Obama: Erster Staatsbesuch in der arabischen Welt

+
US-Präsident Barack Obama ist zu seinem ersten Staatsbesuch in der arabischen Welt aufgebrochen.

Riad - US-Präsident Barack Obama ist zu seinem ersten Staatsbesuch in der arabischen Welt aufgebrochen. Die Präsidentenmaschine hob in der Nacht von Washington aus in Richtung Saudi-Arabien ab.

 Am Nachmittag wird Obama in Riad mit König Abdullah zusammentreffen.

Bei den Gesprächen in der saudischen Hauptstadt und später bei einem Abendessen auf dem Landesitz des Monarchen der größten Öl-Nation der Welt sollen neben bilateralen Themen auch das iranische Atomprogramm und der ins Stocken geratene Nahost-Friedensprozess zur Sprache kommen.

Anschließend reist der US-Präsident nach Kairo weiter, wo er am Donnerstag seine mit Spannung erwartete Rede an die Muslime halten will. In Ägypten , dem bevölkerungsreichsten arabischen Land, trifft Obama Präsident Husni Mubarak , der bereits seit 1981 regiert. In der Kairo-Universität will er dann seine Grundsatzrede halten, die nicht nur an die Araber gerichtet sein soll, sondern an alle Muslime weltweit.

Im Verhältnis zwischen dem Westen und den Muslimen sei nicht nur ein Dialog notwendig, um Fehleinschätzungen aus dem Weg zu räumen, sondern auch eine neue Politik, sagte Obama in einem Interview mit dem britischen Rundfunksender BBC, das am Dienstag veröffentlicht wurde. “Letztlich werden es von jetzt an die Taten und nicht die Worte sein, die den Fortschritt bestimmen“, fügte er hinzu.

Arabische Kommentatoren hatten vorab gewarnt, die Zeit der schönen Worte sei nun vorbei. Die Araber erwarteten, dass Obama den Druck auf die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erhöhe. Dieser hat die Forderung des US-Präsidenten nach einem Ende der jüdischen Siedlungstätigkeit in den 1967 besetzten palästinensischen Gebieten abgelehnt.

Im Anschluss an seinen Besuch in Ägypten reist Obama nach Deutschland weiter. Donnerstag und Freitag besucht der Präsident neben Dresden, wo er Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft, auch das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald und das US-Militärhospital in Landstuhl in der Pfalz. Danach wird Obama in der Normandie an den Feiern zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg teilnehmen.

Terrornetzwerk meldet sich zu Wort

Das Terrornetzwerk El Kaida hat sich zu Beginn der Reise Barack Obamas in die arabische Welt mit einer neuen Botschaft zu Wort gemeldet und den US-Präsidenten darin als “Verbrecher“ beschimpft. In der Audio-Botschaft, die von El-Kaida-Vize Eiman al- Sawahiri zu sein scheint, heißt es: “Er ist nicht willkommen in Ägypten.“ Nur Amerikas “Sklaven“ und “Agenten“, würden Obama in Kairo mit offenen Armen empfangen. 

Die Botschaft des ägyptischen Stellvertreters von El-Kaida- Anführer Osama bin Laden muss aufgenommen worden sein, nachdem das Weiße Haus Obamas Besuch in Kairo angekündigt hatte, aber vor dem 26. Mai. Denn Al-Sawahiri erwähnt in dem Tonband nicht den an jenem Tag bekanntgegebenen Abstecher des US-Präsidenten nach Saudi-Arabien, der an diesem Mittwoch beginnt.

dpa

Meistgelesen

Erdogan-Politiker: Skandinavier „auf Knien“ – Zeitungs-Eklat schlägt Wellen bis zu Schwedens Außenministerin
POLITIK
Erdogan-Politiker: Skandinavier „auf Knien“ – Zeitungs-Eklat schlägt Wellen bis zu Schwedens Außenministerin
Erdogan-Politiker: Skandinavier „auf Knien“ – Zeitungs-Eklat schlägt Wellen bis zu Schwedens Außenministerin
Ukraine-Krieg: Neun Tote bei Angriffen auf Charkiw
POLITIK
Ukraine-Krieg: Neun Tote bei Angriffen auf Charkiw
Ukraine-Krieg: Neun Tote bei Angriffen auf Charkiw
„Versagen“ Russlands im Ukraine-Krieg: Elitetruppe an Fehlschlägen beteiligt
POLITIK
„Versagen“ Russlands im Ukraine-Krieg: Elitetruppe an Fehlschlägen beteiligt
„Versagen“ Russlands im Ukraine-Krieg: Elitetruppe an Fehlschlägen beteiligt
Ukraine: Russland will „Spezial-Operation“ fortsetzen – trotz Verhandlungen
POLITIK
Ukraine: Russland will „Spezial-Operation“ fortsetzen – trotz Verhandlungen
Ukraine: Russland will „Spezial-Operation“ fortsetzen – trotz Verhandlungen

Kommentare