1. hallo-muenchen-de
  2. Politik

Nordkorea feuert ballistische Rakete ab: Evakuierungen in Japan - UN sieht „eindeutig eine Eskalation“

Erstellt:

Von: Markus Hofstetter

Kommentare

Nordkorea eskaliert seine jüngste Serie von Raketentests. Erstmals seit fünf Jahren flog eine ballistische Rakete über Japan hinweg. Dort wurde ein öffentlicher Raketenalarm ausgelöst.

Update vom 4. Oktober, 19.55 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat den erneuten Raketentest Nordkoreas verurteilt. „Dies ist eindeutig eine Eskalation, etwas, das der Generalsekretär verurteilt“, sagte Sprecher Stephane Dujarric am Dienstag in New York. Eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel sei nötig.

Update vom 4. Oktober, 18.22 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat Nordkorea für eine Reihe von Raketenstarts in den vergangenen Tagen kritisiert. „Ich verurteile die gefährlichen und destabilisierenden Raketentests Nordkoreas aufs Schärfste“, erklärte der Norweger am Dienstag auf Twitter. Die Raketentests verstießen gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Zudem sprach Stoltenberg davon, dass Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm aufgeben müsse. Die Nato stehe an der Seite Japans und Südkoreas. Die USA streben eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates an.

Am Dienstag feuerte Pjöngjang eine ballistische Mittelstreckenrakete in Richtung des Japanischen Meeres ab. Es ist das erste Mal seit knapp fünf Jahren, dass eine nordkoreanische Rakete über die japanische Inselgruppe geflogen ist.

Nordkorea fordert ballistische Rakete ab: Geschoss fliegt über Japan

Erstmeldung vom 4. Oktober: Seoul/Tokio - Zum fünften Mal innerhalb weniger Tage hat Nordkorea eine ballistische Rakete gestartet. Der letzte, vorangegangene Test fand am 1. Oktober statt, als das kommunistische Land zwei Kurzstreckengeschosse abfeuerte.

Laut Yonhap wurde die Rakete am Dienstag (Ortszeit) in der nördlichen nordkoreanischen Provinz Jagang nahe der Grenze zu China gestartet. Die südkoreanische Nachrichtenagentur beruft sich dabei auf Angaben des südkoreanischen Militärs. Die ballistische Mittelstreckenrakete flog über die japanische Inselgruppe hinweg und landete 3000 Kilometer östlich davon im Pazifik.

Nordkorea feuert ballistische Rakete ab: Geschoss flog insgesamt 4500 Kilometer

Die Rakete flog ersten Schätzungen zufolge insgesamt 4500 Kilometer weit und hatte eine maximale Flughöhe von rund 970 Kilometern. Nach Angaben von Japans Verteidigungsminister Yasukazu Hamada handelt es sich um die weiteste horizontale Entfernung einer Rakete Nordkoreas.

Nordkorea startet erneut ballistische Rakete - Südkorea
Ein Fernsehbildschirm mit einer Nachrichtensendung, die über Nordkoreas Raketenstart berichtet, ist im Bahnhof von Seoul in Südkorea zu sehen. (Aufnahme vom 4. Oktober 2022) © Lee Jin-Man/dpa/picture alliance

Laut dem südkoreanischen Militär war es der erste Start einer nordkoreanischen Mittelstreckenrakete seit über acht Monaten. Es war das erste Mal seit knapp fünf Jahren und das siebte Mal überhaupt, dass Nordkorea eine Rakete über Japan hinweg geschossen hat.

Nordkorea feuert ballistische Rakete ab: Japan löst öffentlichen Raketenalarm aus

Der Start löste einen seltenen öffentlichen Raketenalarm aus, der die Bewohner der nordjapanischen Insel Hokaido und der Präfektur Aomori an der Nordspitze der japanischen Hauptinsel Honshu mit Warnmeldungen aufforderte, Schutz in ihren Häusern zu suchen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. 

Die Reaktion in Südkorea und Japan sind entsprechend harsch. Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol sprach von einer „rücksichtslosen“ Provokation und rief dazu auf, „entsprechende Maßnahmen“ zu ergreifen, wie Yonhap berichtet. Der japanische Regierungschef Fumio Kishida nannte den neuerlichen Raketentest am Dienstag „ungeheuerlich“.

Nordkorea feuert ballistische Rakete ab: Reaktion auf gemeinsames Militärmanöver von Südkorea und den USA

UN-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf befördern können. Die zuletzt gehäuften Raketentests Nordkoreas werten Experten auch als Reaktion auf die kürzlich abgehaltenen Seemanöver südkoreanischer und US-amerikanischer Streitkräfte. An den viertägigen Marineübungen hatte auch der Flugzeugträger „USS Ronald Reagan“ teilgenommen. Es war die erste Entsendung eines US-Flugzeugträgers nach Südkorea seit fast vier Jahren. 

Nordkorea wirft den USA regelmäßig vor, durch ihre Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten - was von beiden Ländern bestritten wird. Die Spannungen in der Region haben nach einer Reihe von Tests mit atomwaffenfähigen Raketen durch Nordkorea in diesem Jahr deutlich zugenommen. Zudem soll das Land Berichten zufolge den Abschuss einer ballistischen U-Boot-Rakete sowie möglicherweise auch seinen ersten Atomtest seit 2017 vorbereiten.

Auch interessant

Kommentare