Grünen-Niederlagenserie am Sonntag

Wirren der Stichwahl in Bayern: Spaenle feiert wohl doch noch Comeback - Gemeinde übersieht 340 Wahlbriefe

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Spaenle zieht Zwischenbilanz

Der erste Urnengang bei der Kommunalwahl in Bayern machte in Teilen des Freistaats Stichwahlen nötig. Alle Infos zur Wahl 2020,

  • In Bayern finden am 29. März die Stichwahlen für Bürgermeister und Landräte statt.
  • Die Ergebnisse der Kommunalwahl 2020 in Bayern finden sie alle auf Merkur.de* - auch in interaktiven Karten.
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19.00 Uhr: Jetzt ist es wohl fix: Ludwig Spaenle dürfte in Bälde in den bayerischen Landtag zurückkehren. Der langjähige CSU-Kultusminister wird nach menschlichem Ermessen vom Ausgang der Landratswahl im Landkreis Rosenheim.

Dort ist Spaenles Parteifreund Otto Lederer zum neuen Landrat gewählt worden. Der Landtagsabgeordnete holte nach Auszählung der allermeisten Gebiete 68,8 Prozent der Stimmen. Seine Kontrahentin Ursula Zeitlmann von den Grünen kam demnach auf 31,2 Prozent. Zwar fehlte am Montag noch die Auszählung der Gemeinde Samerberg, weil dort wegen Quarantänemaßnahmen keine Mitarbeiter im Rathaus waren. Diese Auszählung mit vier von 162 Gebieten werde das Ergebnis aber nicht mehr maßgeblich verändern, hieß es.

Wenn Lederer sein neues Amt antritt, muss er sein Landtagsmandat abgeben, das er seit 2013 inne hat. Spaenle ist erster Anwärter auf den Sitz im Maximilianeum.

Die CSU fühlt sich unterdessen nach den Wahlen obenauf: „Wir sehen uns als klare Sieger“, sagte Generalsekretär Markus Blume am Montag in München. Sowohl bei den Landräten als auch bei den Oberbürgermeistern habe man die bisherige Zahl von Amtsinhabern unter dem Strich gehalten, ebenso wie die Zahl der Bürgermeister von knapp 1000. „Deswegen sind wir insgesamt mit der Kommunalwahl sehr zufrieden.“

18.50 Uhr: Aufatmen in Gauting: In der Gemeinde im Münchner Umland waren hunderte Wahlbriefe übersehen worden - das gesamte Wahlresultat muss aber nicht umgeworfen werden, wie Merkur.de* erfahren hat.

Stichwahlen in Bayern: Peinliche Panne - Gemeinde Gauting übersieht 340 Wahlbriefe

15.51 Uhr: In der Gemeinde Gauting im Landkreis Starnberg lief die Stimmauszählung alles andere als glatt - die Wahlhelfer vergaßen 340 Wahlbriefe im dortigen Rathaus, wie Merkur.de* berichtet. Diese Briefe werden nun erst an diesem Montag ausgezählt. Das Wahlergebnis könnte wegen dieser Panne nun doch ein anderes sein - die Kandidaten lagen nach vorläufigem Stand nur 62 Stimmen auseinander. 

Stichwahl in Bayern: Zwei Großstadt-Machtwechsel - auch München entschieden

12.25 Uhr: Am Wahlabend hatte es sich abgezeichnet, jetzt steht es fest: Dieter Reiter bleibt auch in den nächsten sechs Jahren Oberbürgermeister von München. In der Stichwahl setzte sich der Amtsinhaber von der SPD klar gegen die CSU-Herausforderin Kristina Frank durch.

Nach Auszählung aller 1001 Wahlgebiete kam Reiter auf 71,7 Prozent, wie das Kreisverwaltungsreferat München am Montag mitteilte. Frank erreichte 28,3 Prozent der Stimmen. Die Auszählung war am späten Sonntagabend unterbrochen worden und wurde am Montagmorgen fortgesetzt.

Münchner CSU-Landrat Christoph Göbel verteidigt sein Amt

10.15 Uhr: Der Münchner CSU-Landrat Christoph Göbel hat im zweiten Anlauf sein Amt verteidigen können. Er war im Landkreis München als Favorit in die zweite Runde der Kommunalwahlen am Sonntag gegangen - und kam nach dem am Montagmorgen vom Landratsamt veröffentlichten vorläufigen Ergebnis auf 64,1 Prozent. Sein Grünen-Herausforderer Christoph Nadler erzielte demnach 35,9 Prozent. Insgesamt beteiligten sich gut 60 Prozent der Wahlberechtigten. Im Vergleich zur Landratswahl vor sechs Jahren stieg die Wahlbeteiligung damit deutlich.

Kommunalwahl in Bayern: Wahlbeteiligung steigt

Update vom 30. März 2020, 5.38 Uhr: Die Marathon-Kommunalwahlen in Bayern gehen in die letzte Runde. Die Auszählung der ersten landesweit reinen Briefwahlen hat bereits einige Wechsel auf den Chefposten in den Kommunen ergeben. Doch längst noch nicht in allen Städten und Landkreisen des Freistaats steht das Endergebnis schon fest.

Die Wahlbeteiligung war vielerorts deutlich höher als noch vor zwei Wochen. Und das, obwohl viele Sorgen hatten, dass die Wahlunterlagen nicht rechtzeitig wieder bei den Wahlämtern ankommen. Denn die Stichwahl war erstmals ein reiner Weg zum Briefkasten. In Nürnberg stieg die Wahlbeteiligung etwa von gut 47 Prozent im ersten Wahlgang auf jetzt 51,6 Prozent, in Augsburg von 45,3 auf 48,2 Prozent. Und auch für München wird ein deutliches Plus erwartet.

Stichwahl in Bayern: Zwei Großstadt-Machtwechsel - CSU-Urgestein nun vor Comeback durch die Hintertür

Update 0.15 Uhr: Die zweite Runde der bayerischen Kommunalwahlen im Zeichen der Corona-Krise ist zumindest für heute Abend vorüber - die Auszählungen sind mehr oder minder überall entweder abgeschlossen oder auf den Montagmorgen vertagt. 

Allzu deutliche bayernweite Linien hat der Urnengang in den Kommunen nicht ergeben. Zu vermelden waren sowohl Machtwechsel in den Rathäusern und Landratsämtern, als auch Triumphe für Amtsinhaber. Die spektakulärsten Ergebnisse lieferten wohl Nürnberg und Ingolstadt: Dort wechselt nach 18 beziehungsweise sogar knapp 50 Jahren die Parteifarbe im höchsten Stadtamt. In Nürnberg reüssierte die CSU, in Ingolstadt die SPD. In Augsburg und München behielten CSU beziehungsweise SPD die Oberbürgermeister-Posten.

Machtwechsel in Nürnberger: Marcus König (CSU) ist neuer Bürgermeister.

Die CSU zählte sich in Person von Parteichef Markus Söder zu den Gewinnern des Abends - man „könne Großstadt“ freute sich Söder auf Twitter. Jubel - zu großem Teil auf Kosten der CSU - gab es auch bei den Freien Wählern. Die Partei übernahm unter anderem im Oberallgäu, in Freising und in Pfaffenhofen die Landratsämter von der CSU. Im Kreis Main-Spessart wechselte das Landratsamt allerdings in umgekehrter Richtung, von Freien Wählern zu CSU.

Einen eher gebrauchten Abend erlebten die Grünen. Die Ökopartei war in zahlreichen Stichwahlen vertreten. Große Erfolg gab es allerdings nicht zu vermelden. Unter anderem bei den OB-Wahlen in Bamberg, Landshut und Rosenheim, aber auch bei den Landratswahlen in Miesbach, Rosenheim und im Landkreis München hatten die Grünen das Nachsehen.

Für den Montag werden weitere (End-)Ergebnisse erwartet. Unter anderem in München* wird die OB-Wahl noch fertig ausgezählt. In Regensburg, Erlangen und Aschaffenburg beginnt die Auswertung der ungewöhnlichen Wahl erst. Wir halten Sie dann an dieser Stelle weiter auf dem Laufenden. Für heute verabschieden wir uns und wünschen eine gute Nacht und Gesundheit.

Update 0.10 Uhr: Die womöglich knappste Bürgermeister-Stichwahl des Abends hat sich in Thalmassing im Landkreis Regensburg zugetragen. 1.805 zu 1.800 lautete laut einem Bericht der Mittelbayerischen Zeitung hier das Endergebnis - Sieger ist Raffael Parzefall von den Freien Wählern. Amtsinhaber Helmut Haase von der „Freien Wählerschaft Sanding“ muss das Rathaus räumen.

Stichwahl in Bayern: Zwei Großstadt-Machtwechsel - CSU-Urgestein nun vor Comeback durch die Hintertür

Update 23.24 Uhr: Der Ausgang der Landratswahl im Landkreis Rosenheim wird wohl direkte Folgen für die Landespolitik in Bayern haben: Der sich abzeichnende Sieg des CSU-Kandidaten Otto Lederer könnte einen alten Bekannten zurück in den Münchner Landtag bringen. 

Denn Lederer würde für das Landratsamt sein Landtagsmandat abgeben, das er seit 2013 inne hat. Dies wiederum würde dem ehemaligen Kultusminister und amtierenden Antisemitismusbeauftragten Ludwig Spaenle (CSU) eine Rückkehr ins Maximilianeum ermöglichem; Spaenle ist erster Anwärter auf den frei werdenden Posten. 

Spaenle hatte bei der Landtagswahl 2018 sein Direktmandat im Wahlkreis München-Schwabing gegen den Grünen Christian Hierneis verloren. Bereits ein gutes halbes Jahr zuvor hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Spaenle nach rund zehn Jahren Amtszeit aus dem Kultusministerium verbannt*. 

Seit Mai 2018 hat der Münchner den Posten als Antisemitismusbeauftragter inne und brachte in dieser Rolle einige Initiativen auf den Weg*. Ganz ohne Krach ging der schleichende Rückzug allerdings nicht ab: Er sei „ziemlich blöd in der CSU angemacht worden“, erzählte Spaenle vor einiger Zeit dem „Münchner Merkur“*. Nun könnte also die nächste unerwartete Wende in Spaenles politischem Lebenslauf folgen.

Stichwahl in Bayern: Grüne-Niederlagenserie bei Landratswahlen geht weiter

Update 23.08 Uhr: Auch im Landkreis München haben die Grünen offenbar keine Chance auf das Landratsamt: Die Stichwahl zwischen Amtsinhaber Christoph Göbel (CSU) und dem Grünen Christoph Nadler ist zwar aktuell noch nicht fertig ausgezählt - nach Auswertung von 229 der 240 Gebiete kommt Göbel aber auf 63,8 Prozent. Der Sieg dürfte ihm damit nicht mehr zu nehmen sein.

Eva Lettenbauer und Eike Hallitzky sprechen nach der ersten Wahlrunde über die Ergebnisse der Kommunalwahl in Bayern - bei den Landrats-Stichwahlen hatten die Partei keinen Erfolg.

Ein sehr ähnliches Bild zeigt sich zur Stunde im Landkreis Rosenheim. Der CSU-Landtagsabgeordnete Otto Lederer liegt dort im Rennen um den Landratsposten weit vorn. Nach Auszählung von 137 der 162 Gebiete kam er am späten Sonntagabend auf 68,9 Prozent der Stimmen. Seine Kontrahentin Ursula Zeitlmann von den Grünen erzielte zu diesem Zeitpunkt 31,1 Prozent.

Stichwahlen in Bayern: Freie Wähler holen weitere Landratsämter - und feiern in der Corona-Krise „Freudentag“

Update 22.55 Uhr: Die Freien Wähler haben am Sonntag sechs Landrats-Stichwahlen für sich entschieden - und feiern ihren Erfolg. „Es sind sensationelle Ergebnisse für die Freien Wähler“, sagte Parteichef Hubert Aiwanger am Abend. Für seine Partei sei es daher ein „Freudentag“. Er dankte allen Wählern und betonte: „Euer Vertrauen ist unsere Verpflichtung“.

In der Stichwahl konnten Kandidaten der Freien Wähler zunächst die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen*, Bayreuth Land, Freising*, Oberallgäu, Pfaffenhofen und Unterallgäu für sich entscheiden. Insgesamt gingen in der Kommunalwahl zwölf Landkreise an die Partei. In Neuburg-Schrobenhausen und Dillingen stellen die Freien Wähler ebenfalls die Landräte. Hier wurde aber in 2020 nicht neu gewählt.

Update 22.50 Uhr: Eine bemerkenswerte Geschichte kommt am Stichwahl-Tag aus dem oberfränkischen Lichtenberg: Auch dort ist ein CSU-Politiker zum Bürgermeister gewählt worden - allerdings im zarten Alter von 19 Jahren. Kristan von Waldenfels ist nun der jüngste Bürgermeister Bayerns, wie unter anderem Merkur.de* berichtet.

Stichwahl in Bayern: Wichtigste Ergebnisse des Abends liegen vor - erstes Fazit möglich

Update 22.21 Uhr: Aus den kreisfreien Städten Bayerns gibt es heute Abend keine weiteren Nachrichten mehr zu erwarten: In Regensburg, Aschaffenburg und Erlangen wird erst am Montag ausgezählt. Aus den anderen kreisfreien Städten liegen die Ergebnisse bereits vor. 

Besonders bemerkenswert dabei natürlich die Machtwechsel in zwei der fünf größten Städte Bayerns: In Ingolstadt ging das Rathaus von CSU an SPD, in Nürnberg lief es umgekehrt. In München und Augsburg stellen wohl weiter SPD (mit Dieter Reiter) beziehungsweise CSU (mit Eva Weber) das Stadtoberhaupt.

Bitterer Abend: Nürnbergs langjähriger OB Ulrich Maly (SPD) muss das Rathaus an CSU-Mann Marcus König übergeben.

Laut einer Analyse des Bayerischen Rundfunks fällt die Bilanz zwischen CSU und SPD in den Rathäusern der wichtigsten bayerischen Städte bislang weitgehend ausgeglichen aus. In elf der 24 kreisfreien Städte haben CSU-Politiker die Rathäuser erobert, in neun SPD-Kandidaten. In Landshut bleibt FDP-Mann Alexander Putz Oberbürgermeister.

Eindeutiger fällt das Bild bei den Landräten aus. Bei den Kommunalwahlen sind bislang 50 Landratsämter an die CSU gegangen, zwölf an die Freien Wähler. Je eines ging an SPD und Grüne. Die Grünen haben damit ein selbstgestecktes Ziel deutlich verpasst: Die Partei wollte die Zahl ihrer Landräte im Freistaat von zwei auf vier verdoppeln - stattdessen hat sie sich mit der Niederlage von Wolfgang Rzehak in Miesbach in dieser Kategorie halbiert.

„Ich denke, dass klar ist, dass wir Grüne den Landkreis Miesbach nicht gepachtet haben“, erklärte Grüne-Landeschefin Eva Lettenbauer der dpa. „Miesbach ist schon seit jeher ein schwarzer Landkreis gewesen“, sagte Lettenbauer. Dass Rzehak diesmal nicht gewonnen habe, liege daran, dass die Bedingungen vor sechs Jahren ganz andere waren und „ein großer Skandal den Landkreis erschüttert hat“. Rzehaks CSU-Vorgänger Jakob Kreidl war über die Miesbacher Sparkassenaffäre gestolpert*.

Stichwahlen in Bayern: Freie Wähler jagen CSU weiteren Landrats-Posten ab

Update 22.03 Uhr: Es scheint sich zu einem kleinen Trend des Abends auszuweiten: Nicht nur in den Landkreisen Oberallgäu und Freising, sondern auch im oberbayerischen Kreis Pfaffenhofen haben die Freien Wähler der CSU den Landratsposten abgenommen. Der FW-Kandidat Albert Gürtner entschied dort die Stichwahl am Sonntag mit 51,5 Prozent für sich. CSU-Kandidat Martin Rohrmann kam auf 48,5 Prozent der Stimmen.

Im Oberallgäu hat mit dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, ein äußerst prominenter CSUler das Rennen um das Landratsamt gegen die Freie Wählerin Indra Baier-Müller verloren (siehe 20.30 Uhr). Hörmann wollte beide Posten nebeneinander ausüben.

Update 22.00 Uhr: Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) plant schon vor dem offiziellen Endergebnis der Stichwahl fest seine nächste Amtszeit als Rathauschef in München ein. „Ich bin überwältigt von dem großen Vertrauen, das mir die Münchnerinnen und Münchner entgegengebracht haben, vielen herzlichen Dank. Das gibt viel Rückenwind für die nächste Amtsperiode“, sagte er am Sonntagabend. Nach Auszählung von rund zwei Drittel der Stimmen liegt Reiter bei komfortablen 71,4 Prozent der Stimmen.

Bürgermeister-Stichwahlen in Bayern: CSU-Kandidat distanziert Grünen in Rosenheim

Update 21.47 Uhr: Nun ist klar, womit die meisten Beobachter vor Ort gerechnet hatten: Neuer Oberbürgermeister der Stadt Rosenheim wird der CSU-Politiker Andreas März. Der 47-jährige Unternehmer gewann bei der Stichwahl am Sonntag mit 61,5 Prozent der Stimmen gegen Franz Opperer von den Grünen. Opperer hat dem vorläufigen Ergebnis zufolge 38,5 Prozent erzielt. Die bisherige OB Gabriele Bauer (CSU) war nicht mehr angetreten.

Ebenfalls auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte der Freisinger Landrat Josef Hauner (CSU). Er wird von einem Freien Wähler beerbt. Der Jurist Helmut Petz setzte sich gegen den CSU-Nachwuchspolitiker Manuel Mück durch, wie Merkur.de meldet.

Stichwahl in Bayern: Historischer Tag in Nürnberg - CSU erobert nach 18 Jahren das Rathaus zurück

Update 21.20 Uhr: Die Stadt Nürnberg hat nun auch ganz offiziell das Ergebnis der OB-Stichwahl verkündet. Auf Twitter gratuliert die mittelfränkische Metropole CSU-Mann Marcus König. Laut vorläufigem Endergebnis hat er 52,2 Prozent der Stimmen erhalten. Am 1. Mai soll König den Posten als Nürnberger OB antreten.

Die Bayern-SPD zeigt sich in einer ersten Reaktion von der Niederlage getroffen. „Nürnberg tut ungeheuer weh“, sagte Generalsekretär Uli Grötsch der dpa. „Nürnberg war immer eine Zentrale der Sozialdemokratie in Bayern.“

CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder reagierte hingegen erfreut auf die CSU-Erfolge in seiner Heimatstadt Nürnberg und in Augsburg. „CSU kann Großstadt“, schrieb er auf Twitter.

Update 20.55 Uhr: In Nürnberg wird sich am Resultat wohl nichts mehr verändern. Bei noch vier ausstehenden Wahlbezirken und nach 200.000 ausgezählten Stimmen liegt CSU-Kandidat Marcus König laut nordbayern.de knapp fünf Prozentpunkte vor seinem Kontrahenten Thorsten Brehm von der SPD. Damit geht das Nürnberger Rathaus nach 18 Jahren SPD-Regentschaft wohl wieder an die CSU. 

Stichwahlen in Oberbayern: Aigner erfreut über Wahl mit „Signalwirkung“

Update 20.40 Uhr: Die oberbayerische CSU ist - trotz sich abzeichnender OB-Wahlniederlage in München - offenbar mit den Ergebnissen des Stichwahl-Sonntags zufrieden. Bezirkschefin Ilse Aigner sagt unserer Redaktion: „Das Krisenmanagement von Markus Söder hat sich bei den Wahlen mit Sicherheit sehr positiv ausgewirkt. Das hat sehr geholfen.“ Signalwirkung in Oberbayern habe die Landratswahl in Miesbach, wo die CSU den Landratsposten von den Grünen zurückholte.

In Miesbach muss Grünen-Landrat Wolfgang Rzehak das Amt an seinen CSU-Herausforderer Olaf von Löwis abgeben. Rzehak erzielte in der Stichwahl nach dem vorläufigen Ergebnis 34,59 Prozent, von Löwis kam auf 65,41 Prozent. Bislang stellten die Grünen in Bayern zwei Landräte. Im Landkreis Miltenberg hat der Grüne Marco Scherf seinen Posten bereits vor zwei Wochen verteidigt.

Update 20.36 Uhr: Ein Endergebnis liegt mittlerweile aus Landshut vor. Alexander Putz bleibt dort Oberbürgermeister. 70,4 Prozent der Stimmen ergeben für ihn einen klaren Sieg gegen Herausforderin Sigi Hagl von den Grünen.

Stichwahl in Bayern: Schmerzhafte Promi-Niederlage für CSU

Update 20.30 Uhr: Eine schmerzhafte Promi-Niederlage wird aus dem Allgäu gemeldet: Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, hat für die CSU das Rennen um das Landratsamt im Kreis Oberallgäu verloren. Neue Landrätin ist Indra Baier-Müller von den Freien Wählern, die die Stichwahl mit 51,9 Prozent knapp für sich entschied. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,7 Prozent, wie das Landratsamt mitteilte.

DOSB-Präsident Hörmann hat den Landrats-Posten im Oberallgäu verpasst.

Update 20.24 Uhr: Weitgehende Klarheit herrscht nun in Augsburg. Eva Weber (CSU) wird offenbar Oberbürgermeisterin der größten Stadt von Bayerisch-Schwaben. Der scheidende OB, Webers Parteifreund Kurt Gribl, hat das soeben verkündet. Nach Auszählung von 90 der 100 Wahlgebiete liegt Weber bei 62,3 Prozent der Stimmen.

Kommunalwahlen im Landkreis München: Wahlhelfer in zwei Gemeinden infiziert

Update 20.17 Uhr: Eine bedenkliche Meldung gibt es am Rande der Stichwahlen aus den Gemeinden Pullach und Baierbrunn im Landkreis München: Dort sind zwei bei der ersten Wahlrunde am 15. März beteiligte Wahlhelfer mit dem Coronavirus infiziert, wie Merkur.de* erfahren hat.

Stichwahlen in Bayern: Wohl keine Überraschung in München

Update 20.10 Uhr: Die Landeshauptstadt vermeldet erste Zahlen - in München wird es wohl keine Überraschung geben. Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) liegt nach 379 (von insgesamt 1.001) ausgezählten Gebieten deutlichst vorne. Er steht bei 70,9 Prozent der Stimmen. CSU-Herausforderin Kristina Frank bei 29,1 Prozent. Näheres zum Fortgang der Stichwahl in München erfahren Sie bei den Kollegen von tz.de*.

Stichwahl in Bayern: Nach knapp 50 Jahren - Ingolstadt geht an die SPD

Update 19.55 Uhr: Jetzt ist es offiziell: Die SPD hat nach fast einem halben Jahrhundert wieder das Rathaus in Ingolstadt erobert. Bei der Stichwahl kommt SPD-Herausforderer Christian Scharpf auf 59,3 Prozent der Stimmen und gewinnt damit klar gegen Amtsinhaber Christian Lösel von der CSU. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Stadt bei 57,6 Prozent.

Stichwahl in Bayern: Faustdicke Überraschung am Tegernsee - Grüne verlieren wohl Miesbacher Landratsamt

Update 19.50 Uhr: Eine faustdicke Überraschung gibt es am Tegernsee. Mit Robert Kühn ist ein SPD-Politiker neuer Bürgermeister von Bad Wiessee - 50,35 Prozent der Stimmen bescherten ihm laut Merkur.de* einen knappen Sieg gegen CSU-Mann Florian Sareiter.

Der Wechsel im Miesbacher Landratsamt ist unterdessen fast schon fix. Olaf von Löwis (CSU) liegt derzeit mit 66 Prozent so gut wie uneinholbar vor Amtsinhaber Wolfgang Rzehak (34 Prozent, Grüne).

Stichwahlen in Bayern: Grüne scheitern in Landshut - Machtwechsel in Nürnberg so gut wie sicher

Update 19.42 Uhr: Auf einen Erfolg müssen die Grünen wohl auch in Landshut verzichten. In der Hauptstadt des Regierungsbezirks Niederbayern liegt FDP-Bürgermeister Alexander Putz aktuell deutlich vor der Grünen-Herausforderin Sigi Hagl. Nach Auszählung von 15 der 20 Bezirke vereinigt er gut 70 Prozent der Stimmen auf sich.

Update 19.40 Uhr: Einen Bürgermeisterwechsel gibt es auch in Garmisch-Partenkirchen, wie Merkur.de* meldet. Die amtierende SPD-Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer musste sich bei der Stichwahl ihrer CSU-Kontrahentin Elisabeth Koch geschlagen geben. Koch kam am Sonntagabend auf rund 69 Prozent der Stimmen. Meierhofer erzielte nach Auszählung aller Gebiete rund 31 Prozent und muss den Rathaussessel räumen.

Update 19.35 Uhr: Nürnberg dürfte nach 18 Jahren unter SPD-OB Ulrich Maly wieder an die CSU gehen: SPD-Kandidat Thorsten Brehm habe ihm bereits zum Wahlsieg gratuliert, sagt CSU-Kandidat Marcus König im Bayerischen Rundfunk. Er selbst wolle aber das Endergebnis abwarten, betonte König. König liegt aktuell fünf Prozentpunkte vor Brehm.

Stichwahlen in Bayern: Augsburg meldet deutliches erstes Zwischenergebnis

Update 19.32 Uhr: Jetzt gibt es Daten aus Augsburg: Allem Anschein nach wird Eva Weber (CSU) neue Oberbürgermeisterin der Stadt. Ein erstes Zwischenergebnis sieht Weber mit 62 Prozent der Stimmen deutlich vor dem SPD-Bewerber Dirk Wurm (38 Prozent).

Augsburg: In der Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters traten Eva Weber (CSU) und Dirk Wurm (SPD) gegeneinander an.

In Bamberg haben die Grünen unterdessen ihre Chancen auf den Bürgermeister-Posten verpasst. Dort gewann Amtsinhaber Andreas Starke (SPD) mit 59,7 Prozent der Stimmen gegen Herausforderer Jonas Glüsenkamp.

Update 19.24 Uhr: Aus Nordbayern haben nun die ersten großen Städte Stichwahl-Ergebnisse vermeldet: Weiden in der Oberpfalz wird auch weiterhin von einem sozialdemokratischen Oberbürgermeister regiert. Gleiches gilt für Coburg.

In Weiden konnte sich SPD-Mann Jens Meyer knapp gegen den CSU-Kandidaten Benjamin Zeitler durchsetzen. Meyer kam auf 51,3 Prozent der Stimmen, Zeitler auf 48,7 Prozent. In Coburg setzte sich der 33-jährige Dominik Sauerteig klar mit 57 Prozent der Stimmen gegen seinen CSU-Mitbewerber Christian Meyer durch.

Bürgermeister-Stichwahl in Bayern: Machtwechsel in Ingolstadt und Nürnberg naht

Update 19.14 Uhr: In Ingolstadt zeichnet sich immer deutlicher ein Machtwechsel ab. Der SPD-Herausforderer Christian Scharpf lag nach dem Auszählen von 74 der 88 Wahlbezirke klar von CSU-Amtsinhaber Christian Lösel (CSU). Scharpf kam nach dem Zwischenergebnis auf fast 60 Prozent der Stimmen, Lösel auf rund 40 Prozent, wie die Stadt mitteilte.

Die CSU könnte damit Quittung für einen Korruptionsskandal um ihren früheren OB Alfred Lehmann erhalten. Er war vor wenigen Monaten zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Lehmann hatte Immobilien zu Vorzugspreisen erhalten. Lösel war einst Referent bei Lehmann. Vor sechs Jahren hatte er direkt im ersten Wahlgang gewonnen und das Amt von Lehmann übernommen.

Auch in Nürnberg schärft sich das Bild. Herausforderer Marcus König liegt nach Auszählung von 318 der 377 Wahlkreise vier Prozentpunkte vor SPD-Mann Thorsten Brehm. Auf Zahlen aus München und Augsburg wird unterdessen weiter gewartet. Regensburg zählt erst am Montag aus.

Stichwahl in Nürnberg: Kopf-an-Kopf-Rennen nimmt nächste Wendung - CSU-Herausforderer nun vorne

Update 19.08 Uhr: Bayerns zweitgrößte Stadt kann sich auf einen hochspannenden Wahlabend einstellen: In Nürnberg hat nach 148 ausgezählten von 377 Stimmbezirken die Führung in der Bürgermeister-Stichwahl gedreht. CSU-Kandidat Marcus König liegt nun knapp von Thorsten Brehm (SPD). Denkbar scheint also, dass die SPD das Rathaus verliert.

Update 19.00 Uhr: Im oberbayerischen Landsberg am Lech könnte sich ein klarer Ausgang der Stichwahl andeuten - und ein Wechsel im Rathaus: Nach Informationen der Augsburger Allgemeinen liegt Herausforderin Doris Baumgartl (Unabhängige Bürger für Landsberg) nach zwei ausgezählten Stimmbezirken bei 67,66 Prozent der Stimmen. Bürgermeister Mathias Neuner (CSU) hätte damit aktuell das Nachsehen.

Stichwahlen in Bayern: Erste Bürgermeister-Wahlen sind entschieden

Update 18.50 Uhr: Aus einigen kleineren Städten und Gemeinden liegen jetzt Ergebnisse vor. 16 bayerische Kommunen haben ihre Stichwahlen ausgezählt. Einen Überblick über die Daten finden Sie in einer interaktiven Karte bei Merkur.de*.

Stichwahl in Bayern: Überraschender Grünen-Flop im Landkreis Miesbach bahnt sich an

Update 18.47 Uhr: Auch Landratsposten werden heute per Stichwahl vergeben. Ein überraschendes Ergebnis deutet sich dabei im Landkreis Miesbach an: Der bekannte Grünen-Landrat Wolfgang Rzehak könnte sein Amt verlieren. Aktuell wird sein Herausforderer Olaf von Löwis (CSU) bei 67,32 Prozent notiert, wie Merkur.de* berichtet.

Update 18.41 Uhr: In Nürnberg schreit die Auszählung schnell voran. Mittlerweile ist ein Fünftel der Stimmen ausgezählt, wie die Stadt auf Twitter mitteilt - nach wie vor bleibt das Rennen spannend. SPD-Kandidat Thorsten Brehm kommt aktuell auf 51,25 Prozent der Stimmen, CSU-Mann Marcus König auf 48,75 Prozent. 

Stichwahl zu den Kommunalwahlen in Bayern: Schnelle Entscheidung in Ingolstadt möglich

Update 18.35 Uhr: Äußerst eng ging auch die erste Runde der OB-Wahl in Ingolstadt aus. Nur 0,1 Prozentpunkte trennten die Kontrahenten Christian Scharpf (SPD) und Christian Lösel (CSU). Nach Auszählung der ersten fünf Stimmkreise könnte sich aber schon ein Ausgang abzeichnen: Scharpf wird aktuell mit 61,74 Prozent notiert, Lösel mit 38,26 Prozent, wie der Donaukurier online berichtet

Stichwahl in Bayern: Irres Kopf-an-Kopf-Rennen in Nürnberg?

Update 18.30 Uhr: Aus Nürnberg gibt es erste Zahlen - es könnte sich ein mehr als enges Kopf-an-Kopf-Rennen abzeichnen. Laut nordbayern.de liegen dort die beiden Konkurrenten Thorsten Brehm (SPD) und Marcus König (CSU) nach Auszählung von 4.000 Stimmen fast gleichauf. Brehm habe 0,8 Prozentpunkte Vorsprung. Die beiden Politiker ringen um die Nachfolge des langjährigen OB Ulrich Maly (SPD).

Erlangen meldet unterdessen schon mal die Wahlbeteiligung: 59 Prozent der Wähler haben sich dort an der Brief-Stichwahl beteiligt.

Stichwahl in Bayern: Wegen Corona - Regensburg zählt erst ab Montag aus

Update 18.20 Uhr: Vielerorts sind Wahlhelfer jetzt bereits fleißig dabei, die Briefwahl-Stimmzettel auszuzählen. Anders ist das in Bayerns viertgrößter Stadt: In Regensburg beginnt die Auszählung erst am Montag. In der Hauptstadt der Oberpfalz werden nur städtische Bedienstete zum Zählen eingesetzt. Hintergrund sind Erwägungen zum besseren Schutz vor einer Ausbreitung der Corona-Epidemie. Ergebnisse könnte es laut einem Bericht des BR gar erst am Mittwoch geben. 

In Regensburg treten in der Stichwahl die CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein und ihre SPD-Konkurrentin Gertrud Maltz-Schwarzfischer gegeneinander an. Der suspendierte frühere OB Joachim Wolbergs war in der ersten Runde deutlich hinter den beiden Frauen gelandet.

Stichwahl-Ergebnisse in Bayern: Briefwahl-Frist abgelaufen - Debatte über Wahlbeteiligung

Update 18.00 Uhr: Die wegen der Corona-Krise erstmal nur per Briefwahl durchgeführten Bürgermeister-Stichwahlen in Bayern sind beendet - zumindest was den Part der Wähler angeht. In einigen Städten, etwa in München, konnten bis 18.00 Uhr die Wahlbriefe in Briefkästen eingeworfen werden.

Zumindest in der Landeshauptstadt ist die Wahl offenbar auf vergleichsweise großes Interesse gestoßen, wie unter anderem tz.de* berichtet. Die Wahlbeteiligung werde mindestens so hoch sein wie vor zwei Wochen, eher sogar höher, sagte ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferats in München bereits am Nachmittag. Damals waren 49 Prozent der Wähler zur Tat geschritten. Bis Mittag seien 600.000 Briefwahl-Unterlagen eingegangen.

Dass solche Zahlen als Erfolg zu werten sind, wird in den sozialen Netzwerken allerdings bezweifelt. „Wenn man bedenkt, dass jeder die Briefwahlunterlagen automatisch nach Hause geschickt bekommen hat, ist die Wahlbeteiligung sehr niedrig“, gab ein User auf Twitter zu bedenken. „Es war die Wahl, den Zettel auszufüllen oder wegzuwerfen.“ Viele schätzten die demokratische Teilhabe wohl leider nicht, lautete sein Fazit. Allerdings: Finale Zahlen zur Wahlbeteiligung liegen noch nicht vor.

Bürgermeister-Stichwahl in Bayern: Extrem enge Rennen erwartet - unter anderem in Ingolstadt

Update 17.50 Uhr: Stichwahlen sind bei der Wahl zum Oberbürgermeister (OB) zwar häufig - aber selten auf einen so knappen Ausgang angelegt, wie die  aktuelle in Ingolstadt*. Die beiden Kandidaten, der amtierende OB Christian Lösel (CSU) kam bei der Wahl am 15. März auf 33,7 Prozent der Stimmen, sein SPD-Herausforderer Christian Scharpf auf 33,6 Prozent. 

Mit lediglich 0,1 Prozentpunkten Abstand sind die beiden in die wohl bisher ungewöhnlichste Stichwahl-Runde in der Geschichte der Bundesrepublik gezogen. Denn mit den Maßnahmen gegen die Corona-Krise waren nicht nur öffentliche Wahlveranstaltungen abgesagt - sondern aufgrund der Ausgangssperre auch Außenwerbung im öffentlichen Raum mehr oder minder obsolet. 

Wer die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt für sich entscheiden kann, dürfte noch eine Weile offen bleiben, denn die endgültigen Ergebnisse werden erst in den kommenden Tagen erwartet. 

In Augsburg sind unterdessen offenbar einige Wahlbriefe* nicht bei den Wählern angekommen. Vereinzelt hätte es jedoch Rückmeldungen gegeben, dass die Wahlunterlagen nicht angekommen seien, teilt die Stadt Augsburg auf ihrer Facebook-Seite mit. Zumindest konnten die „Rückläufer“, die nicht zustellbar waren, konnten dort am Wahltag noch abgeholt werden. 

Stichwahl in Bayern: SPD-Politiker mit revolutionärem Vorschlag - Entscheidungen stehen kurz bevor

Update 17.10 Uhr: In Bayern kommt es am Sonntag, 29. März, in 18 Wahlkreisen zur Stichwahl. Auch in 16 der kreisfreien Städte schaffte es kein Bewerber auf Anhieb in die Spitzenposition - darunter in München, Nürnberg und Augsburg. Eine solche Wahl hat es in Deutschland noch nie gegeben: Bei den rund 750 kommunalen Stichwahlen sollten in Bayern am Sonntag Millionen Menschen abstimmen. 

Aufgrund der Infektionsgefahr mit Corona gibt es keine Wahllokale. Anstelle von Wahlurnen können die Wähler ihre Stimmzettel nur in einen der landesweit 19.559 Briefkästen werfen - oder am Wahltag bei speziellen Sonderabgabestellen einwerfen. Post sei Dank und Corona zum Trotz.

Die Wahlabsage war im Ausnahmezustand rund um die Corona-Krise durchaus Thema. Doch die Regierung um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht die Wahl der Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister als systemrelevant an. In gewisser Weise ist sie sicherlich auch ein Zeichen, dass nicht gleich alles aus den Fugen gerät - auch wenn in Bayern die Ausgangssperre verhängt ist und Deutschland regelrecht stillsteht. Die Botschaft dahinter lautet also auch: Von einem Virus lassen die Bayern sich ihre Demokratie nicht kaputt machen.

Stichwahl in Bayern: Dauerhafte Abschaffung von Wahllokalen? SPD-Politiker mit revolutionärem Vorschlag 

Update 16.33 Uhr: Aufgrund der Durchführung der Stichwahlen als Briefwahl werden die meisten Stimmen bereits in den zuständigen Ämtern eingegangen sein. Dennoch müssen die Wähler auf ein schnelles Ergebnis verzichten. Denn der Schutz vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus ist aktuell wichtiger als die möglichst schnelle Auszählung der Stimmen. Mancherorts könnten die Ergebnisse sogar erst Anfang der Woche, bis einschließlich Mittwoch, eintreffen. 

Update 13.18 Uhr: Not macht erfinderisch. Inmitten der Corona-Krise befindet sich Bayern beinahe im Stillstand. Damit politische Stabilität dennoch gegeben ist, wird die Kommunalwahl 2020 unter besonderen Bedingungen durchgeführt. Die Stichwahl um die Chefposten in Bayerns Kommunen findet deshalb ausschließlich per Briefwahl statt. 

Laut Innenministerium finden in ganz Bayern rund 750 Stichwahlen um die Posten der ersten Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte statt - überall dort, wo im ersten Durchgang vor zwei Wochen keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der Stimmen holte. In 18 Landkreisen war nach der Kommunalwahl am 15. März noch nicht klar, wer den Spitzenposten bekommt. Auch in 16 der kreisfreien Städte schaffte es kein Bewerber auf Anhieb - darunter in München, Nürnberg und Augsburg.

Dennoch kann die Stimme auch noch am Wahltag abgegeben werden. Wie und wo Wähler in München noch bis Sonntagabend 18 Uhr ihre Wahlunterlagen einwerfen können*, haben wir für Sie zusammengetragen. 

Kommunalwahl in Bayern: Dauerhafte Abschaffung von Wahllokalen? SPD-Politiker mit revolutionärem Vorschlag

9.59 Uhr: Die Stichwahlen zur Kommunalwahl finden dieses Wochenende wegen der Coronakrise nur als Briefwahl statt. Markus Rinderspacher (SPD), Vizepräsident des Landtags, möchte daraus eine Dauereinrichtung machen, auch bei Bundestags- und Landtagswahlen.

Dies sei vor dem Hintergrund wachsender Mobilität eine zeitgemäße, bürgerfreundliche und sinnvolle Wahlvariante. „Der Trend der letzten Jahre zeigt: Die Briefwahl wird immer mehr zum Normalfall“, so Rinderspacher.

Update vom 29. März 2020, 8.15 Uhr: In Bayern finden am Sonntag zwei Wochen nach der eigentlichen Kommunalwahl die Stichwahlen statt. Wegen der Coronakrise können die Wahlberechtigten der betroffenen Kommunen erstmals nur perBriefwahl abstimmen. Stichwahlen gibt es unter anderem in den fünf größten bayerischen Städten München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt.

Da der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in der ersten Runde mit rund 48 Prozent deutlich vorn lag, kann er in Runde zwei auf einen Erfolg in der bayerischen Landeshauptstadt gegen die CSU-Kandidatin Kristina Frank hoffen. Stichwahlen gibt es um 16 Oberbürgermeister- und 18 Landratsposten, hinzu kommt noch eine große Zahl von Bürgermeisterwahlen.

Stichwahl in Bayern: Behörde unterläuft Briefwahl-Panne - glauben Sie dem Merkblatt nicht

Erstmeldung vom 28. März 2020: 

München - Am 15. März fanden bayernweit die Kommunalwahlen statt. Land-, Stadt- und Gemeinderäte sowie Bürgermeister stellten sich zur Wahl. Jetzt geht es in die zweite Runde: Die Stichwahl steht an. Doch es wird keine gewöhnliche Wahl. Es ist eine Wahl im Ausnahmezustand

Bayernweit gibt es daher nur die Option der Briefwahl. Der persönliche Gang zur Urne wurde gestrichen. Trotz Ausgangsbeschränkung und Kontaktverbot gibt es somit letztlich grünes Licht für die Wahl. 

Allerdings ist der Wahlbehörde eine Panne unterlaufen. Auf dem Merkblatt zur Briefwahl, steht nach wie vor, dass man mit seinem Wahlschein entweder über Briefwahl oder in einem Wahllokal abstimmen könne. Auch die Hinweise, die man beim Gang zum Wahllokal beachten müsse, stehen noch im Schreiben. Unklar ist, ob es sich tatsächlich um einen Fehler handelt oder ob die Merkzettel schon vor der Entscheidung zur ganzheitlichen Briefwahl gedruckt wurden und die Kosten für neue Merkzettel zu hoch wären. Oder aus ob aus umwelttechnischen Gründen keine neuen Zettel gedruckt wurden.

Es hagelt aber auch Kritik an der Durchführung der Wahl unter diesen Umständen. 

Stichwahlen bei der Kommunalwahl in Bayern 2020 finden trotz Coronavirus statt

Besonders interessant wird es natürlich wieder bei den Wahlen um das begehrte Amt der Bürger- und Oberbürgermeister. In Bayerns größten Städten München*, Nürnberg*, Augsburg*, Regensburg* und Ingolstadt* wird es zwar spannend, bleibt aber traditionell - die Stichwahlen sind durchweg von einem Kampf zwischen den beiden größten Volksparteien geprägt. 

Auch München bietet einen Zweikampf zwischen den beiden Parteien CSU und SPD. Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) tritt gegen Kristina Frank (CSU) an. Dabei ging die Wahl im ersten Durchgang an den SPD-Mann. Für eine absolute Mehrheit reichte es jedoch eben nicht. An Reiter gingen 47,9 Prozent der Stimmen. Seine Konkurrentin Kristina Frank erhielt 21,3 Prozent. Es wird spannend, ob der Herausforderin eine Aufholjagd gelingt. Die Umfragen* zeigen jedoch deutlich in eine Richtung.

Der noch amtierende Oberbürgermeister von München Dieter Reiter war vor allem mit der Eindämmung des Coronavirus in der Landeshauptstadt beschäftigt. Für Wahlkampf konnte da nicht sehr viel Zeit bleiben. Auf Instagram meldete er sich zu Wort. 

In Augsburg gibt es eine klare Favoritin: Eva Weber (CSU) lag mit 43,1 Prozent weit vor ihrem Verfolger von der SPD. Dirk Wurm erzielte 18,8 Prozent der Stimmen und lag damit nur 0,3 Prozent vor der Grünen-Politikerin Martina Wild

Kommunalwahl in Bayern 2020: Stichwahl-Duelle der Volksparteien in den Städten

In Nürnberg steht ebenfalls eine CSU-SPD-Stichwahl um die Nachfolge des abtretenden Ulrich Maly an. Marcus König (CSU) und Thorsten Brehm (SPD) liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Abstand der beiden betrug am 15. März nicht einmal 1,5 Prozent. 

Regensburg und Ingolstadt reihen sich mit ihren Stichwahlen zumindest nicht ganz in das Schema der anderen bayerischen Städte ein. In Regensburg gibt es ein rein weibliches Duell: Astrid Freudenstein (CSU) tritt gegen Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) an. Entgegen den Umfragen wird also der vor Gericht angeklagte Joachim Wolbergs nicht ganz vorne mitmischen. 

Ingolstadt bietet seinen Wählern einen Wahlkrimi: die Oberbürgermeisterkandidaten waren beim ersten Urnengang nahezu gleichauf. Nur 0,1 Prozent trennten Christian Lösl (CSU) und Christian Scharpf (SPD). 

Aufgrund der Corona-Krise bleibt es jedoch spannend, wie die Wahlbeteiligung insgesamt ausfallen wird. Eigentlich hätten die Wähler viel Zeit, um sich zu Hause über ihre Wahl Gedanken zu machen. 

Im Rahmen der Kommunalwahl 2020 finden am Sonntag außerdem Stichwahlen im Würmtal*, in Wolfratshausen und Icking* und in den LandkreisenMünchen*, Freising*, Bad-Tölz*, Weilheim-Schongau*, Garmisch*, Miesbach*, Starnberg*, Fürstenfeldbruck*, Dachau*, Ebersberg* und Erding*. 

mk

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