Klare Vorstellungen für die Premiere

Alles Klima oder was? – Welche Erwartungen Erstwähler an ihren künftigen OB haben

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Jung und doch schon sehr bestimmt in ihren Forderungen: Viele der „Fridays for Future“-Generation dürfen im März erstmals zur Wahl gehen.

Sie haben klare Vorstellungen für ihre Zukunft. Viele der „Fridays for Future“-Generation dürfen diesen März zum ersten Mal wählen gehen. Außerdem mit dabei ein Comic, der die Wahl erklärt...

München – Wie viele Erstwähler es bei der Kommunalwahl 2020 geben wird, gibt das Kreisverwaltungsreferat erst nach Erstellung des Wählerverzeichnisses bekannt. Stichtag hierfür ist der 9. Februar. Doch eines steht jetzt schon fest. Sie stehen in den Startlöchern. 

„Unter Erstwählern ist die Wahlbeteiligung meist hoch. Am niedrigsten ist sie bei Bürgern in ihren Dreißigern“, erklärt Gerhard Wagner, Leiter der Kreisjugend- ring (KJR)-Abteilung. „Junges Engagement“. Und in den letzten Jahren seien junge Menschen noch massiv politischer geworden.

„Unter Erstwählern ist die Wahlbeteiligung meist hoch. Am niedrigsten ist sie bei Bürgern in ihren Dreißigern“, erklärt Gerhard Wagner, Leiter der Kreisjugend- ring (KJR)-Abteilung.

„Damit ich im politischen Raum tätig werde, muss ich den Eindruck haben, etwas verändern zu können“, so Wagner. „Die Teilnahme an einer Demo wie ,Ausgehetzt‘ oder ,Fridays for Future‘ kann eine positive Erfahrung sein – da bewegt sich was, ich bin nicht alleine mit meinem Unmut.“ 

Informieren will der KJR dennoch: Am 6. und 7. Februar starten die Termine mit dem Demokratiemobil zur Kommunalwahl: von 13 bis 17 Uhr in der Stadtbibliothek Neuhausen. 

„Da haben wir auch eine Wahlkabine dabei, in der man testwählen kann und beispielsweise sieht, wie das mit kumulieren und panaschieren funktioniert“, erklärt Wagner.

„Die direkte Begegnung mit den Jugendlichen beeindruckt oft nachhaltig.“

Am 12. Februar lädt der KJR zu einem OB-Kandidaten-Gespräch um 19 Uhr ins Ampere. Das 90-Minuten-Format richtet sich speziell an Jugendliche, die vor Ort per Online-TED abstimmen, über welche Themen geredet werden soll. 

„Dann haben wir auch eine Spielerunde und eine Art Quizshow mit jugendspezifischen Fragen.“ Die direkte Begegnung mit den Jugendlichen beeindruckt oft nachhaltig: „2014 hat ein Mädchen gesagt, wo sie wohnt, wo sie zur Schule geht und gefragt, was sie für ihre MVV-Monatskarte zahlt. 

Sowohl Herr Reiter als auch die Grünen-Kandidatin Frau Nallinger haben ungefähr halb so viel geschätzt als die tatsächlichen 80 Euro. Das hat vielleicht einen Ausschlag gegeben, warum wir im September das 365-Euro-Ausbildungsticket bekommen.“ 

Maren Kowitz

Eine Stimme dazu, was Erstwähler wirklich wollen

„Der neue Oberbürgermeister sollte sich um die Fahrradwege in der Stadt kümmern. Wo vorhanden, müssen diese besser ausgebaut werden. Außerdem ist der ÖPNV immer noch zu teuer.“

Daniel Gässl (21) aus Allach.

Comic erklärt Wahl

Nur 42 Prozent Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2014. Damit das nicht noch einmal passiert, beauftragte der Stadtrat die Fachstelle für Demokratie mit einer Kampagne die Wahlbeteiligung 2020 zu erhöhen. 

Teil davon: eine bayernweit einzigartige Idee – ein Comic, in dem das Münchner Kindl seine 80 Stimmen verteilt, kumuliert, pana­schiert und auch Fehler begeht, die einen Wahlzettel ungültig machen. 

„In vielen Gesprächen wurde klar, dass das komplexe Wahlsystem eine Hürde darstellt und teilweise sogar verhindert, dass sich Menschen an der Wahl beteiligen“, erklärt die Leiterin der Fachstelle, Dr. Miriam Heigl. 

„Der Comic soll Menschen motivieren ihr Wahlrecht wahrzunehmen“. Er wird mit den Wahlbenachrichtigungen an alle Münchner versandt. „Wir sehen eine höhere Wahlbeteiligung im Zentrum der Stadt und in Gebieten, in denen viele Menschen mit hohen Einkommen und hoher formaler Bildung leben“, so Heigl. Diese Kluft gelte es zu verringern. 

mak

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