Türkische Regierung: Syrien feuerte wieder auf Flugzeug

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Syrische Streitkräfte haben am Freitag eine türkische F4-Phantom-Maschine (Archivbild) vor der syrischen Küste abgeschossen.

Istanbul - Syrien hat nach Angaben der Regierung in Ankara auf ein weiteres türkisches Flugzeug geschossen.

Das sagte der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arinc am Montag auf einer Pressekonferenz in Ankara. Das Rettungsflugzeug vom Typ CASA sei herbeigeeilt, nachdem die syrischen Streitkräfte am Freitag einen türkischen Kampfjet des Typs RF-4E abgeschossen hatten. Ob das Rettungsflugzeug getroffen wurde, sagte Arinc nicht. Die syrischen Truppen hatten nach einer Warnung der türkischen Streitkräfte den Beschuss eingestellt.

G-20-Gipfel in Mexiko: Darüber sprachen die Staatsoberhäupter

Mit einer überraschenden Annäherung in der Syrien-Frage hat der G-20-Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer begonnen: © dpa
Die USA und Russland plädierten beide demonstrativ für einen politischen Prozess zur Beilegung des Konflikts. © dpa
US-Präsident Barack Obama erklärte nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Montag, er stimme mit diesem im Hinblick auf Syrien darin überein, dass „wir ein Ende der Gewalt brauchen und einen politischen Prozess, um einen Bürgerkrieg zu verhindern“. Putin erklärte, er und Obama seien sich bei vielen Fragen bezüglich Syrien einig. © dpa
„Wir teilen die Überzeugung, dass das syrische Volk die Möglichkeit haben sollte, unabhängig und demokratisch über die eigene Zukunft zu entscheiden“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Der syrische Präsident Baschar Assad wurde in der Erklärung nicht explizit genannt. © dpa
Zuletzt hatten die USA Russland immer wieder vorgeworfen, die Regierung in Damaskus zu stützen. Das Treffen mit Obama in Los Cabos war das erste seit dem Beginn der dritten Amtszeit Putins als russischer Präsident. © dpa
Obama traf auch mit Merkel zusammen. Beide sprachen über die aktuelle Lage in der Euro-Zone, wie anschließend aus Regierungskreisen verlautete. © dpa
Das Weiße Haus erklärte nach dem Treffen, der US-Präsident sei ermutigt über Fortschritte im Umgang mit der europäischen Schuldenkrise. © dpa
Obama und Merkel hätten über die hohe Bedeutung von Schritten zur Sicherung der Finanzstabilität in der Euro-Zone gesprochen, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. © dpa
Merkel hatte sich zuvor dagegen verwahrt, dass allein die Europäische Union wegen der Eurokrise an den Pranger gestellt wird. Jeder Kontinent werde seinen Beitrag zu mehr Wachstum und Stabilität leisten müssen, sagte Merkel. © dapd
Merkel traf in Los Cabos auch mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao zusammen. Beide sprachen über die politischen Perspektiven in Europa und im Euroraum sowie über die wirtschaftliche Entwicklung in China, wie aus Regierungskreisen verlautete. © dpa
Das Thema Wachstum stand im Mittelpunkt der ersten Arbeitssitzung des Gipfels. Neben Strategien für mehr Wachstum sollte es auch um Probleme gehen, die Wachstum entgegenstehen. © dpa
In dem Entwurf der Abschlusserklärung, die am Dienstag veröffentlicht werden soll, wurde Beschäftigung als oberste Priorität im Kampf gegen die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise bezeichnet. © dpa
Die G-20 erklärten sich „einig in unserer Entschlossenheit, Beschäftigung und Wachstum zu fördern“, hieß es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur AP vorlag. © dpa
Zur Erreichung dieser Ziele sei ein „Los Cabos Action Plan“ ausgearbeitet worden. Vorgesehen sei unter anderem eine Steigerung der Staatsausgaben. Um die genaue Formulierung der Erklärung wurde noch gerungen. © dpa
Die australische Premierministerin Julia Gillard © dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der mexikanische Präsident Felipe Calderon © dpa
Der italienische Premierminister Mario Monti © dpa
Mit Sonnenschirm: Die argentinische Präsidentin Cristina Fernandez © dapd
Die australische Premierministerin Julia Gillard und die argentinische Präsidentin  Cristina Fernandez © dapd
Der britische Premierminister David Cameron mit dem russischen Präsideten Wladimir Putin © dapd

“Das Flugzeug wurde zu Beginn unserer Rettungsaktion für die nach dem Beschuss abgestürzten Piloten attackiert“, sagte ein Vertreter des Außenministeriums in Ankara der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Syrische Streitkräfte hatten am Freitag eine türkische F4-Phantom-Maschine vor der syrischen Küste abgeschossen.

Man habe die syrischen Stellen sofort darüber informiert, dass es sich um Rettungsflüge handelte, berichtete der Sprecher. Die Syrer hätten ihre Angriffe daraufhin eingestellt.

Vize-Premierminister Arinc betonte am Abend in einem Fernsehauftritt, sein Land habe keine kriegerischen Absichten gegenüber dem Nachbarland. “Wir werden weiterhin mit kühlem Kopf agieren“, sagte auch der Ministeriumssprecher der dpa. Die Suche nach den vermissten Crewmitgliedern der am Freitag abgeschossenen Maschine gehe weiter.

dpa/dapd

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