Auf dem Gillamoos

Politischer Gillamoos: Manfred Weber zeigt sich bei Bierzeltrede optisch total verändert

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Beim politischen Frühschoppen auf dem Gillamoos zeigte sich Manfred Weber mit Bart.

Auf dem Gillamoos in Abensberg sprachen einige Spitzenpolitiker. Bayerns Ministerpräsident Söder überrascht mit einem Satz über seine Frau, Weber mit seinem Aussehen.

16.40 Uhr: Bevor Markus Söder am Vormittag ans Rednerpult trat, stand Manfred Weber auf der Bühne. Weber, der als  gemeinsamer Spitzenkandidat von CSU und CDU in die Europawahl im Frühjahr gegangen war, zeigte sich in Abensberg verändert - und zwar mit Bart. Den trug er zwar bereits bei der Eröffnung des Gäubodenfests in Straubing vor einem knappen Monat, doch damals war es noch nicht so Thema.

12.25 Uhr: Nach dem Einzug der Freien Wähler (FW) in den Brandenburger Landtag wünscht sich der Bundesvorsitzende Hubert Aiwanger eine Regierungsbeteiligung seiner Partei. „Ich hoffe, es gelingt auch den Freunden in Brandenburg, dass sie als Zünglein an der Waage akzeptiert werden“, sagte Aiwanger am Montag auf dem politischen Gillamoos im niederbayerischen Abensberg (Landkreis Kelheim). „Wir Freie Wähler stehen auch in Brandenburg bereit, Verantwortung für das Land zu übernehmen.“ In Bayern regieren die Freien Wähler in einer Koalition mit der CSU.

Bei seiner Kritik an den bayerischen Oppositionsparteien hat es Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger auf dem politischen Gillamoos in Niederbayern vor allem auf die Grünen abgesehen. „Wir müssen die grüne Ideologie stoppen, bevor die noch mehr Unheil anrichten“, sagte der bayerische Wirtschaftsminister am Montag in Abensberg (Landkreis Kelheim). Politiker der Grünen nannte Aiwanger „Großstadt-Ökologen“ und Mitglieder einer „Kifferpartei“. „Die haben häufig noch nie eine echte Sau gesehen, höchstens ein Marzipanschweinchen.“

Söder überrascht mit Satz in Gillamoos: „Nicht alles ist perfekt, außer meiner Frau“

12.03 Uhr: Bei der Suche nach einem Kompromiss für die neuen Klimaschutzgesetze wird die CSU keine CO2-Steuer akzeptieren. Es brauche neue Technologien und einen echten Zertifikatehandel, aber keine neuen Steuern, sagte CSU-Chef Markus Söder am Montag auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. Am Abend wollen die Spitzen von Union und SPD in Berlin über Wege für einen besseren Klimaschutz in Deutschland verhandeln.

„Solange es noch keine U-Bahnen und S-Bahnen bis in die kleinsten Dörfer gibt und Flugtaxis, solange wir das Automobil brauchen, so lange kann es nicht sein, dass der Klimaschutz auf dem Rücken derer ausgetragen wird, die das Auto brauchen um ihre Familien zu ernähren“, betonte Söder und erntete dafür viel Applaus. Die CSU setze sich auch für die Menschen im ländlichen Raum ein, der Klimaschutz dürfe kein Projekt städtischer Eliten werden. „Der ländliche Raum hat Zukunft, aber dafür braucht es auch eine Erhöhung der Pendlerpauschale.“ BR24 zeigt Auschnitte vom Gillamoos - Söder:“Wir bleiben hier!“

Söder (CSU): „Wir bleiben hier!“

Grünen-Fraktionschefin Schulze spottet über Söders Klimakurs

11.54 Uhr: Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze hält den Klimakurs von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nicht für glaubwürdig. „Markus Söder ergrünt ohne rot zu werden“, sagte sie am Montag beim Gillamoos in Abensberg (Kreis Kelheim). Er gebe neuerdings gerne den Öko. Aber: „Wer nimmt ihm ernsthaft die Fotos „Söder neben einem Baum“ ab?“

Der Ministerpräsident komme einem vor wie ein Heiratsschwindler, spottete Schulze. „Man kann sich nicht vorstellen, dass er wirklich die Liebe zur Umwelt entdeckt hat.“ Vielmehr nutze Söder seine „grüne Tarnung, um das Überleben der eigenen Art, der CSU, zu sichern“. Aber die Lage sei zu ernst: Das Klima könne nicht warten, bis der Ministerpräsident „Umweltschutz aus Überzeugung tut“.

Gillamoos: Ramelow gibt sich optimistisch für Thüringen-Wahl

11.53 Uhr: Trotz massiver Verluste der Linken in Sachsen und Brandenburg zeigt sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow optimistisch für die anstehende Landtagswahl in seinem Bundesland. „Meine Partei ist in Thüringen auf Platz eins“, sagte der Linken-Politiker am Montag vor seiner Rede beim Volksfest Gillamoos im niederbayerischen Abensberg. Dies gebe ihm Zuversicht. In Thüringen gebe es eine andere Ausgangslage als Brandenburg und Sachsen.

11.29 Uhr: Markus Söder sorgte bei seiner Rede in Gillamoos für einen Lacher: „Ich finde, Bayern ist ein echtes Super-Land. Nicht alles ist perfekt, außer meiner Frau.“

Gillamoos: Kevin Kühnert kritisiert „politisches Gaffertum“

BR24-Video zeigt Ausschnitt vom Gillamoos

11.16 Uhr: Juso-Chef Kevin Kühnert kritisiert ein „politisches Gaffertum“ in Bezug auf die ostdeutschen Bundesländer. „Wir betrachten die Entwicklung im Osten wie einen Autounfall, wo alle vorbeifahren und traurig sind, was da passiert ist“, sagte er am Montag bei seinem Auftritt auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. „Lasst uns mit diesem politischen Gaffertum aufhören.“ Man dürfe nicht nur über die Menschen in Saschen und Brandenburg reden, wo die rechtspopulistische AfD bei den Landtagswahlen am Sonntag jeweils zweitstärkste Kraft wurde. Man müsse mit ihnen sprechen.

Der Chef der SPD-Jugendorganisation forderte die demokratischen Parteien zu mehr Präsenz im Osten auf. „In Sachsen hat sich aus vielen Regionen die sichtbare Demokratie zurückgezogen“, sagte er. „Es gibt Ecken in Sachsen, da muss man sich ins Auto setzen und zwei Stunden fahren, um zu dem nächsten Büro einer demokratischen Partei zu kommen.“ Das müsse sich ändern.

Kevin Kühnert beim politischen Frühschoppen auf dem Volksfest Gillamoos.

Gillamoos: FDP-Landeschef Föst: FDP muss zu „Helden der Nachbarschaft“ werden

11.15 Uhr: Nach dem schlechten Abschneiden der FDP bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen hat Bayerns FDP-Landeschef Daniel Föst von seiner Partei noch mehr Einsatzbereitschaft eingefordert. „Im kommenden Jahr stehen für uns die wichtigen Kommunalwahlen an. Wir müssen auf die Bürgerinnen und Bürger vor Ort zugehen, ihre Probleme anhören und lösen“, sagte Föst am Montag auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. „Das Ziel der FDP ist es, zu Helden der Nachbarschaft zu werden. Selten waren die Kommunalwahlen wichtiger als 2020.“ Die Ost-Wahlen, bei denen die FDP in beiden Bundesländern den Einzug in die Landtage verpasste, seien „voll in die Hose“ gegangen.

Söder: SPD muss sich konstruktiver in GroKo einbringen

11.14 Uhr: Die SPD muss sich nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder trotz ihrer Suche nach einem neuen Parteichef wieder konstruktiver in der Bundesregierung einbringen. „Da möchte ich jetzt endlich wissen, was Sache ist“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. Er erwarte, dass die anstehenden Regionalkonferenzen der Kandidaten für den SPD-Vorsitz nicht weiter die Bundesregierung bremse. „Egal wie die Regionalkonferenzen laufen, es darf nicht dazu führen, dass wir vier Monate um uns selber kreisen.“ Angesichts außenpolitischer Entwicklungen wie dem Brexit, dem Handelskrieg zwischen den USA und China oder dem Klimawandel müsse Deutschland jetzt handeln.

Derweil droht Söder Ärger vor Gericht: Die Deutsche Umwelthilfe will Beugehaft gegen Spitzenpolitiker durchsetzen. Muss Bayerns Ministerpräsident ins Gefängnis?

Markus Söder (CSU) beim politischen Frühschoppen auf dem Volksfest Gillamoos.

10.46 Uhr: Der Ministerpräsident geht nun auf die Landtagswahlen im Osten ein: „Wer glaubt jetzt einfach zur Tagesordnung übergehen zu können, der irrt.“ Der AfD-Wahlerfolg sei zu ernst. Die "entscheidende Antwort" auf die beiden Wahlen müsse deshalb sein, "dass in Berlin nicht ständig um sich selbst gekreist wird", sagte Söder.

10.42 Uhr: Markus Söder hat die Bühne zu dem Lied „Astronaut“ von dem Rapper Sido betreten. Der Text: „Ich heb' ab, nichts hält mich am Boden“. Und der Ministerpräsident beginnt seine Rede gleich mit einem Seitenhieb auf die anwesenden Journalisten, die letztes Jahr das Ende der CSU prophezeit hätten: „Wir sind immer noch hier.“ Seinen Parteikollegen und Vorredner Weber lobt er für seinen Wahlkampf bei der vergangenen Europawahl.

Update 10.36 Uhr: Zum Aufwärmen vor dem bayerischen Ministerpräsidenten Söder spricht im Moment der Spitzenkandidat der EVP bei der Europawahl, Manfred Weber (CSU). 

Nach Polit-Beben in Sachsen und Brandenburg: Top-Politiker auf Gillamoos mit Spannung erwartet

Abensberg - Zum Ausklang des Volksfests Gillamoos kommen alljährlich die führenden Politiker der großen Parteien nach Abensberg. Dieses Mal werden die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg das zentrale Thema sein. Die Politiker treten parallel zueinander in unterschiedlichen Bierzelten auf dem politischen Gillamoos auf.

Markus Söder tritt nach Spuck-Vorfall auf dem Gillamoos auf

Einer der wichtigsten Redner wird der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (52) sein. Er stand zuletzt mit seinen Vorschlägen für die Umweltpolitik im Mittelpunkt. Mit ihnen wird sich der Parteivorstand in der kommenden Woche befassen und ein Papier zur Klimapolitik verabschieden. Der Landesvater war am Wochenende beim Besuch eines Festes in München angespuckt worden. Auch nach dem Angriff zeigte er sich mit guter Laune. In Abensberg werden Organisatoren und Leibwächter wohl alles daran setzen, dass es nicht zu einmal zu einer solchen Attacke kommt. 

Gillamoos: Die Linke zum ersten Mal beim Gillamoos

Für die Freien Wähler ist der Auftritt beim Gillamoos ein Heimspiel. Parteichef Hubert Aiwanger (48) stammt aus der Region. Bevor Aiwanger ans Rednerpult tritt, macht der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (48) den Anfang für die Regierungspartei. Für die AfD wird der bayerische Vorsitzende Martin Sichert (39) sprechen, die FDP wird durch Daniel Föst, auch er ist der Landeschef seiner Partei, vertreten sein. Bei den Grünen wird mit Katharina Schulze (34) und Anton Hofreiter (49) ein Duo aus Landes- und Bundespolitik zu den Anhängern sprechen.

Auch die SPD schickt einen Redner aus Berlin ins Bierzelt. Juso-Chef Kevin Kühnert (30) hat sich angemeldet. Bei der Gillamoos-Premiere hat die Partei Die Linke ebenfalls einen prominenten Namen angekündigt. Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (63) soll auftreten.

Gillamoos: Reden mit großer Strahlkraft

Bei den Analysen zu den Landtagswahlen müssen die beiden großen Volksparteien wohl hart mit sich ins Gericht gehen. Die CDU blieb in Sachsen zwar stärkste Kraft, verlor aber 7,3 Prozentpunkte. Die SPD musste in Brandenburg 5,7 Prozentpunkt an die politischen Gegner abgeben. Sie holte mit 26,2 Prozent der Stimmen allerdings den Wahlsieg. (Vorläufiges Endergebnis, Stand 2. September, 10.00 Uhr).

Die Auftritte der Politiker beim Volksfest im Landkreis Kelheim hat immer eine große Strahlkraft. Im vergangenen Jahr standen die Reden im Zeichen der Vorfälle von Chemnitz. 2017 waren sie wichtig für den Endspurt im Bundestagswahlkampf.

dg/md/dpa/afp

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