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Mutmaßlich russische Hacker legen Webseiten deutscher Behörden lahm - Vergeltungsaktionen?

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Von: Christina Denk

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Der Ukraine-Krieg ist auch ein Cyberkrieg. Immer wieder kommt es zu Hackerangriffen. Die neueste Attacke legte Seiten des Bundestags und der Bundeswehr lahm.

Berlin - Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine warnt das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) vor Cyberangriffen aus Russland. Die Empfehlung seitdem: IT-Sicherheitsmaßnahmen erhöhen. Nun gab es scheinbar Angriffe auf mehrere Behörden-Websites. Sie Seiten waren zeitweise lahmgelegt.

Cyberangriffe: Bundeswehr- und Scholz-Website lahmgelegt – Russische Hacker bekennen sich zu Attacke

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel richteten sich die Attacken am 2. Mai unter anderem gegen das Verteidigungsministerium, den Bundestag, die Bundespolizei sowie mehrere Landespolizeibehörden. Auch die SPD-Webseite von Bundeskanzler Olaf Scholz soll demnach betroffen gewesen sein.

Dem Bericht zufolge handelte es sich um sogenannte DDoS-Attacken („Distributed Denial of Service“), bei dem die Angreifer Server mit einer Flut von Anfragen lahmlegen wollen. Die russische Hackergruppe „Killnet“ habe sich im Messengerdienst Telegram dazu bekannt. Laut Spiegel handelt es sich nach Bewertung der Behörden um Vergeltungsaktionen für deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine. Deutschland hatte am Freitag (6. Mai) die Lieferung von Panzerhaubitzen an die Ukraine bestätigt. Zuvor waren bereits Luftabwehrraketen, sowie Munition oder Raketen geliefert worden.

Cyberangriffe aus Russland? – Bayerisches Innenministerium bestätigt „mehrere Angriffswellen“

Die Angriffe wurden von mehreren deutschen Stellen bestätigt. So räumte das Bundesverteidigungsministerium ein, dass es Angriffe auf die Seiten der Bundeswehr gegeben habe und die Services zeitweise nicht erreichbar gewesen waren. Das bayerische Innenministerium sprach mit Blick auf die Seiten der Landespolizei von „mehreren Angriffswellen“, die jedoch lediglich zu längeren Ladezeiten geführt hätten. Ein Sprecher des Bundestags bezeichnete den Vorfall als „erfolglosen Angriffsversuch, bei dem hier kein Schaden entstand.“

Russische Hacker haben sich zu einem Cyberangriff auf deutsche Behörden bekannt. (Symbolbild)
Russische Hacker haben sich zu einem Cyberangriff auf deutsche Behörden bekannt. Auch die Website der Bundeswehr war zeitweise lahmgelegt. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Das BSI wollte sich nicht näher äußern, teilte aber ebenfalls mit, dass Angriffe dieser Art technisch nicht sonderlich ausgefeilt seien und mit Standardtechnologien gut abgewehrt werden könnten. Im Falle eines ernsten Angriffs gibt es auch Sorgen um das deutsche Stromnetz. Hierfür seien Notlösungen parat, versicherte der BSI jedoch im März.

Cyberangriffe aus Russland: Ukraine erlebte bereits schwere Attacken vor der Eskalation

Bereits vor der Eskalation des Ukraine-Konflikts hatte es eine mutmaßliche Attacke aus Russland auf die Ukraine gegeben. Ziel des Cyberangriffs waren das ukrainische Verteidigungsministerium sowie zwei wichtige staatliche Banken. Ähnliches war bereits in der Vergangenheit passiert. 2015 legten russische Hacker einen Teil des ukrainischen Stromnetzes lahm.

Cyberattacken auf Russland: Umgekehrt kommen Angriffe ebenfalls vor. Ende März startete das Hacker-Kollektiv Anonymous demnach wohl einen Angriff auf die russische Zentralbank. Anonymous ist ein Internetphänomen, unter dessen Deckname Aktivisten unter anderem mit Hackerangriffen zunehmend politisch demonstrieren. Abseits der virtuellen Welt gab es in Berlin indes einen mutmaßlichen Brandanschlag auf das Gebäude der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Alle aktuellen Entwicklungen zum Ukraine-Krieg gibt es im News-Ticker zur militärischen Lage. (chd/dpa)

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