Trotz Abrüstung: Putin lässt Angriffswaffen entwickeln

Moskau - Russland wird nach den Worten von Regierungschef Wladimir Putin ungeachtet der laufenden Abrüstungsverhandlungen mit den USA die Entwicklung seiner Offensivwaffen weiter vorantreiben.

“Um das Kräftegleichgewicht zu wahren, müssen wir unsere Angriffswaffen entwickeln“, sagte Putin am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax bei einem Aufenthalt in Wladiwostok im Fernen Osten Russlands. Diese Raketen seien die Antwort auf die Pläne der USA für ein Abwehrschild. Putin kritisierte erneut, dass Washington weiter keine Angaben zu seinen neuen Raketenabwehrplänen mache.

Russland hatte seine Teilnahme an einer solchen Raketenabwehr angeboten. US-Präsident Barack Obama hatte die Pläne seines Vorgängers George W. Bush für eine Raketenabwehr in Mitteleuropa nach Protesten Russlands in diesem Jahr gestoppt. Russland sei zur Wahrung seiner eigenen Sicherheit gezwungen, den neuen Plänen der USA etwas entgegenzuhalten, sagte Putin. “Wenn unsere Partner einfach alles machen, was sie wollen, dann nimmt die Aggressivität gleich wieder zu - sowohl in der realen Politik als auch in der Wirtschaft“, betonte Putin.

USA dürfen sich nicht allein in Sicherheit fühlen

Russland könne nicht zulassen, dass sich die USA allein in “kompletter Sicherheit“ fühlten. Nach Darstellung von Putin verlaufen die gegenwärtigen atomaren Abrüstungsgespräche zwischen Moskau und Washington über ein Nachfolgeabkommen für den am 5. Dezember abgelaufenen START-I-Vertrag zur Verringerung strategischer Offensivwaffen positiv. Die Fragen der Raketenabwehr und der Angriffswaffen seien aber eng miteinander verbunden, sagte Putin. Wegen des früheren Streits um die geplante US-Raketenabwehr in Tschechien und Polen war bereits die Umsetzung des START-II-Vertrags gescheitert. Unter Kremlchef Dmitri Medwedew und Obama hatten sich die Beziehungen zwischen Moskau und Washington zuletzt deutlich gebessert.

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