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Ukraine will Energie an EU liefern – nach Energie-Embargo gegen Russland

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Von: Andreas Apetz

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Die Ukraine bietet Europa Exporte von Gas und Wasserstoff an
Die Ukraine bietet Europa Exporte von Gas und Wasserstoff an. (Archivfoto) © Ina Fassbender/AFP

Die EU-Staaten sind von Russlands Gas abhängig und finanzieren so den Krieg des Kremls. Die Ukraine bietet nun umfassende Energielieferungen an.

Kiew – Der Ukraine-Konflikt* ist nicht nur ein militärischer, sondern auch ein wirtschaftlicher Krieg. Mit weitreichenden Sanktionen versucht die Nato*, die russischen Finanzierungsmöglichkeiten weitestgehend zu stoppen. Doch die europäische Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland* ist enorm: Täglich fließen rund 660 Millionen Euro in Richtung russischer Gaskonzerne. Um seine Staatswährung wieder zu stärken, erklärte Präsident Wladimir Putin* kürzlich alle Energie-Zahlungen nur noch in Rubel anzunehmen. Die Ukraine* will den EU*-Staaten jetzt umfangreiche Energielieferungen anbieten, um die Kriegswirtschaft Putins weiter zu schwächen.

Ukraine: Außenminister bietet Europa umfassende Energielieferungen an

Kohle, Öl und Gas: Russland ist Energielieferant für ganz Europa. Deutschland befindet sich besonders stark im Klammergriff des Kreml. Rund 55 Prozent des deutschen Gases stammt aus russischen Pipelines. Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs* gilt es davon wegzukommen. Die Ukraine selbst bringt nun eine zukunftsorientierte Lösung auf den Tisch.

Gas und Wasserstoff wolle das Land in erheblichem Umfang an die EU liefern, heißt es vonseiten des ukrainischen Energieministers German Galuschtschenko. Diese Informationen liegen dem Tagesspiegel vor. Zunächst fordere die Ukraine allerdings ein Energie-Embargo gegen Russland. Wegen des Krieges in seiner Heimat seien jetzt erst einmal „umfassende Energiesanktionen“ gegen den Angreifer notwendig, sagte der ukrainische Energieminister.

Ukraine will Energie-Embargo gegen Russland

„Deshalb fordern wir, dass es einen Mechanismus geben sollte, der sie daran hindert, Geld zu erhalten, bevor sie ukrainischen Boden verlassen haben“, sagte Galuschtschenko mit Blick auf die russischen Gegner. Die Umsetzung könnte über Fonds unter westlicher Aufsicht erfolgen. In dies könnten die „Erlöse eingezahlt werden und der das Geld aus den Rohstoffverkäufen so lange behält, bis Russland den Krieg stoppt.“

Nach Kriegsende könne die Ukraine mit dem Export von Wasserstoff in andere europäische Länder beginnen. Sein Land habe die „Perspektiven und Wachstumsmöglichkeiten“ und hätte bereits mit dem Bau „größerer H2-Anlagen“ begonnen. Technologisch sei der Energie-Export „sehr gut machbar“, verspricht der Energieminister. Aktuell produzieren in der Ukraine Atomkraftwerke bereits kleinere Mengen Wasserstoff.

Energie aus der Ukraine: Eine gute Perspektive für Deutschland

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz* (SPD*) setzt auf eine große Wasserstoff-Initiative, um den Treibhausgasausstoß in Deutschland zu verringern. Galuschtschenko nannte es im Tagesspiegel „wirklich hilfreich und wichtig, dass Europa die Tür für nuklearen Wasserstoff nicht vor unserer Nase zuschlägt.“ Ein zentraler Baustein könnte sogenannter gelber Wasserstoff sein. Im Rahmen des Entlastungspaketes versprach die Ampel-Regierung bis 2024 beim Heizen verstärkt auf erneuerbare Energien – wie Wasserstoff – zu setzten.

„In den letzten Wochen sollte jedem in Europa klar geworden sein, dass diese Sicherheit keine Selbstverständlichkeit ist“, betonte ukrainische der Minister. Sein Land investiere aber auch in erneuerbare Energien. „Vor allem in unserem sonnigen Süden haben wir bereits erhebliche Solarkapazitäten aufgebaut“, sagte Galuschtschenko. Die Ukraine habe „ein großes Potenzial für die Stromerzeugung aus Biomasse, Biogas und Wasserkraft“ und könne zudem ihre Gasförderung deutlich ausbauen.

Energielieferungen nach Kriegsende: Ukraine „freut sich darauf“

In puncto Gas habe die Ukraine ebenfalls Ressourcen. „Verlässliche Zahlen über das Potenzial zweier Offshore-Gasfelder“ mit einem Volumen von 350 Milliarden Kubikmetern und 500 Milliarden Kubikmetern könnten den „Ausfall russischen Gases ausgleichen“, so Galuschtschenko. Über die Gasressourcen sagt der Energieminister: „Wir freuen uns darauf, sie nach dem Krieg zu nutzen [...] – für uns, aber auch für den Rest Europas.“ (aa)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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