Obama: Kritik an US-Geheimdiensten

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US-Präsident Barack Obama hat die US-Geheimdienste in bislang schärfster Form wegen des in letzter Minute vereitelten Terroranschlag auf eine US-Passagiermaschine kritisiert.

Honolulu - US-Präsident Barack Obama hat die US-Geheimdienste in bislang schärfster Form wegen des in letzter Minute vereitelten Terroranschlag auf eine US-Passagiermaschine kritisiert.

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“Es gab eine Mischung aus menschlichem und systemischem Versagen, die zu dieser potenziell katastrophalen Sicherheitslücke beigetragen hat“, sagte Obama am Dienstag. Damit korrigierte er die Aussagen von Regierungsmitgliedern, “das System habe funktioniert“. Die Geheimdienste hätten vorliegende Informationen miteinander teilen und dann zusammenstellen müssen, dann hätte es zusammen mit anderen Hinweisen ein “volleres, klareres Bild“ des Verdächtigen ergeben, sagte Obama in seinem Feriendomizil auf Hawaii. Alle Warnleuchten hätten angehen müssen, und dem Mann hätte nie ein Flug in die USA gestattet werden dürfen. Die Sicherheitsmängel seien “völlig inakzeptabel“.

Sowohl Heimatschutzministerin Janet Napolitano als auch Obamas Pressesprecher Robert Gibbs hatten noch am Wochenende im Fernsehen behauptet, die Sicherheitsvorkehrungen hätten gegriffen. Damit erweckten sie den Eindruck, der Regierung sei die Tragweite des Falls nicht bewusst und sie wolle von ihrer Verantwortung ablenken. Napolitano hat von ihrer Aussage inzwischen wieder abrücken müssen. Als Reaktion auf die bekanntgewordenen Sicherheitsmängel werden die Maßnahmen in den USA nun überprüft. Am Donnerstag sollten dem Weißen Haus erste Erkenntnis vorgelegt werden, erklärte Obama. “Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir die Probleme schnell diagnostizieren.“

Obamas Mitarbeiter erklärten, der Präsident habe sich entschlossen, zum zweiten Mal binnen zwei Tagen eine Erklärung zu dem Thema abzugeben, weil ihm bei der morgendlichen Lagebesprechung am Dienstag neue Informationen vorgelegt worden seien, die im Besitz der Behörden gewesen seien. Darin sei es um die Aktivitäten des Verdächtigen, seine Ideen und Pläne des Terrornetzwerks Al Kaida gegangen. Nach Angaben des US-Außenministeriums hatten die Antiterror-Behörden der USA am 20. November Information über Abdulmutallab erhalten - einen Tag, nachdem dessen Vater die US-Botschaft in Nigeria vor den extremen religiösen Ansichten seines Sohnes gewarnt hatte.

Der US-Geheimdienst CIA erklärte jetzt, man habe mit der Botschaft zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass Abdulmutallahs Name in die Datenbank verdächtiger Personen aufgenommen werde. Dabei sei es auch um mögliche Verbindungen des Verdächtigen zu Extremisten in Jemen gegangen. Diese Information sei auch an das Nationale Antiterrorzentrum weitergeleitet worden. “Wir haben von ihm (dem Verdächtigen) im November erfahren, als sein Vater zur US-Botschaft in Nigeria gekommen ist und um Hilfe bat, ihn zu finden“, sagte CIA-Sprecher George Little. “Bis dahin hatten wir seinen Namen nicht.“dapd

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