Theo Waigel: Steinbrück kann Kanzler

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Theo Waigel ist von Peer Steinbrück beeindruckt.

Berlin - Der langjährige Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) traut seinem SPD-Nachfolger die Kanzlerschaft zu. „Ja, er kann es“, sagte er am Mittwoch bei der Vorstellung eines Buchs über Steinbrück.

Er habe aber Zweifel, ob eine Kanzlerschaft des SPD-Politikers wirklich gut gehen werde. Die SPD-Linke werde sich mit Sicherheit mit dem ökonomischen Sachverstand Steinbrücks schwertun. Er halte es auch für falsch, dass dieser für sich bereits ein Regierungsamt in einer neuen großen Koalition nach 2013 ausgeschlossen habe.

SPD-Kandidaten: Wer kann Merkel stürzen?

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Seitdem sich die jetzige SPD-Troika vor fast einem Jahr formierte, ist das Kalkül bei der Kandidaten-Kür einigermaßen aufgegangen. Derjenige mit den besten Aussichten, Kanzler zu werden, solle es machen, so lautet die Abmachung. © dpa
SIGMAR GABRIEL (50): Wenn er partout will, wird ihn niemand stoppen. Als Parteichef hat Gabriel das erste Zugriffsrecht. Seine Bilanz kann sich sehen lassen: © dpa
Seit Gabriels Amtsantritt konnte die SPD in allen zwölf Wahlen in den Ländern ihre Ministerpräsidenten-Posten verteidigen, neue hinzugewinnen und sich ansonsten überall die Regierungsbeteiligung sichern. © dpa
Ferner spricht für Gabriel seine gerade für Wahlkämpfe auf Marktplätzen gefragte Rednergabe. Negativ zu Buche schlagen dagegen seine Sprunghaftigkeit und eher bescheidene Umfragewerte. Auch Anhänger trauen ihm nicht so recht zu, den Kampf gegen die Amtsinhaberin Angela Merkel zu gewinnen. © dpa
FRANK-WALTER STEINMEIER (56): Dem Kanzlerkandidaten von 2009 hängt immer noch das 23-Prozent-Debakel nach. Der jetzige Bundestags-Fraktionschef hat jedoch nicht nur rhetorisch dazugelernt. © dpa
Seine Schlappe in der Fraktion kürzlich bei der Abstimmung über den Somalia-Einsatz war ein Warnschuss, gegenüber Schwarz-Gelb künftig weniger nachgiebig aufzutreten. © dapd
Doch auch erstaunlich viele SPD-Linke setzen offen auf Steinmeier - teilweise auch nur, um Steinbrück so zu verhindern. In der Partei wird kolportiert, dass auch Kraft als neue “Königsmacherin“ Präferenzen für Steinmeier zu erkennen gegeben hat. Ihm wird am ehesten auch das Zustandekommen einer Ampel mit der FDP zugetraut, falls es für Rot-Grün allein 2013 nicht reicht. © dpa
HANNELORE KRAFT (50): Trotz beinharter Dementis könnte der neue SPD-Star vielleicht doch noch in die Aufgabe des (weiblichen) “Weißen Ritters“ gedrängt werden - also in die Rolle der praktisch aus dem Nichts auftauchenden Heldin, die das bedrängte eigene Lager mit Bravour zum Erfolg führt. © dpa
Ob sie will oder nicht - seit Sonntag ist sie zumindest vorerst so etwas wie die gefühlte Kanzlerkandidatin. Zwar zweifelt niemand daran, dass Kraft es ernst meint, auf jeden Fall in NRW zu bleiben. © dapd
Doch sollte das SPD-Männertrio von sich aus verzichten, könnten sich aus Berlin Bittprozessionen in Richtung Düsseldorf in Bewegung setzen - mit dem Ziel, Kraft noch umzustimmen. Einem solchen Ruf könnte sich die Chefin des mächtigsten SPD-Landesverbandes letztlich kaum entziehen. © dapd
PEER STEINBRÜCK (65): Über mangelnde Popularitätswerte kann sich der Senior des Trios nicht beklagen. Der Ex-Finanzminister hat bis tief hinein ins konservative bürgerliche Kreise Anhänger. © dpa
Doch nach dem Geschmack vieler in der SPD ist Steinbrück in seiner Paraderolle als neuer Weltökonom einfach zu neoliberal. © dpa
Trotzdem konnte Steinbrück nun das Rennen machen. Da Gabriel und der Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier nicht antreten wollten, war der Weg für den 65-Jährigen frei. © dpa

Waigel, der auch CSU-Vorsitzender war, erklärte weiter, Steinbrück habe nie Berührungsängste zu Politikern anderer Parteien gehabt. Beeindruckt hätten ihn auch immer wieder dessen Humor und der Mut zu ungeschminkten Wahlanalysen.

dpa

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