre hart: „Die Gemeinde muss die Kontrolle zurückgewinnen. Nur noch teurer Wohnraum und der hohe Leerstand sind ein Skandal.“ Stattdessen sollen Mehrgenerationenprojekte gefördert werden. Und auch in Sachen Kultur wünscht sich die SPD neue Ansätze: Anstelle des vom Rathaus organisierten – für 2020 aus Kostengründen ohnehin abgesagten – Kult-Art-Festivals soll ein kleineres, von den Kraillinger Bürgern gestaltetes Fest angestrebt werden. 

CSU und FDP plädieren für die Entwicklung neuer Gewerbeflächen

Die CSU, die derzeit die Mehrheit im Gemeinderat stellt, setzt vor allem auf Bestehendes – trotz der anstehenden großen Veränderungen beim Personal. Gleich vier von derzeit neun Gemeinderäten, Eleonore Zwißler, Veronika Sanftl, Herbert Meindl und Jochen Ludwig, treten für das Gremium überhaupt nicht mehr an. Wichtige Aufgaben für die neue Amtsperiode sehen die Christsozialen in die infrastrukturelle Weiterentwicklung des Orts sowie die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und neuer Gewerbeflächen. 

Den Gewerbetreibenden mehr Raum zur Entwicklung geben will auch die FDP. Bisher nur mit einem Gemeinderat vertreten, hoffen die Liberalen jetzt – da sie seit der vorgezogenen Bürgermeisterwahl 2019 mit Rudolph Haux das Gemeindeoberhaupt stellen – auf mindestens drei Sitze. Weitere Ziele des Ortsverbands für Krailling sind „sicherere Schulwege“ und eine sanfte Nachverdichtung.

Hier finden Sie alle Kandidatenlisten und mehr Infos zu der Kommunalwahl in den Würmtalkommunen.

rea

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