Spesenskandal weitet sich aus

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Ministerpräsident Gordon Brown hat als Konsequenz eine Regierungsumbildung angekündigt.

London - Außer Spesen nichts gewesen? Von wegen! Der Spesenskandal im britischen Parlament weitet sich nun auch in der Regierung von Ministerpräsident Gordon Brown aus.

Verkehrsminister Geoff Hoon musste am Dienstag ein falsche Abrechnung einräumen, nur einen Tag nach Finanzminister Alistair Darling. Hoon erklärte, er werde die irrtümlicherweise doppelt abgerechneten 384 Pfund (440 Euro) umgehend zurückerstatten. “Das war absolut ein Versehen“, sagte Hoon. Der Minister hatte die gleichen Aufwendungen, darunter Geld für eine Hausratsversicherung und eine Gasrechnung, bei zwei Wohnsitzen geltend gemacht. Das selbe war auch Darling passiert.

Der Finanzminister kündigte am Montag an, die doppelt abgerechneten rund 700 Pfund (800 Euro) umgehend zurückzuzahlen. 14 Unterhausabgeordnete haben im Zusammenhang mit dem Spesenskandal inzwischen erklärt, sie würden bei der nächsten Parlamentswahl - die bis spätestens Juni kommenden Jahres abgehalten werden muss - nicht mehr antreten.

Brown hat als Konsequenz eine Regierungsumbildung angekündigt. Beobachter rechneten jedoch nicht vor der Wahl des Europaparlaments am Donnerstag mit einem Stühlerücken im Kabinett. Hoon war bereits unter Browns Vorgänger Tony Blair in der Regierung - während des Irak-Kriegs 2003 war er Verteidigungsminister.

Die britische Innenministerin Jacqui Smith will laut Medienberichten als Konsequenz aus dem Spesenskandal ihren Posten räumen. Sie wolle in der nächsten Kabinettsumbildung ihren Platz frei machen, berichten britische Medien unter Berufung auf Regierungskreise am Dienstag. Die 46-Jährige hat demnach bereits vor zwei Monaten Premierminister Gordon Brown den Rücktritt angeboten. Smith war im März in die Schlagzeilen geraten, nachdem sie Spesen für Pornofilme abgerechnet hatte, die ihr Mann angeschaut hat. Sie will aber erneut bei den Wahlen im Herbst antreten. Smith habe sich, wie eine Vertraute sagte, nach den Enthüllungen verletzt gefühlt.

Im Zuge der Aufdeckung des Spesenkandals im Parlament kamen weitere umstrittene Ausgaben heraus: ein 275 Euro teures Handy für ihren Ehemann, drei Digital- und eine Videokamera für 1850 Euro sowie Kosten für ihren Steuerberater.

dpa

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